{"id":508,"date":"2020-06-20T13:17:37","date_gmt":"2020-06-20T13:17:37","guid":{"rendered":"http:\/\/unterrichtstipps.com\/?p=508"},"modified":"2020-10-25T13:42:22","modified_gmt":"2020-10-25T13:42:22","slug":"die-phaenomenologie-der-lehre","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/unterrichtstipps.com\/?p=508","title":{"rendered":"Die Ph\u00e4nomenologie der Lehre"},"content":{"rendered":"<h5><strong><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Ein wunderbares Zeichen daf\u00fcr, dass der Mensch als solcher urspr\u00fcnglich philosophiert, sind die <\/span><span style=\"font-family: 'Georgia',serif;\"><span style=\"color: #000000;\">Fragen <\/span>der <span style=\"color: #000000;\">Kinder<\/span>. Gar nicht selten h\u00f6rt man aus Kindermund, was dem Sinne nach unmittelbar in die Tiefe des <span style=\"color: #000000;\">Philosophierens <\/span>geht<\/span><\/strong><span style=\"color: #000000; font-family: Arial;\"><strong> (Karl Jaspers).<\/strong><br \/>\n<\/span><\/h5>\n<p><a href=\"http:\/\/unterrichtstipps.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ph\u00e4nomenologie_des_Geistes.jpg\" rel=\"attachment wp-att-510\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-510\" src=\"http:\/\/unterrichtstipps.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ph\u00e4nomenologie_des_Geistes-203x300.jpg\" alt=\"Ph\u00e4nomenologie_des_Geistes\" width=\"175\" height=\"259\" srcset=\"http:\/\/unterrichtstipps.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ph\u00e4nomenologie_des_Geistes-203x300.jpg 203w, http:\/\/unterrichtstipps.com\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ph\u00e4nomenologie_des_Geistes.jpg 573w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Die Lehre (und das Leben) lassen sich nicht nur in Kategorien oder Begrifflichkeiten einteilen.<\/li>\n<li>Die Einteilung von Erscheinungsformen des Lebens in Gut\/B\u00f6se; Fair\/Unfair; Gerecht\/Ungerecht;\u00a0Rational\/Irrational\u00a0\u00a0und so weiter\u00a0ist unzureichend.<\/li>\n<li>Gliedern Sie doch stattdessen nach Ph\u00e4nomenen.<\/li>\n<li>Nehmen wir ein Beispiel aus dem Unterricht. Sie als Lehrende f\u00fchlen sich von einem Sch\u00fcler oder einer Sch\u00fclerin st\u00e4ndig provoziert.<\/li>\n<li>Die junge Person nervt, ist unversch\u00e4mt, verweigert die Mitarbeit, \u00e4u\u00dfert Ihnen gegen\u00fcber Beleidigungen, mobbt andere&#8230;..ach, jede\/r von Ihnen, gesch\u00e4tzte Lehrerschaft, wird nickend ein Beispiel wissen.<\/li>\n<li>Nun k\u00f6nnen Sie zu Hause sitzen, unzufrieden mit sich und der Situation und denken: Wie l\u00f6se ich meine Probleme mit Sch\u00fcler*in x\/y.<\/li>\n<li>Und da meine ich, dass diese permanente Gedankenschleife zerm\u00fcrbt und zu kurz greift.<\/li>\n<li>Provokation ist ein gesellschaftliches Ph\u00e4nomen und sollte von Ihnen als Ganzes ergr\u00fcndet werden. Personenunabh\u00e4ngig.<\/li>\n<li>Fragen Sie sich: Wie reagiere ich generell auf Provokationen und wie kann ich diese eleganter parieren. Durch Witz, \u00dcbertreibung, positive Wendung und \u00e4hnlichem.<\/li>\n<li>Dazu m\u00fcssen Sie in ihr Seelenleben eindringen und sich ehrlich beleuchten. Wenn Sie Ihre Schw\u00e4chen kennen, k\u00f6nnen Sie wachsen.<\/li>\n<li>Weitere Ph\u00e4nomene unseres Lebens: z. B. die Geh\u00e4ssigkeit. Sie stellt so viel mehr da als es mit dem Begriff &#8218;mobbing&#8216; umschrieben werden kann. Sie ist so viel \u00e4tzender und vergifteter, aber leider weitverbreitet.<\/li>\n<li>Neid, f\u00e4llt mir gerade ein, Neid ist auch extrem verbreitet. Und die Habgier! Schauen Sie sich um!<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen Ph\u00e4nomene erkennen und gewappnet sein. Dann gelingt uns die Gr\u00f6\u00dfe der G\u00fcte, dann k\u00f6nnen wir f\u00fcr die humanen Werte k\u00e4mpfen. Nichts darf weggeredet oder besch\u00f6nigt werden.