Das Unlehrbare

Das Unlehrbare als methodischer Gegenstand  (Menrath).

10 Buch Erhabene Bild 10. Beitrag

  • Einige Facetten der Unterrichtsgestaltung sind nicht erlernbar bzw. lehrbar.
  • Damit sind die Momente gemeint, die ein großer Augenblick für jeden Pädagogen und jede Pädagogin sind: der Punkt, an dem der berühmte Funke überspringt.
  • Das kann passieren, wenn ein Musikstück besonders berührend ist, ein poetischer Vers das Herz erreicht, Prozesse des szenischen Spiels eine eigene Dynamik entfalten oder auch dann, wenn Sport- oder Naturerlebnisse als positiver Gruppenmoment wahrgenommen werden.
  • Es ist kurz gesagt der Augenblick, wo Ängste und Verunsicherungen zurückgelassen werden und man gemeinsam unbekannte Dimensionen der Erkenntnis und des Seins betritt.
  • Wie man sich darauf vorbereitet, fragen Sie?
  • Man kann eigentlich nur eines machen: Seele, Geist und Herz für solche Momente bereithalten!
  • Schütten Sie sich im Privatleben nicht zu mit Banalitäten!
  • Seien Sie sensibel für Nuancen, nehmen Sie sich selbst zurück und lassen sich von Anderem berühren.
  • Dann können solche Ereignisse wie der Blitz oder die Liebe jederzeit einschlagen.

 

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27 Kommentare

  1. Florian Wa. sagte:

    Sehr gute Gedanken. Ich glaube, dass sich jede/r Lehramtstudent*in bzw. jede Lehrerin und jeder Lehrer, welche die ersten Jahre studieren oder unterrichten, mindestens einmal die Frage gestellt hat, warum sie bzw. er das macht. Gerade die ersten Praktika und ersten Jahre als Lehrer*in sind besonders schwierig. Jede/r muss allmählich seinen Unterrichtsstil finden. Darüber hinaus müssen die unterschiedlichsten Methoden erprobt werden, wie eine/r den besten Zugang zu den Schülern*innen findet.
    Zudem ist eine gute Work-Life-Balance unerlässlich, da nur so sichergestellt ist, dass man sich von Anderen berühren lassen kann. Somit wird es möglich sein, die kleinen Nuancen zu erkennen. Gelingt einem das, dann wird der Lehrberuf einer der schönsten Berufe der Welt sein.

    14. Mai 2018
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  2. Amrita C. sagte:

    Ein weiterer Grund den Lehrberuf wertzuschätzen! Der Funke, der überspringt. Ich glaube ohne eigene wahrhaftige Begeisterung für das Vermitteltete ist es fast nicht möglich, diesen Punkt zu erreichen. Denn selbst dann ist es nicht zu garantieren, dass dies geschieht. Das genaue Erspüren und Beobachten, wann und wovon Menschen berührt sind ist zum einen ein genußvoller Moment und zum anderen eine große Hilfe in welche Richtung zukünftige Lehreinheiten für die Zielgruppe interessant und wertvoll gestaltet werden können. Gerade die Tatsache, dass diese Momente überraschend und oft plötzlich als Geschenk an alle passieren hilft sehr, als Lehrperson motiviert und neugierig zu bleiben.

    4. Juli 2018
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  3. VS sagte:

    Wenn der Funke überspringt und ein prägender Moment im Unterricht entsteht, denke ich, weiß jeder Lehrer wieso er diesen Job gewählt hat und ich hoffe, dass ich als angehende Lehrerin diesen auch irgendwann erleben werde.
    Dieser Beitrag hat mich neugierig darauf gemacht.

    6. Juli 2018
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  4. David sagte:

    Sehr schön formuliert.

    „An kleinen Dingen Freude zu haben, öffnet den Blick für das Große.“ Man sollte sich als Lehrperson öfter mit solchen Gedanken auseinander setzen.

