Die Phänomenologie der Lehre

Ein wunderbares Zeichen dafür, dass der Mensch als solcher ursprünglich philosophiert, sind die Fragen der Kinder. Gar nicht selten hört man aus Kindermund, was dem Sinne nach unmittelbar in die Tiefe des Philosophierens geht (Karl Jaspers).

Phänomenologie_des_Geistes

  • Die Lehre (und das Leben) lassen sich nicht nur in Kategorien oder Begrifflichkeiten einteilen.
  • Die Einteilung von Erscheinungsformen des Lebens in Gut/Böse; Fair/Unfair; Gerecht/Ungerecht; Rational/Irrational  und so weiter ist unzureichend.
  • Gliedern Sie doch stattdessen nach Phänomenen.
  • Nehmen wir ein Beispiel aus dem Unterricht. Sie als Lehrende fühlen sich von einem Schüler oder einer Schülerin ständig provoziert.
  • Die junge Person nervt, ist unverschämt, verweigert die Mitarbeit, äußert Ihnen gegenüber Beleidigungen, mobbt andere…..ach, jede/r von Ihnen, geschätzte Lehrerschaft, wird nickend ein Beispiel wissen.
  • Nun können Sie zu Hause sitzen, unzufrieden mit sich und der Situation und denken: Wie löse ich meine Probleme mit Schüler*in x/y.
  • Und da meine ich, dass diese permanente Gedankenschleife zermürbt und zu kurz greift.
  • Provokation ist ein gesellschaftliches Phänomen und sollte von Ihnen als Ganzes ergründet werden. Personenunabhängig.
  • Fragen Sie sich: Wie reagiere ich generell auf Provokationen und wie kann ich diese eleganter parieren. Durch Witz, Übertreibung, positive Wendung und ähnlichem.
  • Dazu müssen Sie in ihr Seelenleben eindringen und sich ehrlich beleuchten. Wenn Sie Ihre Schwächen kennen, können Sie wachsen.
  • Weitere Phänomene unseres Lebens: z. B. die Gehässigkeit. Sie stellt so viel mehr da als es mit dem Begriff ‚mobbing‘ umschrieben werden kann. Sie ist so viel ätzender und vergifteter, aber leider weitverbreitet.
  • Neid, fällt mir gerade ein, Neid ist auch extrem verbreitet. Und die Habgier! Schauen Sie sich um!
  • Wir müssen Phänomene erkennen und gewappnet sein. Dann gelingt uns die Größe der Güte, dann können wir für die humanen Werte kämpfen. Nichts darf weggeredet oder beschönigt werden.
  • Weitere Phänomene: Rachsucht (kommt in vielen Scheidungsverfahren vor!!!), Verlogenheit, Ichbezogenheit, Eitelkeit, Geltungssucht. Setzen Sie die Kette fort.
  • Schlagen Sie nach bei Shakespeare: Da ist alles drin.
  • Deshalb können Sie ein Kind, dass lügt, natürlich nicht fragen, warum es dies tut. Die Lüge ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Schauen Sie sich um. Und blicken wir auch immer zunächst in uns selbst hinein.
  • Es finden sich natürlich auch schöne und seelenvolle Phänomene in unserer Welt. Mitmenschlichkeit, Güte, das Verzeihende, Großzügigkeit und Einfühlsamkeit. Setzen Sie auch diese Kette fort.
  • Das Leben, meine ich, ist in seiner Komplexität nur phänomenologisch zu erfassen. Sie verlieren sich sonst im Kleinklein der Kleinkariertheit und Ihre Gedanken kreisen um das ‚warum‘ und die Problematik von Einzelerscheinungen.
  • Sie haben beispielsweise das Gefühl, das hinter Ihrem Rücken über Sie gelästert wird. Oder Sie fühlen sich ausgenutzt oder Sie haben auf einer Party nicht bei den wirklich Coolen gestanden.
  • Glauben Sie mir, das sind Phänomene, die wir alle kennen und die eben existieren. Vielleicht hilft es, wenn  wir den Blick aus unserer persönlichen Befindlichkeit herauslösen und über die Phänomene philosophisch miteinander kommunizieren.
  • Noch ein Beispiel aus meinem Leben. Als meine Mutter dement wurde, spielten wir ein Tiermemory mit ihr. Es sollten Tierkinder den Eltern zugeordnet werden. Z.B. ein Fohlen zu einem Pferd. Meine Mutter ordnete ein Gänseküken einem ausgewachsenen Elefanten zu. Alle Mitspieler waren entsetzt und erklärten ihr den Unterschied zwischen Gans und Elefanten. Sträflich, meine ich, denn das verunsichert und verängstigt. (Sie weinte). Ich hab dann mit meiner Mutter ihre Entscheidung gefeiert. Mit Humor und Herzlichkeit kann man das Gänseküken als Elefantenkind nämlich auch als einzigartig und originell würdigen.
  • Zuletzt, nach diesem Beispiel, noch einmal ganz eindringlich: In diesem Fall war es das Phänomen der Vergesslichkeit, welches nicht in die gewaltsame Zange der Ratio gepresst werden kann.
  • Wenn Sie störendes Verhalten beim Kind im Sinne der der Phänomenologie parieren (ja, mein Kind, Unzufriedenheit kommt vor, kenne ich auch) wird der Umgang mit dem jungen Menschen ungezwungener, kameradschaftlicher und in gewissem Sinne ‚weise‘.
  • Versuchen Sie nicht, einem Kind alle Sorgen wegzureden und alle Ängste zu nehmen. Erstens geht das nicht (ängstigen und sorgen wir uns nicht alle!?), zweitens spürt ein Kind, wenn Sie oberflächlich trösten wollen und drittens:
  • Angst und Sorge sind wesentliche Phänomene des Menschseins. Schauen Sie nach bei den Existentialisten! Der Sturz in die Existenz, Angst und Sorge als Wegbereiter für eine positive Zuwendung in das Jetzt. So gelingt eine fundierte, lebenszugewandte Heiterkeit auf der Basis des Wissens um die Endlichkeit.
  • An dieser Stelle schließe ich.
  • Nehmen Sie Karl Jaspers beim Wort (siehe oben) und philosophieren Sie gemeinsam mit den Kindern über alle Phänomene dieser Welt. Sie werden nachdenkliche, offene Gesprächspartner*innen finden, von denen Sie noch lernen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie_des_Geistes#/media/Datei:Phänomenologie_des_Geistes.jpg

45 Kommentare

  1. Ina Zarah S. sagte:

    Das Gliedern in Phänomenen war mir bis dato noch nicht geläufig, doch erscheint es mir schon in dieser ersten Begegnung so sinnreich, dass es mich begeistert. Hier möchte ich gleich den schon erwähnten Shakespeare heranziehen: „Das ärgste Wissen trägt sich aber leichter als das ärgste Fürchten.“ Wenn wir nun also im Wissen um diese Phänomene, gute und „schlechte“, des menschlichen Lebens sind, eröffnet es uns die Möglichkeit, mit weniger Furcht, weniger Ängstlichkeit oder Unsicherheit diesen alltäglichen Phänomenen gegenüber zu treten. Es ermöglicht uns als Lehrkräften nicht nur, störenden Schüler*innen vernünftiger entgegen zu gehen, sondern ihnen viel mehr unser Verständnis zu vermitteln, auf diesem Weg vielleicht sogar eine Besserung des Verhaltens und Verhältnisses zwischen Lehrer*in und Schüler*in zu erzeugen. Gewiss ist es oft einfacher, negative Phänomene der menschlichen Natur nicht zu beachten, sie klein zu reden oder in knappen Worten abzuhandeln. Hier aber lohnt es sich doch, den schwierigeren Weg zu gehen, sich mit ihnen zu beschäftigen, sie zu durchdenken, zu hinterfragen und auch seine eigene Person im Hinblick auf diese zu reflektieren. Dieses Wissen eröffnet Chancen und Wege des Umgangs und der Kommunikation, die nicht nur im Kontext Schule sehr gewinnbringend sein können. Ebenso haben wir dadurch das Handwerkszeug, auch die kleinsten Lernenden nicht mit bloßen Floskeln abzutun, ihre Sorgen in einem Satz abzuspeisen, sondern weiter zu hinterfragen, nach Karl Jaspers Idee sogar mit ihnen über diese Phänomene, die ihnen alle vielleicht in der Begrifflichkeit aber nicht in Inhalt und Bedeutung fremd sind, zu philosophieren.
    Ein großartiger Beitrag, der nicht nur für mich als Lehrkraft, sondern auch für mich als Person sehr bedeutend ist.

    21. Juni 2020
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  2. Marie Liebach sagte:

    Dieser Beitrag ist für mich allemal ein Denkanstoß.
    Ich denke, dass viele Lehrer*innen deutlich zu personenbezogen agieren. Was natürlich verständlich ist, da die subjektive Wahrnehmung auch im Beruf des Lehrers und der Lehrerin nicht vollständig herauszuhalten ist. Dennoch muss, wie in diesem Beitrag angesprochen, auch die Umwelt gesehen und beachtet werden. Ja, manche Kinder sind mit Sicherheit schwieriger als andere. Aber alle sind mal trotzig, traurig oder müde. Sich deswegen sofort aufzuregen, ohne zu wissen was dahintersteckt und dabei zu vergessen, dass solche Gefühle (bzw. Phänomene) bloß menschlich sind, wäre meiner Meinung nach ein Fehler.
    Diese Ansicht bringt weder einem selbst als Lehrkraft, noch dem Kind etwas. Am Ende sind wohl alle nur gestresst oder schlimmeres. Deswegen finde ich es eine sehr schöne und mit Sicherheit hilfreiche Idee, diese Störungen oder negativ behafteten Verhaltensweisen weniger als Fehler der Kinder sondern mehr als Phänomene und grundlegende Eigenschaften der Menschen anzusehen.