<\/li>\n<li>Weitere Ph\u00e4nomene: Rachsucht (kommt in vielen Scheidungsverfahren vor!!!), Verlogenheit, Ichbezogenheit, Eitelkeit, Geltungssucht. Setzen Sie die Kette fort.<\/li>\n<li>Schlagen Sie nach bei Shakespeare: Da ist alles drin.<\/li>\n<li>Deshalb k\u00f6nnen Sie ein Kind, dass l\u00fcgt, nat\u00fcrlich nicht fragen, warum es dies tut. Die L\u00fcge ist in unserer Gesellschaft allgegenw\u00e4rtig. Schauen Sie sich um. Und\u00a0blicken wir auch immer zun\u00e4chst in uns selbst hinein.<\/li>\n<li>Es finden sich nat\u00fcrlich\u00a0auch\u00a0sch\u00f6ne und seelenvolle Ph\u00e4nomene in unserer Welt. Mitmenschlichkeit, G\u00fcte, das Verzeihende, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Einf\u00fchlsamkeit. Setzen Sie auch diese Kette fort.<\/li>\n<li>Das Leben, meine ich, ist in seiner Komplexit\u00e4t nur ph\u00e4nomenologisch zu erfassen. Sie verlieren sich sonst im Kleinklein der Kleinkariertheit und Ihre Gedanken kreisen um das &#8218;warum&#8216; und die Problematik von Einzelerscheinungen.<\/li>\n<li>Sie haben beispielsweise das Gef\u00fchl, das hinter Ihrem R\u00fccken \u00fcber Sie gel\u00e4stert wird. Oder Sie f\u00fchlen sich ausgenutzt oder Sie haben auf einer Party nicht bei den wirklich Coolen gestanden.<\/li>\n<li>Glauben Sie mir, das sind Ph\u00e4nomene, die wir alle kennen und die eben existieren. Vielleicht hilft es, wenn\u00a0 wir den Blick aus unserer pers\u00f6nlichen Befindlichkeit herausl\u00f6sen und \u00fcber die Ph\u00e4nomene philosophisch miteinander\u00a0kommunizieren.<\/li>\n<li>Noch ein Beispiel aus meinem Leben. Als meine Mutter dement wurde, spielten wir ein Tiermemory mit ihr. Es sollten Tierkinder\u00a0den Eltern zugeordnet werden. Z.B. ein Fohlen zu einem Pferd. Meine Mutter ordnete ein G\u00e4nsek\u00fcken einem ausgewachsenen Elefanten zu. Alle Mitspieler waren entsetzt und erkl\u00e4rten ihr den Unterschied zwischen Gans und Elefanten. Str\u00e4flich, meine ich, denn das verunsichert und ver\u00e4ngstigt. (Sie weinte).\u00a0Ich hab dann mit meiner Mutter ihre Entscheidung gefeiert. Mit Humor und Herzlichkeit kann man das G\u00e4nsek\u00fcken als Elefantenkind n\u00e4mlich auch als einzigartig und originell w\u00fcrdigen.<\/li>\n<li>Zuletzt, nach diesem Beispiel, noch einmal ganz eindringlich: In diesem Fall war es das Ph\u00e4nomen der Vergesslichkeit, welches nicht in die gewaltsame Zange der Ratio gepresst werden kann.<\/li>\n<li>Wenn Sie st\u00f6rendes Verhalten beim Kind\u00a0im Sinne der der Ph\u00e4nomenologie parieren (ja, mein Kind, Unzufriedenheit kommt vor, kenne ich auch) wird der Umgang mit dem jungen Menschen ungezwungener, kameradschaftlicher und in gewissem Sinne &#8218;weise&#8216;.<\/li>\n<li>Versuchen Sie nicht, einem Kind alle Sorgen wegzureden und alle \u00c4ngste zu nehmen. Erstens geht das nicht (\u00e4ngstigen und sorgen wir uns nicht alle!?), zweitens sp\u00fcrt ein Kind, wenn Sie oberfl\u00e4chlich tr\u00f6sten wollen und drittens:<\/li>\n<li>Angst und Sorge sind wesentliche Ph\u00e4nomene des Menschseins. Schauen Sie nach bei den Existentialisten! Der Sturz in die Existenz, Angst und Sorge als Wegbereiter f\u00fcr eine positive Zuwendung in das Jetzt. So gelingt eine fundierte, lebenszugewandte Heiterkeit auf der Basis des Wissens um die Endlichkeit.<\/li>\n<li>An dieser Stelle schlie\u00dfe ich.<\/li>\n<li>Nehmen Sie Karl Jaspers beim Wort (siehe oben) und philosophieren Sie gemeinsam mit den Kindern \u00fcber\u00a0alle Ph\u00e4nomene dieser Welt. Sie werden nachdenkliche, offene Gespr\u00e4chspartner*innen finden, von denen Sie noch\u00a0lernen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre>Bildquelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ph%C3%A4nomenologie_des_Geistes#\/media\/Datei:Ph\u00e4nomenologie_des_Geistes.jpg<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein wunderbares Zeichen daf\u00fcr, dass der Mensch als solcher urspr\u00fcnglich philosophiert, sind die Fragen der Kinder. 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