Das Unterrichtsende

Wie hab ich das gefühlt, was Abschied heißt  (Rilke).

8 Päärchen Bild 8. Beitrag

  • Lassen Sie möglichst keine Unterrichtsstunde oder keinen Unterrichtsblock beliebig auslaufen.
  • Versuchen Sie, Zwischenziele zu markieren.
  • Reflektieren Sie mit der Gruppe über Arbeitsprozesse und Lernwege.
  • Geben Sie sowohl dem Individuum als auch den Lerngruppen ein Feedback.
  • Beenden Sie ihre Unterrichtssequenzen mit ‚Stil‘.
  • Ein ritualisiertes warmes Schlusswort, ein Lob, eine konstruktive Kritik am Ende schaffen eine Atmosphäre der Vorfreude auf die nächste Sequenz.
  • Und jetzt noch das Wichtigste zum Schluss: sollte Ihr Unterricht nicht wie geplant verlaufen sein, störten vielleicht einige Schüler, waren die Schüler witziger als Sie, war vielleicht der Anspruch zu hoch oder zu niedrig… was auch immer: schnappen Sie nicht ein, werden Sie nie übellaunig oder zickig.
  • Das schafft ein vollkommen lernunfreundliches Klima und kann im Krieg mit der Klasse enden.
  • Bedenken Sie in diesen schwierigen Momenten, dass das Unterrichten ein Prozess ist und Unplanbares dazugehört.
  • Gehen Sie zu Hause ihren Unterricht in Gedanken durch und überlegen Sie, was verbessert werden könnte. Haben Sie dabei Geduld mit sich und der Lerngruppe.

 

Bildquelle: http://www.billerantik.de/

11 Kommentare

  1. Florian Wa. sagte:

    Da bin ich genau derselben Meinung. Ich glaube, dass ein „schönes“ Ende die Unterrichtssequenz sehr gut abrundet. Ich bin auch der Meinung, dass die Schüler*innen hingewiesen werden müssen, dass die Lehrperson die Unterrichtseinheit beendet und danach erst ihr Unterlagen gepackt werden dürfen. Oft wird die Stunde gegen Ende gestört, da viele Schüler*innen schon ihre Unterlagen in die Rucksäcke packen und somit Unruhe in die Klasse bringen.
    Zudem ist ein gute Planung der Unterrichtssequenz unabdingbar, gerade als junge Lehrerin bzw. als junger Lehrer. Jedoch sollte auch, wie in den oben genannten Punkten bereits erwähnt, eine gewisse Flexibilität aufgewiesen werden. Denn falls die Stunde unerwartet gestört wird und die Lehrperson nicht flexibel genug ist, mit der neuen Situation umzugehen, dann kann die Unterrichtseinheit schnell in einem Fiasko enden.

    16. Mai 2018
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  2. Amrita C. sagte:

    Wahnsinnig prägnante und vor allem weise Worte. Ich wünschte, dass im Rahmen des Studiums viel mehr in dieser Richtung weitergegeben wird. Entgegen der gängigen Meinung, dass der erste Eindruck zähle und nicht revidierbar sei, ist es doch vor allem das Ende also der letzte Eindruck, der sich im beim Gegenüber im Gedächtnis verankert. Die Fähigkeit Dinge zu strukturieren, Teilschritte durch Feedback rückzumelden und und dadurch Weiterentwicklung zu ermöglichen ist Vorbild und Lernmöglichkeit zugleich. Auch Dinge tatsächlich bis zum Ende durchzuhalten und diesen Erfolg mit den Schülern durch ein prägnantes Ende wertzuschätzen erfüllt den Anspruch, dass Unterricht auch immer „Lernen für das eigene Leben“ sein sollte.

    30. Mai 2018
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    • Steffi_70_k sagte:

      Danke, Amrita. Es ist meiner Ansicht nach von hoher Relevanz, die Übergänge im Leben zu reflektieren. Alles fließt, nichts bleibt wie es ist.

      13. Juni 2018
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  3. VS sagte:

    Das Unterrichtsende sollte wirklich mit „Stil“ beendet werden.
    Ich hab schon oft diesen Satz „Ich beende den Unterricht!“ gehört, wenn Schüler paar Minuten vor Unterrichtsende anfangen zu packen.
    Sowas würde ich einfach unterlassen und eine Regel einführen, dass man erst einpacken darf, wenn der Unterricht beendet wurde. Manche Lehrer ziehen die Zeit auch noch in die länge obwohl sie wissen, dass schon lange Unterrichtsschluss ist, weil Schüler vllt. zu laut usw. während des Unterrichts waren, sowas sollte meiner Meinung nach nicht passieren., da somit die ganze Klasse „bestraft“ wird.