    2. September 2020
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    • Anna-Lena H. sagte:

      Dem stimme ich zu! Und doch gehe ich weiter und will behaupten, dass der Gedanke einen nicht nur beim Lehren -, sondern gänzlich im Alltag leiten soll.
      Den oftmals ist des Rätsels Lösung nicht die Lösung des „Problems“, sondern der Umgang dessen. Beschäftigt man sich mit einer Thematik langfristiger, lernt man das Problem als solches nicht länger als Problem im Sinne eines Fehlers zu sehen, sondern versteht dieses eher als Phänomen.

      1. November 2020
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  3. Sandra Allen sagte:

    „Das Leben, meine ich, ist in seiner Komplexität nur phänomenologisch zu erfassen“ – wie recht Sie damit haben!

    Ich arbeite schon mit Grundschülern zusammen und ja, auch ich fühle mich manchmal provoziert, wenn nicht gar beleidigt.
    Auch mich beschäftigen Situationen über den Schulschluss hinaus und auch mich begleiten dunkle Themen, auf die ich dann vielleicht besonders sensibel reagiere.
    Der Umgang mit diesen Themen und meinen persönlichen Schwächen liegt aber ganz allein in meiner Verantwortung, ich danke Ihnen für diesen Denkanstoß.

    Es sind die Phänomene, die den (Schul-) Alltag ausmachen. Und genau diese Phänomene machen die Sache ja so spannend! Es lässt sich eben nicht nur in MusterschülerIn und Klassenclown kategorisieren… (und diese Lehre versuche ich jetzt auch im Lehrerzimmer zu etablieren!!!). Dennoch kann ich die KollegInnen, die Abneigungen gegen bestimmte SchülerInnen haben, verstehen – denn letztendlich sind auch Lehrpersonen nur Menschen, die sich im schlimmsten Fall schon Jahrzehnte grämen.
    Das D2-Seminar und „Die Phänomenologie der Lehre“ haben mich dazu motiviert, ab sofort hinter die Fassade zu blicken – was löst (Fehl-)Verhalten bei den SchülerInnen aus? Auf welcher Ebene kann ich mit ihnen agieren? Was fehlt ihnen und was beschäftigt sie?
    Ihr „Klassen-King“-Beispiel im Seminar war in dieser Hinsicht augenöffnend für mich. Es war und ist mir weiterhin ein Anliegen, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, denn auch ich hab mal einen schlechten Tag, warum sollte das den SchülerInnen also nicht erlaubt sein?
    Der authentische Umgang damit hat sich in der Vergangenheit schon als hilfreich erwiesen. Authentizität wird belohnt und macht den „Alltag auf Augenhöhe“ so viel angenehmer: „Frau A., Sie sind meine Lieblingslehrerin, denn Sie sind so wie wir“ – welch ein erfüllendes Phänomen!

    3. September 2020
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    • Mia St. sagte:

      Ich kann mich dir nur anschließen! Auch in meinem Schulalltag ergeht es mir manchmal so. Ich reagiere zum Beispiel streng, wenn Kinder Dinge tun, die sich mir absolut nicht erschließen, aber ich sollte in Zukunft versuchen noch mehr verstehen zu wollen, was in den Kindern vorgeht, welches Phänomen sie gerade durchleben.
      Leider erlebe ich jedoch auch, dass im stressigen Schulalltag oft die Zeit fehlt sich so intensiv mit den Bedürfnissen der Kinder auseinandersetzen. So komme ich oft auf die Systemkritik in denen wir zu vielen Schülerinnen und Schülern ein einheitliches System überstülpen wollen, das mit ihren Bedürfnissen oft nicht kompatibel ist. Das sollte sich ändern, um das Phänomen Schule schöner und besser zu machen!

      27. Oktober 2020
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  4. Isabella M. Kosieniak sagte:

    Ich möchte meinen Blick besonders auf die persönliche Geschichte mit dem Tiermemory richten: ,,Als meine Mutter dement war, spielten wir ein Tiermemory mit ihr. Es sollten Tierkinder den Eltern zugeordnet werden. Z.B. ein Fohlen zu einem Pferd. Meine Mutter ordnete ein Gänseküken einem ausgewachsenen Elefanten zu. Alle Mitspieler waren entsetzt und erklärten ihr den Unterschied zwischen Gans und Elefanten. Sträflich, meine ich, denn das verunsichert und verängstigt. (Sie weinte). Ich hab dann mit meiner Mutter ihre Entscheidung gefeiert. Mit Humor und Herzlichkeit kann man das Gänseküken als Elefantenkind nämlich auch als einzigartig und originell würdigen.“ . Diese Situation hat mich sofort angesprochen, da der Blickwinkel vom eigentlichen Sinn erweitert wird. Die Erweiterung der Perspektive ist eine wertvolle Fähigkeit für Lehrkräfte, um kreativ und anders auf Anmerkungen von Lernenden zu reagieren. Meist erfordert es ein Umdenken, um Schülerinnen und Schüler zu verstehen. Wird eine Antwort unmittelbar als fälschlich angesehen, fühlt sich die Schülerschaft missverstanden. Häufig denken sie bereits im frühen Schulalter weiter als erwartet. Somit sollten diese im ersten Augenblick sehr unlogischen Äußerungen nicht gleich abgestempelt, übersehen und unbedacht kommentiert werden. Diese sind es oft wert ergründet zu werden. So möchte ich den Gedanken, der im ersten Moment ungenügenden Zuordnung der Herkunft, Ihrer Mutter kommentieren. Natürlich erscheint es für den ein oder anderen unlogisch, in einem doch so vermeintlich zugänglichen Spiel, eine solche Antwort zu akzeptieren. Jedoch spiegelt eine so unzugängliche Reaktion eine entsprechende Fantasielosigkeit wider. Wie es so gerne hervorgehoben wird, fehlt die Verzauberung in alltäglichen Ansichten. Schön finde ich es hierbei zu lesen, wie sich doch eine Person auf die zunächst fälschliche Antwort positiv eingelassen hat. Mit einem Perspektivwechsel ist die Ansicht ein Gänsekücken einem Elefanten zuzuordnen aktuell. Viele Familienmitglieder müssen nicht verwandt sein, um einer Familie anzugehören. Dieser Gedankengang repräsentiert ein modernes Gesellschaftsbild, dass in den Köpfen der meisten Menschen noch keinen Platz gefunden hat. Umso mehr freut es mich, wie unbewusst diese Situation das Denken anregt.

    13. September 2020
    Antworten
  5. Karla Künzel sagte:

    Ein sehr interessanter Blogbeitrag, der mich mein eigenes Leben reflektieren lässt. Kindern erklären zu wollen, weshalb ein bestimmtes Verhalten unangemessen ist und unterlassen werden soll (wie beispielsweise Mobbing), führt meist zu nichts. Jeder Mensch muss seine eigenen Erfahrungen machen und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen. Die gesellschaftlichen Regeln und Normen sind nun mal menschengemacht und kein über allem stehendes Naturgesetz, sie zu hinterfragen und auszureizen deshalb nur sinnvoll. Das Ziel sollte doch sein, zu begreifen, weshalb gewisse Regeln aufgestellt wurden und wie sie auch vorteilhaft für einen selbst sein können. In der Grundschule habe ich öfter einen Jungen geärgert, auch da war mir ja eigentlich schon bewusst, „dass man das nicht macht“. Aber richtig gelernt habe ich es erst in der Oberschule. Ich wurde gemobbt und habe die Schule gewechselt. Es war eine schlimme Erfahrung und könnte ich mich entscheiden, würde ich bestimmt lieber darauf verzichten. Aber ich habe auch extrem viel daraus gelernt. Ich würde heute ganz sicher keine gehässigen Kommentare mehr zu Leuten machen. Der folgende Satz stammt, wenn ich mich recht erinnere, aus einem Kinderlied (als Kita-Kind habe ich es gehasst, es löste Unbehagen in mir aus) und leitet heute, wie nichts Anderes, mein gesamtes Handeln: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu“. Würden sich alle Menschen einer Gesellschaft daran halten, wäre sie bestimmt eine bessere. Aber bei einigen Dingen muss man das nun mal erst einmal am eigenen Leibe erfahren. So wird das provozierende Kind sein Verhalten vielleicht erst überdenken, wenn es erwachsen ist und im Arbeitskontext einen Vortrag halten muss, bei dem ein Kollege, die ganze Zeit reinquatscht. Aber besser spät als nie, oder?

