Der geistreiche Witz

„Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der  gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen“ (Twain).

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  • Lassen Sie sich nicht provozieren!
  • Versuchen Sie jede, auch die herausforderndsten Provokationen, sportlich und humorvoll zu parieren.
  • Perfektionieren Sie ihre Fähigkeiten zur Selbstkritik, Selbstironie und Selbstparodie.
  • Ein Bonmot zur rechten Zeit entschärft so manche brenzlige Unterrichtssituation.
  • Seien Sie ständig im Wechselspiel mit der Gruppe.
  • Treten unvorhergesehene Szenarien oder abweichende Redebeiträge auf, überprüfen Sie auch diese auf Humorgehalt.
  • Auch jüngere Schüler können bereits sehr witzig sein.
  • Beispiel: Der Schüler A. (4. Klasse) wurde gerügt, weil die Lehrerin (eine Lady in den besten Jahren), das Gefühl hatte, dass er nicht aufpasst.
  • Dialog:
  • L.: A., du passt nicht auf.
  • A.: Doch!
  • L.: Dann sag mir doch bitte, wo auf dem Arbeitsblatt wir gerade genau sind.
  • A.: Das kann ich leider nicht sagen, weil ich immer nur an Sie denken kann.
  • Anspruch an sich selbst als lehrende Person:
  • Versuchen Sie witziger zu sein als die Schüler*innen.
  • Es sollte uns gelingen, da wir einfach mehr Erfahrung haben.
  • Auch Elterngesräche lassen sich mit geistreichem Witz entschärfen.
  • Beispiel: (Mutter, Herkunft nicht mehr ermittelbar, möchte, dass ihr Sohn das Gymnasium besucht. Die Lehrerin, eine Lady in den besten Jahren, bezweifelt die Qualifikation)
  • Dialog:
  • M.: Mein Sohn Gymnasium, sonst mein Mann dich f…. .
  • L.: Es ist sehr liebenswürdig von Ihrem Mann, dass er sich solche Mühe gibt, aber leider habe ich keinen Bedarf.
  • M. (mit schrill sich steigernder Stimme): Alles f…mein Mann, deine Mutter, deine Schwestern, deine Cousinen, alles…..
  • L.: Wie gesagt, die Bemühungen Ihres Mannes sind erstaunlich, aber leider hat meine ganze Familie keinen Bedarf.

 

Zu weiteren Informationen über den kindlichen Humor lesen Sie bitte folgendes Interview mit Kirsten Boie und Finn Ole Heinrich

 

 

Bildquelle: https://de.wikipedia.org

 

4 Kommentare

  1. Florian Wa. sagte:

    Die Crux mit dem Witz. Ich glaube, dass das immer eine sehr schmale Gratwanderung ist, welche Bemerkungen vom Gegenüber gut aufgenommen werden und welche nicht. Denn es ist auch möglich, dass der Schuss nach hinten losgeht.
    Darüber hinaus muss eine gute Portion Schlagfertigkeit aufgewiesen werden. Denn würde eine Mutter eine Lehrperson derartigen beschimpfen, würde diese vermutlich relativ perplex sein. Jedoch wäre eine Entgegnung, wie im Dialog, sehr geistreich, da die Person gegenüber nicht beleidigt wird.
    Ich werde auf alle Fälle versuchen, mir diese Schlagfertigkeit anzueignen, da es einem das Leben als Lehrperson sehr vereinfachen wird.

    16. Mai 2018
    Antworten
  2. VS sagte:

    Schlagfertigkeit sollte man sich als Lehrer unbedingt aneignen, damit die Klasse nicht denkt man könne auf der Nase des Lehrers tanzen. Es kommt aber auch darauf an, dass es nicht beleidigend wird und der Lehrer nicht vergesst, dass sie mit Kindern reden und nicht Erwachsenen, egal wie „witzig“ sie sei sollten.

    5. Juli 2018
    Antworten
  3. Amrita C. sagte:

    Da Gesprächsführung in der Ausbildung zum Lehrer leider nur peripher unterrichtet wird, können Eltergespräche zu einer sehr großen Herausforderung werden. Humor und die Fähigkeit diesen gekonnt und gezielt einzusetzen bietet die Möglichkeit, Fronten zu erweichen, das in Angriffsposition Gesagte erneut zu überdenken und sich für eine andere Handlung zu entscheiden. Es ist sozusagen eine zweite Chance an das Gegenüber. Härte wird hier bewusst nicht mit Härte beantwortet. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Gesprächspartner noch zugänglich bleibt und ein Konflikt Lösung findet. Schon zu Hofe verpackte der Narr seine kritischen und reflektierten Auskünfte in einem geistreichen Witz. Es geht im Umgang mit Kindern und Erwachsenen also werder darum, einen niederschmetterndernden sarkastischen Witz einzusetzen, noch sich über jemanden anderen lustig zu machen. Auch die Demonstration von Macht durch Witzigkeit erscheint unangemessen. Joachim Ringelnatz formulierte es so: „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“

    5. Juli 2018
    Antworten
  4. David sagte:

    Sehr interessant. Im Umgang mit SchülerInnen ist Witz und Humor auf jeden Fall vonnöten. Das Beispiel des Elterngespräches ist sehr inspirierend. Ich bezweifle, dass ich in einer vergleichbaren Situation die Schlagfertigkeit und Ruhe aufbringen kann, als die Lehrerin im Beispiel. Nichtsdestotrotz kann man Schlagfertigkeit und Humor trainieren. Dieser Beitrag motiviert mich auf jeden Fall dazu an diesen Fähigkeiten zu arbeiten.

    12. Juli 2018
    Antworten

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