    5. Juli 2018
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  4. David sagte:

    Besonders gut gefällt mir der Punkt: „Beenden Sie ihre Unterrichtssequenzen mit Stil“. Dies werde ich mir zu Herzen nehmen, da ich bei mir häufig erlebt habe, dass ich mir für das Unterrichtsende kaum Zeit nehme und ich dem Ende bislang auch keine große Bedeutung beigemessen habe. Die angeführten Punkte verdeutlichten mir jedoch, dass das Unterrichtsende von großer Relevanz ist.

    12. Juli 2018
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  5. Richard.Luft sagte:

    Zum Denken anregende Worte am ende jeder Unterrichtseinheit sind meiner Meinung nach ein wichtiges Konzept für Lehrer und Schüler.
    Durch sie bleiben einprägende Gedanken und Fragen des Unterrichts auch für längere Zeit im Gedächtnis der SuS.

    12. September 2018
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  6. Lena Put sagte:

    Für angehende Lehrkräfte finde ich gerade die letzten zwei Unterpunkte sehr motivierend. Wenn man von der Universität kommt, hat man ggf. noch den Anspruch vom Anfang bis zum Ende, jeden Tag, immer einen ‚perfekten‘ Unterricht zu machen. Jedoch ist dies praktischen gar nicht möglich. Vielleicht waren die Methoden falsch gewählt oder wie erwähnt wurde im Eintrag, die SuS waren über- oder unterfordert. Vielleicht gab es auch einen Streit in der Pause, der nun leider erstmal Vorrang hat.
    In meiner Trainerausbildung hat der Leiter auch immer wieder betont, dass man manche Dinge ausprobieren muss. Danach sollte man reflektieren, waurm etwas gut oder weniger gut gelaufen ist – also genau so, wie es in diesem Eintrag steht. Eine Klasse besteht nun mal aus vielen Kindern und meist einer Lehrkraft, aber eben alles Menschen. Das kann nicht funktionieren wie eine Maschine. Nach langer Zeit hat es sich lediglich ggf. eingespielt.

    10. Mai 2019
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  7. J. Oppelt sagte:

    Das Erste und das Letzte bleibt bekanntlich am meisten bei uns Menschen hängen. So ist es auch bei unserem Anfang der Stunde und auch wieder beim Ende. Ich denke es braucht Zeit, um sich ein gutes Ritual zu erschaffen und vor allem sollte man sich vor Augen halten, das jede Klasse anders ist und nicht jedes Ritual unbedingt zu jeder Klasse passt.

    20. Juni 2019
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  8. Jakoba sagte:

    Gemeinsam mit den SuS zu reflektieren halte ich für sehr sinnvoll, nach meiner Erfahrungen ist es das wichtigste vom Unterricht, da man durch die Reflexion besser beibehält, was man gelernt hat. Ich stimme auch Amrita zu, dass im Studium viel mehr in dieser Richtung weitergegeben werden sollte. Obwohl ich auch sagen muss das Ihre Ansprache zum Schluss der letzten Stunde am 27. August sehr einprägsam und inspirierend war. Vielen Dank dafür!

    29. August 2019
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  9. Clarissa B. sagte:

    Das abschließende Reflektieren ist sehr wichtig. Ich kann dem nur zustimmen. Es gibt nichts Schlimmeres, als die Schulstunde abzuschließen und der Erste, und der darauffolgende inspirierte nächste Schüler, beginnen die Schultasche einzupacken. Es ist tatsächlich eine Kunst, den Unterricht friedlich gemeinsam zu beenden.

    17. September 2019
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  10. Marielena Vogt sagte:

    Ich denke, dass kein Unterricht ohne ein deutliches Ende abgeschlossen werden sollte. Start- und Ende einer Unterrichtseinheit sollten den Schüler*innen deutlich gemacht werden. Es gestaltet sich als sehr anstrengend in eine Unterrichtsstunde zu kommen und eine durcheinander-laufende-laute-aufgeregte-Klasse vorzufinden.

    Mit der Gruppe die Stunde zu reflektieren und einen Ausblick auf die nächste Einheit zu geben finde ich sehr gut. Anschließend empfinde ich es als sehr angenehm, die Kinder zur Ruhe kommen zu lassen. Eine Achtsamkeitsübung kann wahre Wunder bewirken. Eine einfache und effektive Übung ist es, sich bequem auf den Stuhl zu setzten, die Augen zu schließen und einige tiefe Atemzüge zu machen.

    28. Oktober 2019
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