    14. September 2020
    Antworten
  6. Celina Ruft sagte:

    Ein wirklich interessanter Beitrag, der zum Nachdenken anregt.
    Personenunabhängig zu handeln ist auch als Lehrkraft nicht gerade einfach. Wenn ein Kind provoziert oder den Unterricht stört, ist es meist das größte Ziel der Lehrkraft, diese Störung zu unterbinden und das Handlungsprogramm aufrecht zu erhalten. Oft wird der Grund der Störung, die Gefühle hinter dem Verhalten oder, wie Sie es nennen, die Phänomene, nicht hinterfragt. Warum stört das Kind den Unterricht? Wieso verweigert es die Mitarbeit oder welche Gefühle bringen es dazu, die Lehrperson zu provozieren? Oftmals lohnt es sich, hinter all das zu blicken und den Ursprung zu hinterfragen. Besonders interessant fand ich das von Ihnen aufgeführte Beispiel mit dem Memory. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, dann wäre meine erste Reaktion ebenfalls gewesen, die betroffene Person aufzuklären und ihren vermeintlichen „Fehler“ zu beheben. Ihr Beitrag und auch die dazugehörigen Kommentare haben mich jedoch dazu gebracht, dies zu hinterfragen und ich stimme Ihnen nun vollkommen zu. Wir müssen unseren eigenen Blickwinkel erweitern und, wie Sie auch in Ihrem Seminar gerne betont haben, die Kinder verzaubern. Und wenn wir ihnen gegenüber etwas offener sind und ihnen auf Augenhöhe begegnen, dann verzaubern sie vielleicht auch uns.

    14. September 2020
    Antworten
  7. Jan-Niklas Grashof sagte:

    Dieser Beitrag regt definitiv zum Nachdenken an. Die meisten Menschen handeln Personenbezogen. Wenn sich jemand nach eigenem Ermessen ,,richtig“ verhält, ist einem diese Person symphatischer als eine, die sich anders verhält. Aber die Frage, warum sich diese Person so verhält, wird eigentlich nie gestellt. Auch als Lehrer, habe ich dieses Verhalten gesehen und ich selbst bin auch nicht unschuldig. Sobald ein Kind stört, wird es sofort ermahnt mit diesem störenden Verhalten aufzuhören. Warum dieses Kind stört oder was in ihm vorgeht, interessiert keinen. Und an der Stelle setzt dieser Beitrag für mich an. Warum verhält sich das Kind so? Diese Frage werde ich in Zukunft definitiv öfters stellen. Ich will das Kind erreichen und nicht verlieren.
    Das von ihnen erwähnte Beispiel mit ihrer Mutter und dem Memory, hat mich sehr berührt. Ich habe selber mal als Schüler in der 8.Klasse in einem Altersheim in der Demenzabteilung gearbeitet. Was ich dort erlebt habe, hat mich auf jeden Fall deutlich dankbarer gemacht. Ich habe erlebt, wie die Verwandten zu Besuch kamen und wie bedrückt und traurig sie alle waren. Daher kann ich mir minimals vorstellen, was sie mitgemacht haben. Und dann diese Denkweise zu haben und ihre Mutter in ihrem Verhalten zu bestärken und zu unterstützen, hat mir auch die Augen geöffnet. Einfach positiver durchs Leben gehen und Negativität genau damit kontern! Als zukünftiger Lehrer werde ich versuchen genau das zu beherzigen und den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen.

    17. September 2020
    Antworten
  8. Katharina Ochmann sagte:

    Die Phänomenologie der Lehre – was für ein phänomenaler Blogeintrag.

    Meine ersten Gedanken während des Lesens dieses Beitrages schwirrten um die Rollen, in die Lehrende, sowie Lernende gedrängt werden. Ein Lehrender muss allwissend sein und die Lernenden stets interessiert und aufmerksam. Besonders die Sätze „[…] ein gesellschaftliches Phänomen und sollte von Ihnen als Ganzes ergründet werden. Personenunabhängig.“ (!) und „[…] (ja, mein Kind, Unzufriedenheit kommt vor, kenne ich auch […]“ haben mich mit Glück erfüllt. Ich bin eine große Verfechterin von einer Lehre auf Augenhöhe. Alle Emotionen, alle Gefühle – das möchte ich vermitteln – sind okay. Wir müssen nur lernen, wie wir sie einsetzen, rauslassen und verarbeiten können. Zu allererst ist kein Verhalten falsch. Es ist an uns und dem jeweiligen Individuum, herauszufinden, woher negative Gedanken und Gefühle kommen, welchen Ursprung sie haben und wie wir mit ihnen umgehen können. Ein abweisender, strafender Umgang gegenüber „störendem“ Verhalten, ist vielleicht im schulischen Setting die erste Aktion, die einem in den Sinn kommt. Doch ist sie nicht immer – meistens nie – gerechtfertigt. Und so kommen wir wieder zur Phänomenologie: Auch Lehrende kennen diese negativen Gefühle, Gefühle von Sich-nicht-gesehen-fühlen. Das dürfen und müssen wir Lernenden auch sprachlich mitteilen. Wir zeigen Verständnis und bauen bei den Lernenden um uns herum ein Verständnis füreinander auf. Das klingt so phänomenal. Doch ist es sicherlich ein schwerer Weg, bis es so phantastisch ist, wie es klingt. Aber eines ist sicher: es lohnt sich.

    Ich selbst arbeite als Erzieherin in einem Kindergarten. Und auch in diesem Setting wird deutlich, welch‘ große Auswirkungen ein kameradschaftlicher, ungezwungener Umgang miteinander ist. Niemand ist allwissend. Und wir alle lernen. Jeden Tag. Immer wieder.
    Und deswegen ist es so wichtig, die eigenen Fähigkeiten zur objektiven Betrachtung zu schulen.
    Ich werde diesen Blogbeitrag im Herzen abspeichern und im beruflichen, sowie im freizeitlichen Alltag immer wieder ausgraben, verinnerlichen und trainieren.
    Vielen Dank für den tollen Denkanstoß!

    17. September 2020
    Antworten
  9. Janina Segebart sagte:

    So schön geschrieben, mir fehlte bis jetzt völlig der Zugang zur Philospohie. Aber Sie schaffen es ein zu beigeistern und offen für neue Denkanstöße zu sein. Seine eigenen Schwächen zu kennen und sie zu verstehen ist denke ich ein sehr erstrebenswertes Ziel. Ich nehme Provokation oft als Anlass zurechtzuweisen. Viel schöner ist es doch die Person zu überraschen mit positiven Gedanken, mit Verständnis, mit Humor.
    Zudem rühren mich die Geschichten ihrer dementen Mutter sehr. Eine furchtbare Krankheit, an der man die Vergänglichkeit des Lebens sieht, aber man erlebt auch viele herzliche, skurile, lustige und schöne Momente.

    18. September 2020
    Antworten
  10. Isabel Honold sagte:

    Weisheit – dieses Wort kam mir während des Lesens des Beitrags in den Kopf. Ich dachte zunächst es ist eine Art des „über den Dingen Stehens“, die Sie beschreiben. Aber es ist kein „darüber stehen“ im Sinne der Gleichgültigkeit, sondern eher das Gegenteil. Es ist wohl eher eine ganz intensive Auseinandersetzung mit den Phänomenen, die über den konkreten Situationen stehen. Sie sind nicht greifbar, man kann sie nicht sehen, riechen oder anfassen und trotzdem bestimmen sie unser Denken und Handeln. Genau diese Eigenschaft ist wohl auch der Grund, warum diese Wörter in der Grundschule kaum auftauchen. „Der Neid“ – ja das ist zwar auch eine Namenwort, aber man kann ihn nicht anfassen, also konzentriert man sich lieber auf Wörter wie „der Baum“, „die Blume“ oder „das Haus“.
    Auch ein Blick in die Literatur bestätigt die Relevanz dieser nicht – greifbaren Phänomene. Eines von unzähligen Beispielen sind „Die Räuber“ von Schiller. So ist es wohl kaum die körperliche Existenz in seiner sichtbaren und fassbaren Gestalt des Bruders Karl von Moor, sondern die Phänomene des Neids, des Liebesentzugs und der Rachsucht, die das Handeln des anderen Bruders Franz von Moor motivieren.
    Dieses von Ihnen beschriebene Wissen und die Einsicht über die Phänomene des Lebens so zu verinnerlichen, dass man in einer stressigen und emotionalen Situation in der Schule so besonnen und „weise“ reagiert, erscheint mir jedoch gerade als BerufsanfängerIn nicht für jede (n) leicht und braucht Zeit und auch Erfahrung. Und ich frage mich, ob es nicht auch notwendig ist die Dinge in ihrer Kleinkariertheit praktisch zu klären. Denn vielleicht sind gerade diese Erfahrungen wichtig, um die darüber stehenden Phänomene zu erkennen und gemeinsam mit den Kindern die Phänomene des Lebens zu erkunden. Und zu diesem Punkt des Begegnens auf Augenhöhe und der Wertschätzung der Kinder fällt mir abschließend noch eine Geschichte aus dem Schulpraktikum ein.
    Im Kunstunterricht sollten die Kinder das Sams (Figur von Paul Maar) malen. Ein Kind malte jedoch einen Kasten auf dem Wasser und bekam daraufhin zuerst Ärger von einer Erzieherin, die meinte er solle doch zuhören und die Aufgabe richtig machen. Der Lehrer jedoch zeigte ernsthaftes Interesse an dem Kunstwerk des Kindes und fragte nach, wo genau denn das Sams wäre. Das Kind erklärte, es sei in dem Kasten, denn dieser wäre ein Fernseher und er hätte eben das Sams im Fernseher gemalt. Der Lehrer führte ein angeregtes Gespräch mit dem Kind über sein Werk und begegnete ihm so auf einer Ebene. Und daran sieht man, wie Recht Sie haben mit der letzten Aussage : „philosophieren Sie gemeinsam mit den Kindern über alle Phänomene dieser Welt. Sie werden nachdenkliche, offene Gesprächspartner*innen finden, von denen Sie noch lernen können.“.

    18. September 2020
    Antworten
  11. Celina Tüngethal sagte:

    Negative Gegebenheiten werden oftmals negativ gehandhabt, sodass diese gern verdrängt anstatt realisiert und angenommen werden. Werden diese nun als Phänomene gesehen, eröffnet sich eine neue Perspektive, welche uns erlaubt auch in negativen Erlebnissen eine neue Erscheinung zu sehen.
    Dabei fällt mir ein, dass es uns oft schwerfällt es uns „recht“ zu machen. Wir leben leider in einer Gesellschaft in der oftmals Unzufriedenheit herrscht. „Es ist zu heiß.“, „Es ist zu kalt.“, „Das Eis ist zu süß.“, „Der Apfel ist zu sauer.“, „Wir haben nicht genügend Geld.“, „Unser Urlaubsort ist nicht weit weg genug.“, und so weiter. Tag täglich hören wir Unzufriedenheit, da der Mensch immer nach Erfolg und „mehr“ strebt. Wir sollten dahingegen in all diesen Dingen die Phänomenologie hinzuziehen, um einen neuen Blick auf diese Unzufriedenheit zu erhalten. Wir sollten die Dinge so akzeptieren wie sie sind und unseren positiven Nutzen daraus ziehen. Außerdem sollten wir nicht stetig Perfektion anstreben und uns dagegen auch mit kleineren Erfolgen und möglichen Makeln zufriedengeben beziehungsweise diese tolerieren. Des Weiteren vergessen wir oft dankbar für das zu sein, was wir haben, anstatt dem hinterher zu trauern, was wir nicht haben. Die Phänomene der Wertschätzung und der Dankbarkeit sind sehr kostbar und dürfen nicht vernachlässigt werden, da wir uns durch diese unseres Besitzes bewusst werden. Dabei ist nicht nur die Rede von materiellem Besitz, sondern auch von geistigem Eigentum, welches Wissen, Erinnerungen und Emotionen miteinschließt.
    Zusammenfassend ist zu sagen, dass Phänomene öfter auf unser Leben bezogen werden sollten, sodass Situationen auch aus anderen Blickwinkeln beurteilt und nachvollzogen werden können.

    21. September 2020
    Antworten
  12. Gina Marie Vogt sagte:

    Während ich diesen Beitrag gelesen habe, ging mir ein Wort durch den Kopf – inspirierend. Ich finde es sehr inspirierend, zu anderen Sicht- und Denkweisen angeregt zu werden, und genau das vermittelt Ihr Beitrag für mich. Einen Satz finde ich besonders schön: „Wenn Sie Ihre Schwächen kennen, können Sie wachsen.“. Ein Punkt, der meiner Meinung nach in unserer Gesellschaft viel zu kurz kommt. Schwächen zu erkennen und sich selbst einzugestehen wird als Schwäche anerkannt und deswegen suchen viele Leute die Fehler bei anderen, anstatt sich mit sich selbst auseinanderzusetzen – weil es so einfacher ist.

    Danke für diesen erinnerungswürdigen Eintrag! Ich werde ihn immer im Hinterkopf behalten, da ich glaube, dass sich das Leben viel einfacher gestalten kann,, wenn man sich diese Worte behält.

    23. September 2020
    Antworten
  13. Saskia Heindl sagte:

    In ihrem Beitrag finde ich mich sehr gut wieder. Ich musste daran denken, dass auch ich oft nicht so behandelt wurde, wie ich es anderen gegenüber tat. Als junge Frau wird man nicht immer ernst genommen. Und das ärgert mich doch auf jedes mal, dabei kann ich es nur schwer ändern. Und ich kann mir vorstellen, dass es auch den SuS so geht, dass sie oft nicht für voll genommen werden, „weil sie ja noch Kinder sind“. Oft vergessen wir, dass wir alle die gleichen Probleme und Ängste verspüren. Sehen oft nur unser Leid, weil es nun mal einfacher ist und wir irgendwo hoffen, dass es uns besser gehen könnte – „so gut wie den anderen“. Die Welt hat viele Phänomene und sie alle beschäftigen uns. Deshalb haben Sie absolut recht, dass wir sie auch mit den SuS besprechen sollten. Damit sie vielleicht nicht die gleichen Fehler machen müssen wie wir und damit wir alle voneinander lernen.

    24. September 2020
    Antworten
  14. Maria Lorenzi sagte:

    Es stimmt, das Leben ist ein Filmstreifen, auf dem die einzelnen Bilder der Phänomenologie nacheinander fortlaufen. Manchmal kaum begreifbar, so schnell sie im Kino gespielt werden. Aber zum Glück können wir zu Hause mindestens manche Bilder aus dem Speichergedächtnis aufrufen und nachdenken. Was ist eigentlich geschiet? Was ist in dem Moment dem Menschen passiert? Warum ist es passiert? Was hat er sich dabei gedacht? Bin ich nur Zuschauer, oder bin ich für das Glück oder die Trauer dieses Menschen (zum Teil) zuständig? Bin ich die Ursache oder kann ich eine Lösung sein? Manchmal sind wir in dem Jetzt nicht schnell genug, um zu verstehen, worum es eigentlich einem Anderen geht. Manchmal schauen wir nur nach innen und können nicht was draußen ist, sehen. Manchmal denke ich, dass die einigen, die sich nicht so viele Sorgen um die Anderen machen, es einfach haben. Es wäre einfacher, die Augen vor der Dunkelheit der Anderen zu schließen. Aber dann ist eben die Dunkelheit schon in uns drinnen. Die Anderen sprechen uns an, mit ihren Worten, Gesten, Entscheidungen. Sie können uns inspirieren, aber auch erniedrigen. Oder bilden wir es uns nicht einfach ein? Wir können zusammen gestalten, zusammen entdecken, was eigentlich los ist. Nur allein Grübeln bringt Dunkelheit. Die Begegnung bringt Offenheit und neue Ansichte.

    27. September 2020
    Antworten
  15. Madeleine Joost sagte:

    Vielen Dank für diesen Beitrag, bei dem mir tatsächlich das Wort „Güte“ sofort einfiel, welches sich auch in den Schlagwörtern befindet. Güte ist für mich eine warmherzige Haltung, bei dem vorerst nichts Böses unterstellt wird, „Fehl“verhalten verziehen wird und negative Gefühle angenommen werden können. In solch einem Klima können wir als Menschen wachsen und uns angstbefreit entwickeln. Die Schule und Klassengemeinschaft sind ein wichtiger geschützter Ort für die meisten Kinder und es ist so wichtig, dass sie dort nicht permanent in ihrer Person kritisiert werden.
    Interessanterweise fühle ich mich von SuS überhaupt nicht provoziert, denn ich weiß, dass es nichts mit mir als Person zu tun hat. Ihrer Aufforderung sich selbst zu ergründen, kann ich vollends zustimmen. Denn Dinge, die mich persönlich irritieren, haben ja etwas mit mir zu tun und wie ich gelernt habe damit umzugehen. Vielleicht auch eine Anregung, sich wirklich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
    Ich finde Ihren Ansatz bei Ihrer dementen Mutter sehr inspirierend, denn was bringt es auch, jemandem eine „richtige“ Sicht der Dinge aufzuzwingen? Was im Kunstunterricht eigentlich oft gepredigt wird, nämlich möglichst wertungsfrei und ohne Vorgaben, sollten wir versuchen in allen Bereichen anzuwenden. Natürlich haben wir auch eine moralische Erziehungsfunktion, die aber meist über eine gute Beziehung zueinander am besten funktioniert. Denn wir als soziale Wesen wollen von anderen verstanden, akzeptiert und wertgeschätzt werden. Sprechen und philosophieren wir also mehr über Phänomene, die uns begegnen.
    In diesem Sinne, danke für den Beitrag und die Anregung zum phänomenologischen Ansatz!

    2. Oktober 2020
    Antworten
  16. Verda Özdemir sagte:

    Zuvor habe ich mir die Lebenseinteilung in Phänomenen nicht aktiv überlegt. Nach diesem Beitrag ist mir schnell ist die Erkenntnis gekommen, dass das Leben in Phänomene einzuteilen durchaus unsere Lebensqualität steigert. Obwohl es viele „hässliche“ Phänomene gibt, wie zum Beispiel Rachsucht, Gehässigkeit, Mobbing etc., die uns im Alltag allgegenwärtig sind, sollten wir uns auf die positiven Phänomene der Güte, Großzügigkeit und Empathie konzentrieren. Mit dieser Philosophie müssen wir als LuLs den Kindern das Wertschätzen dieser positiven Erkenntnisse mitgeben. Wir sollten die Kinder somit frühzeitig zum Nachdenken anregen und denselben Effekt mitgeben, den dieser Beitrag in uns ausgelöst hat.

    6. Oktober 2020
    Antworten
  17. Katharina Naasner sagte:

    Das Leben in Phänomene einzuteilen, war für mich völlig neu. Die Frage nach dem warum stellt sich für mich häufig und hat den Hintergrund, Geschehenes zu verstehen, zu reflektieren und besser darauf reagieren zu können. Vielleicht ist es richtig, das dieses Ursache-Wirkung-Spiel zermürbend ist. Jedoch ist es auch hilfreich, um den Menschen als Ganzes wahrzunehmen.
    Die Einteilung in Phänomene verschafft wahrscheinlich eher eine gesunde Distanz zum Geschehenen und verleiht dem Umgang damit eine gewisse Leichtigkeit. In dieser Weise die Welt wahrzunehmen, lässt Platz für Humor und die Fähigkeit das Leben so zu nehmen ,wie es kommt.

    9. Oktober 2020
    Antworten
  18. Anja Pohlmann sagte:

    Dieser Beitrag hat meinem schon vorhandenen Gefühl eine Form gegeben. Ich habe schon oft gedacht, dass eine Lehrkraft die Fähigkeit braucht auf die Provokationen der SchülerInnen nicht direkt zu reagieren, sondern sie erst verstehen und nur dann, aus einer reflektierenden Position, handeln. Der Begriff „Phänomenologie der Lehre“ gibt meinen Überlegungen gleich einen Namen. Im pädagogischen Alltag würde es bedeuten, dass ich als Lehrerin die Möglichkeit wahrnähme, innerlich ein Schritt zurück zu gehen und das Geschehen zu benennen: „Provokation“, „Verlogenheit“, „Neid“, „Ängstlichkeit“ oder im Gegenteil z. B. „Großzügigkeit“, „Mitgefühl“. Dann habe ich kein(e) „ProblemschülerIn“ vor mir, sondern ein Kind, dass ein Phänomen in unsere Beziehung einbringt. In diesem Fall empfinde ich als Lehrerin nicht Ärger und Hilflosigkeit, sonst Interesse und Neugier.

    12. Oktober 2020
    Antworten
  19. Helen Naujoks sagte:

    Oft sind wir Gefangene in den Dramen unserer eigenen Geschichten und wir machen uns gerne selbst zu Opfern der Umstände. Wie oft habe ich von Freunden und auch von mir schon gehört: „Warum ist das ausgerechnet mir passiert?“ Und wie oft habe ich gedacht: „Warum denn auch nicht? Ganz schön narzisstisch zu glauben, das Leben würde sich ausgerechnet auf mich als Opfer stürzen. Das Leben ist doch nicht absichtlich gerecht oder ungerecht, auch wenn wir das so empfinden.“ Das Leben in Phänomenen zu erfassen, verhindert, dass wir uns selbst und andere, in unnötige Dramen verstricken. Vom Theater können wir da viel lernen, denn es betrachtet die Welt auch in Phänomenen.
    Sich selber und seine Situation aus der Distanz beurteilen zu können, von seiner eigenen Position Abstand zu nehmen und drauf zu schauen, als sei man ein Fremder, das sind hilfreiche Techniken, die es Schauspieler*innen ermöglichen, eine Rolle zu spielen. Wenn wir uns als Lehrer*innnen auch in einer Rolle betrachten können, dann fällt es uns vielleicht leichter (und vielleicht macht es sogar Freude) eine reflektierende Haltung zu uns und unserem Verhalten und den Provokationen da draussen einzunehmen. Humor, Witz und Selbst-Ironie braucht ja auch immer ein gesundes Quäntchen Distanz zu der Situation und zu sich selbst. Das Leben in Phänomenen zu betrachten, schafft diese nötige Distanz.

    16. Oktober 2020
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  20. Sonja Guicking-Nuber sagte:

    In den Jahren, in denen ich in der Schule beschäftigt war, hatte ich oft genau dieses Gefühl, dass manchen Lehrkräften etwas fehlt – ein distanzierter Blick auf das Verhalten der Kinder. Ich habe öfters miterlebt, wie Kinder wegen störendem Verhalten abgestraft und zusammengestaucht wurden. Die Lehrkraft reagierte emotional und unreflektiert, sie war beleidigt. Es kam ihr gar nicht in den Sinn zu überlegen, warum sich das Kind so auffällig verhielt. Tatsächlich gab es meiner Erfahrung nach immer einen triftigen Grund, dass sich die Kinder auffällig verhielten. Und ein verständnisvolles Gespräch zwischen LK und Kind hätte sicher eine nachhaltigere und konstruktivere Wirkung gehabt, als das bloße Abstrafen. In diesem Zusammenhang hatte ich ein sehr schönes und auch sehr philosophisches Gespräch mit einem Jungen (3.Kl.), der sehr genau erkannte, dass es einen Unterschied zwischen dem Abstrafen / Ablehnen der Person und der Folge auf ein unerwünschtes Verhalten gibt. Die „Kindliche Weisheit“ hat mich sehr angerührt und zugleich beschämt, dass Kinder manchmal den Erwachsenen überlegen sind, aber trotzdem so ausgeliefert…Insofern kann uns als zukünftige Lehrkräfte die „Phänomenologie der Lehre“ helfen, sich mit diesen Themen reflektierter auseinander zusetzen und zu reagieren.

    16. Oktober 2020
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  21. Dana Kixmüller sagte:

    Mitmenschen, kleine und große, von denen wir uns provoziert fühlen, fordern uns (meiner Meinung nach) dazu auf, dass wir uns mit ihnen auseinandersetzen.
    Im Umgang mit Menschen geht es darum, ein Gespräch miteinander zu führen. Sind wir voreingenommen, vermeiden wir eine echte Begegnung. Wir können aber auch Raum lassen für verschiedene Deutungen, und dann können wir uns auf andere einlassen.
    Die „Phänomene des Lebens“ von oben habe ich für mich zugeordnet nach einerseits einer starken Selbstbezogenheit: Neid, Rachsucht, Eitelkeit und Gehässigkeit und noch vieles andere mehr. Andererseits können wir uns auch bewusst öffnen für unsere Mitmenschen mit Güte, Verzeihen, Großzügigkeit und Einfühlsamkeit.
    Mein Praktikum an der Grundschule habe ich begonnen in einem Anfangszustand von Euphorie und Idealismus. Ich war also ziemlich verblendet. Natürlich wurde ich enttäuscht. Viele unschöne Dinge musste ich miterleben, von denen ich meine, es sollte so nicht sein an einem Ort für Kinder. Trotzdem denke ich, es ist angebracht, dass ich von meinem hohen Sockel herabsteige und ich die Realität ungeschönt auf mich wirken lasse. Denn was es wirklich braucht, ist nicht Entsetzen, Trauer oder Wut. Wenn ich für mich allein traurig und enttäuscht bin, hilft es niemanden. Mir nicht, und den Kindern auch nicht. Fühlen wir uns provoziert, können wir uns zurückziehen und ärgern bis in alle Ewigkeit. Oder wir gehen es an und suchen das Gespräch, eine echte Begegnung. Für mich, für diese Grundschule und auch die anderen Schulen, für uns alle wünsche ich mir mehr Rücksichtnahme, Nachsichtigkeit und Sorgfalt im Umgang miteinander.

    17. Oktober 2020
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  22. Linda Guse sagte:

    Vielen Dank, der Beitrag regt dazu an, die Dinge und Verhaltensweisen anderer und von uns selbst nicht nur oberflächlich zu betrachten. Eine Einteilung und Betrachtung nach Phänomenen ist eine schöne Idee, um sich viele Dinge bewusst zu machen. Erst wenn man sich der Phänomene des Menschseins mit seinen Ängsten und Sorgen und auch seelenvolle Phänomene von Mitmenschlichkeit und Gute (angefangen bei sich selbst) bewusst ist, kann man sie bei Anderen verstehen. Wünschenswert wäre es, wenn es Lehrpersonen gelingen würde ein Verständnis dafür zu vermitteln und das Verhalten von Kindern zu durchleuchten und ihnen nicht nur respektvoll, sondern auch verständnisvoll und wertschätzend zu begegnen. In diesem Fall können Kinder und Lehrende eine Menge voneinander lernen.

    19. Oktober 2020
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  23. Bonita Wettermann sagte:

    Dieser Beitrag war für mich sehr inspirierend und gab mir einen großen Denkanstoß. Mir war bis jetzt nur die Einteilung in Kategorien bekannt und bis dato nicht die Einteilung in Phänomene. Es öffnete mir die Augen, genauer über solche Phänomene, egal welche auf einen zukommen, egal wie klein und nicht von all zu großer Bedeutung sie sind, darüber nachzudenken und zu reflektieren. In vielen Situationen lässt man den Konflikt im Raum stehen, um möglichen Konsequenzen und weiteren Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Dabei ist es aber viel wichtiger, sich damit auseinanderzusetzen, versuchen damit umzugehen und mögliche Lösungsansätze zu finden. Es ermöglicht uns somit mit weniger Angst und mehr Selbstvertrauen an die auftretenden Phänomene heranzutreten und mit Besserung an die kommenden oder wieder auftretenden Phänomene, nicht nur als Lehrkraft sondern als Person im alltäglichen Leben, besser damit umzugehen und entgegenzuwirken.
    Abschließend finde ich die Äußerung „Wenn Sie Ihre Schwächen kennen, können Sie wachsen“ auf den Punkt gebracht und darüber sollte man sich bewusst sein und anknüpfen.

    22. Oktober 2020
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  24. Julia M. Erkel sagte:

    Das Zitat von Jaspers als Einleitung in dieses Thema zu wählen, hätte besser nicht sein können. Kinder sagen immer was ihnen in den Kopf kommt, sie fragen die interessantesten Fragen, welche man sich selber wohlmöglich nie gestellt hätte.
    Ich habe durch meine kleine Tochter regelmäßig das große Glück über die lustigsten und interessantesten Fragen zu philospohieren und antworten zu suchen. Das ist oft sehr inspirierend. Kinder sind oft der Schlüssel zur eigenen Phantasie. Es ist ein sehr interessanter Gedanke, unser Verhalten/ Leben in unterschiedliche Phänomene einzuteilen, dieser Ansatz war für mich neu. Er scheint aber sehr einleuchtend. Dadurch können wir viele unangenehme Sitautionen und Stress für uns und andere vermeiden. Andere Ansätze zu finden, mit verschiedensten Gegebenheiten umzugehen, finde ich sehr spanend. Herzlichen Dank für diese neue Sichtweise.

    22. Oktober 2020
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  25. Jenni sagte:

    Die Einteilung in Phänomenen ist für mich ein vollkommen neuer Gedanke. Allerdings ein sehr schöner und bereichernder! Ich selbst versuche immer darüber nachzudenken, aus welchen Gründen eine Person etwas tut. Ich denke und habe das Gefühl, dass diese Reflexion die Möglichkeit schenkt, offener den Menschen gegenüber zu sein. Gerade in der Schule könnte das Mobbing vorbeugen, wenn die Kinder diesen Gedanken vermittelt bekommen. Auch Humor kann, wie es hier erwähnt wird, das negative in „Fehlern“ nehmen, was meiner Meinung nach ebenso ein sehr schöner Gedanke ist und gerade in der Schule, wo es gezielt um das lernen geht, mir absolut wichtig erscheint, damit die Kinder den Spaß am Lernen und am Miteinander nicht verlieren! Ich finde es super, wie in diesem Beitrag viele verschiedene Beispiele die Thesen verdeutlichen!

    27. Oktober 2020
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  26. Jennifer Schlemmer sagte:

    Dieser Beitrag ist wirklich erleuchtend und erinnert mich etwas an die Psychologie. Man spricht über alltägliche Dinge und versucht sie beim Namen zu nennen, sodass man eine Erklärung erhält und mit dieser dann leben kann. So scheint es auch hier zu funktionieren. Doch nur weil ein Phänomen nun einen Namen trägt, heißt es nicht, dass es gut ist. Man denkt viel zu wenig über Phänomene nach, indem man sein Leben kategorisiert. Doch was ist wenn wir dieses Kategorisieren aufbrechen? Wir sollten uns wieder öfter mit den Kleinsten unserer Gesellschaft unterhalten und gemeinsam florieren, denn diese Wesen wissen es noch ganz genau, zwischen alldem Schwarz und Weiß, gibt es eben auch noch gelb, orange, rot, und so vieles mehr!

    27. Oktober 2020
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  27. Pauline Höfel sagte:

    Dieser Beitrag über die Phänomenologie der Lehre gab mir einen ganz neuen Blick auf die Dinge der Welt und den Beruf der Lehrkraft.
    Für mich ist es neu, dass Provokation, Gehässigkeit, Neid etc. der Gliederung der Phänomenen zugeordnet wird. Es gibt viele Negative aber auch positive Phänomene, wie im Beitrag genannt die Güte, die Menschlichkeit oder auch die Einfühlsamkeit. Negativen Phänomenen müssen wir entgegenwirken können und lernen damit umzugehen. Vor allem als Lehrkraft müssen wir bei manchen dieser Phänomene abwägen können, ob wir diese nun unkommentiert lassen oder uns damit Auseinandersetzung und das Gespräch zum Kind suchen.
    Jeder Mensch, egal ob Kind oder Erwachsen hat die hier genannten Phänomene in seinem/ihrem Leben bereits erleben dürfen oder erleiden müssen.
    Vielen Dank für diesen sehr informativen und zum Nachdenken anregenden Beitrag!

    27. Oktober 2020
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  28. Friederike Duckwitz sagte:

    Bevor ich diesen Artikel las, dachte ich noch nie darüber nach, das Leben in Phänomenen zu gliedern. Die Einteilungen in Gut und Böse oder Fair und Unfair sind bekannt. Jedoch eben nur auf diese Art und Weise. Das Beispiel des Schülers/der Schülerin, welche sich provozierend gegenüber der Lehrkraft verhält, indem er/sie unverschämt ist und die Mitarbeit verweigert ist sehr interessant zu verfolgen. Das gesellschaftliche Phänomen der Provokation ist schwer zu überdauern. Daher ist es wichtig, sich selbst über seine Grenzen und Schwächen bewusst zu sein. Wie sie beschrieben haben, können nur so aus den Schwächen Stärken werden. Durch Humor, Witz und Übertreibung kann Provokation als solche überwunden werden. Hier ist, meiner Meinung nach, der Überraschungseffekt von Bedeutung. Rechnet der Schüler/die Schülerin nicht mit solchem Verhalten der Lehrkraft, ist er/sie erstmals verwundert. Das Phänomen der Provokation konnte bewältigt werden, da die Lehrkraft dieses erkannt und passend darauf regiert hat. Desweiteren kann dem Schüler/der Schülerin ein Verständnis seitens der Lehrkraft vermittelt werden, was zu einer besseren Schüler-Lehrer-Beziehung führt. Nach ähnlichem Prinzip können andere Phänomene des Lebens beseitigt werden. Durch die Auffassung, dass diese negativen Verhaltensweisen als Phänomene des Menschen angesehen werden, kommt es, wie Sie betont haben, zu einer humanen Welt.

    27. Oktober 2020
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  29. Celina Popp sagte:

    Für mich war die Erkenntnis neu, dass die Lehre und das Leben sich in Phänomene einteilen lassen. Jedoch erschloss sich mir dieser Gedankengang nach dem Lesen des Beitrages.
    Ein Beispiel aus dem Unterricht heranzuführen ist meines Erachtens nach sehr zutreffend bezüglich dieser Einteilung in positive sowie negative Phänomene.
    Da Lehrkräfte tagtäglich mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenarbeiten, erleben sie stets neue und ereignisreiche Situationen. Diese Situationen sind nicht immer positiv, weshalb sie auch die negativen Situationen Händeln müssen. Nun ist es kritisch zu wissen, inwiefern bestimmte Verhaltensauffälligkeiten von Kindern stets intensiv hinterfragt werden sollten. Denn es ist wichtig, als Lehrkraft personenunabhängig sowie vorurteilsfrei zu agieren. Aus diesem Grund sollte die Lehrkraft das negative Verhalten von Kindern hinterfragen. Warum agiert das Kind in dieser Situation so passiv und provokativ? Was steckt hinter diesem Gefühlsausbruch? Denn nur so kann die Lehrkraft bestimmte Phänomene des Lebens deuten und ein Verständnis für individuelle Persönlichkeiten erlangen. Leider begegnen einem die negativen Phänomene auch im Leben, weshalb es wichtig ist, diese zu erkennen und gut vorbereitet zu sein, wenn einem diese Phänomene den Weg kreuzen.
    Dieser Beitrag über die Phänomenologie der Lehre verschaffte mir neue Erkenntnisse in Bezug auf das alltägliche Leben und den Beruf der Lehrkraft. Denn das Leben ist vielfältig und nicht einseitig, weshalb es wichtig ist, jede Facette des Lebens aufzuzeigen.
    Vielen Dank für diesen sehr informativen und lehrreichen Beitrag und den Einbezug sehr persönlicher Beispiele Ihrerseits.

    27. Oktober 2020
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  30. Jenny N. sagte:

    Der Beitrag ist eine gute Möglichkeit für Lehrende die eigene Einstellung gegenüber typischen Verhaltensweisen von Schüler*innen zu überdenken. Durch praktische Erfahrungen an einer Grundschule konnte ich viele dieser Phänomene beobachten. Die Lehrerin dieser Klasse konnte gut damit umgehen, denn sie hat die Schüler*innen nicht gefragt warum sie sich so verhalten haben. Sie steuerte eher das eigene Bewusstsein über das Handeln der Schüler*innen an.
    Es ist deutlich schwer einige der genannten Phänomene zu akzeptieren und nicht voreilig zu handeln. Doch als zukünftige Lehrkraft sollte ich lernen bzw. überhaupt erstmal versuchen Phänomene hinter dem Verhalten von Kindern zu erkennen und so durch Selbsterkenntnis mein Verhalten steuern. Der Mensch hat den Drang spontan zu handeln doch die Komplexität des Lebens erschwert dies. Daher finde ich es sehr gut, dass Akzeptanz und keine Verwendung von Oberflächlichkeit, wie es hier in diesem Beitrag beschrieben wird, angesteuert werden sollte.

    29. Oktober 2020
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  31. Velvet Obier sagte:

    Vor allem der Punkt, dass so viel beschönigt wird und oberflächlich getröstet wird, löst etwas in mir aus. Ich denke, dass ist genau das was vielen das Problem bereitet zu denken “ ich bin nicht gut genug oder ich bin falsch oder ich bin zu schwach“ oder oder oder. Weil so oft bei Kindern alles heruntergespielt, beschönigt und oberflächlich „abgetröstet“ wird, obwohl die Kinder selbstverständlich doch merken, dass es eben doch schlimm ist und nicht der vorgegebenen Wahrheit vom Erwachsenen entspricht. Sie werden also mehr oder weniger belogen und fangen an ihre eigenen Gefühle zu hinterfragen oder, wie es bei vielen Erwachsenen der Fall ist, zu unterdrücken. Ich denke auch das ist Teil dessen, dass man sich dann als Lehrer*In schnell durch z.B Provokation getriggert/ persönlich angegriffen fühlt, weil es schwer fällt zu differenzieren, in Phänomenen zu denken und danach zu handeln und eben auch weil sich viele ihrem Innersten verschliessen bzw. garnicht mehr wissen was einem sein Gefühl eigentlich sagt UND das dieses Gefühl völlig in Ordnung und normal ist. Gehen wir also auf die Kinder ein, indem wir in Phänomenen denken und ihnen klarmachen, dass auch „negative“ Ereignisse und Gefühle normal sind und dazu gehören und sie merken, dass es von echtem Interesse zeugt, werden die Kinder meines Erachtens nach im besten Fall auch danach denken und handeln und ziehen daraus etwas positives für ihre Persönlichkeitsentwicklung und dem Umgang mit vielleicht auch schwierigen Situationen. Ich bin vielleicht etwas ausgeartet aber ich hoffe dennoch, dass man nachvollziehen kann, was ich sagen möchte.
    Die Phänomenologie der Lehre aufs Leben und das Miteinander aller Menschen dieser Welt bezogen, würde unsere Welt auf jeden Fall um einiges schöner und friedvoller machen.

    30. Oktober 2020
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  32. Anica Schiede sagte:

    Die Einteilung in Phänomene war mir so vorher noch nicht bekannt. Aber sie erscheint mir logisch bzw. eher hilfreich!!
    Ich arbeite bereits neben dem Studium als Lehrkraft und werde täglich vor Herausforderungen gestellt, auf die ich mittlerweile schon anders reagiere. Anfangs noch ,wie geschildert, mit Überforderungen und auch des Öfteren mit dem Heben der Stimme. Doch was bringt mir das?? Schnell wusste ich, dass ich so nicht zum Ziel komme, denn ich möchte ja, dass die Kinder mit mir Lernen, von mir Lernen und das auf Augenhöhe. Ich möchte niemand sein, vor dem sie Angst haben.
    Auch wenn mir das bereits vor dem Seminar klar wurde, so erscheint mir der Weg danach und nach dem Auseinandersetzen mit der „Phänomenologie der Lehre“ noch viel klarer.
    Wenn ich nun in eine problematische Situation mit dem Klassenclown gerate, löse ich sie durch Performanz und Humor. Ich habe mich dadurch auch noch ein ganzes Stück mehr kennengelernt und gehe mit solchen Dingen lockerer um und nehme sie nicht mehr gefrustet mit nach Hause und zweifle an mir und meinem Berufswunsch.
    Doch nicht nur der spontane Umgang mit eben solchen Situationen ist mir nach der Auseinandersetzung nun klarer, sondern vielmehr denke ich über die Ursachen dieses Verhaltens nach!
    Warum agiert der Schüler/die Schülerin in dieser Weise? Liegt es vielleicht an mir?
    Nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme und dem Aufbringen von Verständnis kann eine gute Schüler-Lehrer-Beziehung entstehen. Denn, wenn wir aneinander vorbeireden oder nicht auf einer Ebene kommunizieren, werden wir immer wieder auf Provokation aufgrund von Unverständnis stoßen und nie zu einer beidseitigen Zufriedenheit kommen.
    Dieser Beitrag hat mir in jedem Fall viel für das Denken als zukünftige Lehrkraft gebracht bzw. mir beim Umdenken geholfen oder dazu angeregt!!
    Vielen Dank!!

    31. Oktober 2020
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  33. Anne sagte:

    Wie einigen der vorherigen Kommentator*innen, geht es auch mir so, dass ich vom Einteilen der Lehre und des Lebens in Phänomene als solches noch nie zuvor gelesen habe. Doch dieser Ansatz begeistert mich. Denn trotzdem die Thematik neu für mich war, habe ich mich während des Lesens selbst darin wiederfinden können und gemerkt, dass ich mir in bestimmten Lebenslagen bereits ähnliche Gedanken gemacht habe. Es scheint für mich unglaublich sinnvoll und hilfreich, vor allem in Problemlagen, den Blick vom persönlichen Einzelfall weg auf das große Ganze zu richten. Bestimmte Sachverhalte als Phänomene der Gesellschaft und somit als menschlich zu betrachten, kann manchmal ein sehr beruhigend wirken, besonders wenn man sich in dem Moment mit irgendeiner Sache allein fühlt.
    Ich persönlich finde es wichtig, dass eine Lehrperson ihr eigenes Verhalten in schwierigen ggf. wiederkehrenden Situationen mit Schüler*innen reflektiert und überlegt, welche Reaktion sinnvoll wäre und welche eher nicht und was die dementsprechende Wirkung sein könnte. Vor allem der Stichpunkt „personenunabhängig“ ist dabei auch in meinen Augen sehr wichtig.
    Sowohl positive als auch negative Dinge, welche Kinder, Lehrpersonen und auch alle anderen Menschen beschäftigen, als gemeinschaftlichen Angelegenheit zu sehen und sich dahingehend über Erfahrungen auszutauschen, kann sicherlich einen sehr wünschenswerten Einfluss auf zwischenmenschliche Verbindungen haben.

    31. Oktober 2020
    Antworten
  34. Melissa Ertizman sagte:

    Der Beitrag hat mir sehr gefallen! Es war schon immer ein Teil meiner elterlichen Erziehung, dass ich mich stetig selbst hinterfrage, in mich hinein horche wenn es mir schlecht geht oder ich mich in einer Konfliktsituation mit meinen Mitmenschen befinde. Meistens reicht es schon aus kurz aus seinem Körper „rauszutreten“ und die Situation von außen zu betrachten. Wenn ich mir selbst darüber im Klaren bin wie es mir geht, was ich fühle, was mich stört und aufregt und vorallem wie ich damit umgehe, lässt sich davon meist ableiten warum meine Mitmenschen sich mir ggü. so verhalten wie sie es eben tun. Wir sollten viel mehr aufeinander achten und auch fremdes Verhalten als das betrachten was es eben ist: ein Ausdruck und eine Wiederspiegeldung, meist auch eine Folge von Emotionen und Gedanken die das Individuum beschäftigen. Das Zitat was mir abschließend dazu einfällt stammt von Marion Ziesmer: „Nur wer etwas von sich selbst freigibt, kann die Kinder auf dem Bildungsweg befreien“!

    31. Oktober 2020
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  35. Patrick Schumann sagte:

    Ein Beitrag der sehr zu empfehlen ist!
    Viel zu oft wird im heutigen Unterrichtsalltag, wenn nicht sogar im gesamten Leben stark subjektiv gehandelt, ohne dabei auf das gegenüber und sich selbst einzugehen. Sich zu hinterfragen, das eigene Ich ständig zu bilden, zu entwickeln um einen Prozess des Stillstands zu verhindern ist relevant, wenn man das Gegenüber, den Mensch aber auch das Tier mit dem kommuniziert wird , zu verstehen und seine Handlung, sein machen, sein Werken nachempfinden zu können. Mir fällt das bekannte Zitat “ Das Auge ist der Spiegel unserer Seele“ hierzu ein. Erst wenn wir selbst reflektieren, aus uns herautreten und den Blickwinkel auf uns selbst ändern, können wir das Große und Ganze verstehen, daß was uns vielleicht belastet oder was andere im derzeitigen Moment an uns stört. Menschen reagieren nur auf die Reaktion anderer Menschen. Erst wenn wir uns öffnen und zeigen, unser Ich öffnen und der wer wir sind Offenbaren, können wir es schaffen Kindern Bildung zu zeigen.

    31. Oktober 2020
    Antworten
  36. Antonia R. sagte:

    Im Studium ist mir der Begriff des Phänomens schon im Sachunterricht begegnet. Hierbei ist die Vorstellung eines Phänomens jedoch eher etwas wie: Warum brennt die Kerze? (Feuer als Phänomen) oder wie schwimmt ein Schiff?
    Der Blickwinkel, eine Provokation als Phänomen zu sehen wäre mir nicht wirklich in den Sinn gekommen, weshalb ich diese Ansicht umso interessanter finde. (Danke für diese neuen Einsichten.) Den Blick auch auf sogenannte gesellschaftliche Phänomene zu richten ist nämlich auch genauso wichtig, wie z.B. Naturphänomene im Sachunterricht. Der Text auch meinen Blick auf Phänomene erweitert, da dieser Bereich doch mehr umfasst, als ich gedacht habe wie auch Phänomene wie Eitelkeit, Ichbezogenheit etc. Viele dieser genannten Phänomene treten auch in bekannten literarischen Texten auf, die in der Schule behandelt werden. Deshalb ist es wichtig diese zu erkennen, da sie den Kindern in der Schule auch beim Verstehen helfen. Im großen und ganzen sind Phänomene für uns auch Teil unseres Alltags, da sie uns immer begegnen.

    31. Oktober 2020
    Antworten
  37. Lina-Marie Ciesla und Carla Osterholz sagte:

    Vor dem Lesen des Artikels hätten wir das Verhalten der Kinder nicht den verschiedenen Phänomenen zugeordnet. Erst durch das Lesen ist uns diese Möglichkeit bewusst geworden und hat uns Impulse gegeben bestimmte Situationen während des Praktikums zu hinterfragen. Durch die Beschäftigung mit dem Phänomen und nicht mit dem Kind kann eine unabhängigere Beurteilung stattfinden (Beschäftigung mit Phänomen statt mit „Problemschüler“). Somit kann die Stigmatisierung möglicherweise abgelegt werden. Im Vordergrund steht das Hinterfragen des Phänomens. Jedes Phänomen hat einen Ursprung und hinter dem Auftreten des Phänomens steht immer ein Grund. Dieser kann individuell in der Situation auftreten, oder aber auch schon in der Vergangenheit entstanden sein. Auch die Gesellschaft beinhaltet bestimmte Phänomene, die sowohl positiv als auch negativ auftreten können. Daher sollte das Problem nicht immer nur bei einem Schüler oder einer Schülerin gesucht werden, sondern dieses Phänomen ist auch bei anderen Kindern zu finden.
    Wie schon Newton sagte: „Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ein Ozean.“ Hinter den kleinsten Situationen und Ereignissen können die größten Bedürfnisse stehen.

    1. November 2020
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  38. Carla Prohl sagte:

    Von der Idee, die Ereignisse oder Erscheinungsformen im Leben in Phänomene einzuteilen, habe ich zuvor noch nie etwas gehört, muss aber sagen, dass diese Vorstellung sehr interessant und in diversen Lebensbereichen sehr passend ist. Gerade das angeführte Beispiel mit einem störenden Schüler im Unterricht verdeutlicht, dass es viele Situationen gibt, die von uns vielleicht einfach aus einem falschen, zu oberflächlichen Blickwinkel betrachtet werden. Häufig werden bestimmte, vielleicht regelmäßig auftretende Vorkommnisse nicht ausreichend hinterfragt, was häufig dazu führt, dass sie immer und immer wieder auftreten, wie eine Art Kreislauf. Allerdings ist es möglich diese Dinge ein Stück weit zu kontrollieren, indem man zunächst sich selbst reflektiert und sein Verhalten kritisch betrachtet, um eventuell am Ende zur Idee eines besseren Vorgehens zu gelangen. Dies kann aber erst gelingen, wenn wir uns selbst auch auf diese Art von Betrachtung der „Phänomene“ voll und ganz einlassen.

    Gerade im Lehrberuf können diese Phänomene durchaus helfen den Schulalltag leichter und angenehmer zu gestalten, indem wir Situationen im Unterricht (z.B. Besserwisserei, Selbstdarstellung, Verweigerung) von Anfang an bewusster und stärker gegenübertreten. Negative Phänomene näher zu betrachten mag zwar oft nicht so einfach sein und umfasst meist die Dinge, die man wahrscheinlich eher verdrängen will, aber genau hier liegt ein sehr entscheidender Punkt. Denn vor allem auch scheinbar unlösbare Aufgaben/Probleme können mithilfe einer bestimmten Vorgehensweise behoben werden. Sicherlich ist man als Lehrkraft hier mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, bei denen viel Feingefühl und Ausdauer gefragt ist, allerdings hilft es sowohl beruflich als auch für sich persönlich weiter zu wachsen. Dies kann besonders dazu beitragen, dass Schüler-Lehrerverhältnis zu verbessern und vor allem intensivieren, weil gerade in Grundschulen ist diese Vertrauensbasis sehr entscheidend. Wir können uns und unserem innerlichen Wohlbefinden mit der Betrachtung von Phänomenen viel Gutes tun und gleichzeitig vielleicht neue Arten und Erscheinungsformen des Lehrens und Lernens kennenlernen.

    1. November 2020
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  39. Anna-Lena Schuster sagte:

    Ich finde diesen Beitrag wirklich sehr spannend, da er mir teils ganz neue Sichtweisen aufzeigt, die aber keinesfalls ins Negative fallen. So kann ich mich der Idee der Zuordnung von Situation oder Verhalten zu Phänomenen optimistisch anschließen.
    Viele Dinge im Leben von Menschen, darunter auch mir, werden doch leider zu streng betrachtet. Zum Beispiel mache ich mir vor manchen bevorstehenden, neuen Ereignissen meist unnötige Sorgen, und im Nachhinein stellen sich genau diese als super erfolgreiche Erlebnisse heraus. In solchen Momenten denke ich selbst manchmal, warum habe ich denn alles nur schwarz oder weiß gesehen, warum nicht auch andere Emotionen nutzen und in positive Energie umwandeln? Wie in dem Beitrag erwähnt, sind natürlich sowohl gute als auch schlechte Arten von Phänomenen von Bedeutung, aber trotzdem sollte man eventuell versuchen, den Dingen etwas mehr Leichtigkeit und Vielfalt zu abzunehmen, um so besser auf bestimmte Situationen reagieren zu können. Dies gilt, als Lehrperson, dann auch in Bezug auf den Umgang mit (Schul-)Kindern, sodass man ihnen ebenfalls die diversen Möglichkeiten und Blickwinkel aufzeigen kann.

    1. November 2020
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  40. Janika Pätsch sagte:

    Ein sehr interessanter und anregender Blogeintrag. Ich habe mich selbst schon mit einigen ähnlichen Fragen zum Umgang mit bestimmten Situationen beschäftigt, bin aber nicht auf die Idee gekommen, diese in Phänomene einzuteilen. Ich finde diese Ansicht sehr interessant. Im Prinzip setzt man alles auf eine Stufe, nichts ist gut oder schlecht, es ist einfach. Man maßt sich nicht an den Kindern zu erzählen wie sie sich zu verhalten haben und stellt sich oberflächlich drüber, man teilt die Gefühle einfach mit ihnen und ist somit kameradschaftlich auf einer Augenhöhe. Dieser Gedanke gefällt mir, ich denke dass dies ein wunderbarer Weg ist, um einen Draht zu den Kindern zu finden.

    Vielen Dank für dieses wunderbaren Denkanstoß.

    1. November 2020
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  41. Sebastian Berck sagte:

    Ein sehr schöner und im Zusammenhang mit der Arbeit mit Kinder auch meiner Meinung nach wichtiger Beitrag. Die Welt, das eigene Selbst, aber auch die Person gegenüber und deren Verhalten im Kontext der Phänomenologie zu betrachten und auch zu hinterfragen ist nicht nur für die eigene Arbeit, sondern letztendlich auch für das eigene Leben im allgemeinen bereichernd. Vielleicht ist auch gerade die Vermittlung einer solchen Art und Weise der Auseinandersetzung mit sich Selbst und den anderen Menschen in seinem Umfeld ein Weg, insbesondere Schülerinnen und Schülern in ihrem Schul- und Lebensalltag ein Rüstzeug gegen Eskalation und Konflikt, aber auch einem konstruktiven Umgang mit diesen Phänomenen zu geben. Gerade der Mangel an Wissen über diese Phänomene und dem Auseinandersetzen mit den eigenen Gedanken zu diesen führt letztendlich zu einer immer weiter fortschreitenden Eskalation oder einem nicht endenden Konflikt.
    Mit den Kindern zusammen die Komplexität des eigenen Selbst zu entdecken und zu lernen mit diesen Umzugehen ist auch meiner Meinung nach keinesfalls eine Aufgabe, welcher auch Kinder in der Grundschule noch nicht gewachsen sind, sondern bei der gerade diese durch ihre eigene Sicht der Welt auch für einen Selbst immer wieder bereichernde Gedanken beitragen können. Durch diesen gemeinsamen Austausch können die Kinder im Zweifelsfall möglicherweise anders reagieren und mit den Problemen, denen sie sich gegenübersehen, anders umgehen. Wenn man sich die Welt, durch die wir uns bewegen anschaut, merkt man, wie wenig Feingefühl gegenüber dieser Thematik herrscht, wodurch wiederum gerade deshalb der Austausch mit den Kindern so wichtig ist.

    1. November 2020
    Antworten
  42. Michelle Zoufall sagte:

    Der Beitrag hat mich total fasziniert. So viel Kraft und Bedeutung steckt in so wenig Worten. Ein echter Power-Booster, den ich gleich ein paar Freunden weiterleiten werde. Der hier vorgestellte Ansatz ist nicht nur für Lehrkräfte hilfreich, sondern lässt sich auch auf private Situationen im Leben übertragen. Ich gehöre zu den Menschen, die unangenehme Situationen meist hinterfragen und nach dem „Warum?“ des Problems oder des unerwarteten Verhaltens anderer suchen. Es ist erleichternd zu hören, dass das Grübeln über unverständliches und unangenehmes Verhalten jedoch meist überflüssig ist, da gewisse Phänomene nun einmal existieren und menschlich sind und nicht unbedingt verhindert werden müssen, sondern sogar akzeptiert werden können und sollten. Ich wollte mich nie von den Launen anderer Mitmenschen abhängig machen, jedoch ist es mir unbewusst immer wieder passiert. Ich war der festen Überzeugung, später als Lehrkraft störendes Verhalten im Unterricht sofort kontrollieren und eindämmen zu müssen. Der Gedanke daran, dass sich Kinder ohne einen sich mir erschließenden Grund störend verhalten würden, gab mir bisher immer das Gefühl von Unsicherheit. Ich dachte, eine kompetente Lehrkraft „schafft“ es, dass sich alle Kinder immer wohlfühlen und gut mitarbeiten. Es ist jedoch erleichternd zu lesen, dass eine gewisse Gelassenheit authentischer und hilfreicher ist als zwanghafter Perfektionismus nach dem Motto „Es sollte immer alles ‚glatt‘ laufen und ich bin verantwortlich für die Stimmung von 20 Kindern zu jeder Unterrichtszeit.“ Ich bin selbstverständlich weiter der Meinung, dass eine liebevolle Unterrichtsatmosphäre sehr viel mit den Kindern macht und eine „langweilige“ Unterrichtsstunde zu einem spannenden Erlebnis verzaubern kann. Ich sehe es als meine Aufgabe als angehende Lehrkraft, Kinder im Unterricht zu begeistern und ihre Welt in der Schule und darüber hinaus „bunt“ zu gestalten. Jedoch ist es sehr positiv, zu lesen, dass man auch in der Rolle der Lehrkraft nicht jede Unterrichtssituation an die Vorstellung einer gelungenen Unterrichtsstunde anpassen muss und kann, sondern dass manche Phänomene auch einfach mal so stehen gelassen werden können und es vor allem darauf ankommt, den Kindern auf einer emphatischen Ebene zu begegnen, damit sie sich angenommen, wertgeschätzt und ernsthaft verstanden fühlen. Danke für den inspirierenden Beitrag. :)

    1. November 2020
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