    12. Juli 2018
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  5. Richard.Luft sagte:

    Ich kann den anderen Kommentaren nur zustimmen.
    Der Funke, bzw. die Dankbarkeit und das positive, nonverbale Feedback, das man anhand von der Entwicklung der SuS erhält, ist einer der Gründe, wieso das Lehrersein so unglaublich viel Spaß macht.

    12. September 2018
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  6. Lena Put sagte:

    Es wird so oft im Leben versucht alles durchzurechnen und durchzuplanen. Wie maximiert man den Profit, wie und wann erreiche ich in welcher Zeit das Maximum meiner Leistung … . Leider gehen dabei manchmal die nicht messbaren, unkalkulierbaren, überraschenden Momente verloren, die, wie in anderen Kommentaren erwähnt, den Beruf als Lehrer so attraktiv machen. Demnach stimme ich dem Artikel zu, dass man bereit sein sollte für die unlehrbaren, unplanbaren Momenten im Unterricht, aber auch im Leben. Das schafft wieder mehr Platz für Kreativität, Emotionalität und Menschlichkeit.

    13. Juni 2019
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  7. J. Oppelt sagte:

    „Nehmen Sie sich selbst zurück“
    Etwas was wir viel zu selten im Umgang mit Kindern machen. Oftmals halten wir uns für wichtig, weil wir die Lehrperson sind und doch schon erwachsen sind und sooo viel Lebenserfahrung vorzuweisen haben. Ich wiederhole mich aber es ist doch wichtig, um eine Ebene zu gestalten ,wo die Berührung stattfinden kann, müssen wir uns den Kindern annähern und vor allem denke ich, das es diese Berührung nur geben wird, wenn man Sympathie bei den Kindern weckt.

    20. Juni 2019
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  8. Jakoba sagte:

    Lena Puts und J.Oppelts Kommentare finde ich besonders wichtig. Sensibel sein, beobachten und zuhören sind unterschätze Eigenschaften, die man als Lehrkraft auf jeden Fall aufweisen sollte.
    Auch den Kommentar von Amrita C. halte ich für relevant, dass man mit wahrhaftiger Begeisterung für den zu vermittelnden Stoff lehren sollte.

    29. August 2019
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  9. Clarissa B. sagte:

    Ich denke, dass viele Menschen sich hiermit identifizieren können. Es ist wichtig, loszulassen und bereit für das Ungeplante zu sein sowie den Mut zur Lücke wagen und dies auch innerhalb des Unterrichtes zuzulassen.

    17. September 2019
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  10. Marielena Vogt sagte:

    Ihre Gedanken zu dem Thema gefallen mir sehr gut. Nur das von dem wir selbst begeistert sind, Themen für die wir brennen, können wir an andere Menschen weitergeben.
    Der Beruf des Lehrenden ist so vielschichtig. Wir können unsere ganz persönliche Note mit einbringen und die Schüler*innen inspirieren Neues auszuprobieren.
    Die persönliche Weiterentwicklung ist enorm wichtig für jeden Menschen. Wir dürfen nicht aufhören Neues auszuprobieren und ständig zu wachsen.

    28. Oktober 2019
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  11. Ule G sagte:

    Ich frage mich gerade wie man so etwas wieder mehr kultivieren kann ….die kleinen Dinge zu schätzen???? In meiner 6 monatigen Zeit als Vertretungslehrer an einer Grundschule in Brandenburg war ich geradezu geschockt. Die kinder waren schon morgens völlig überzuckert von Süßigkeiten und Cola die es z Hause gab, Süßkram in den Pausen. Die Gespräche in den Pausen haben sich um Fortnite uns andere PC Spiele gedreht und bei welcher Fast food Kette ich cool essen war….ich bin für einen Teil unserer Gesellschaft recht pessimistisch was den Blick auf das Besondere, Schöne und Kleine, Banale, Alltägliche geht. Dazu gehört nämlich auch eine Portion Demut und das Gefühl von Eingebundenheit in etwas Größeres, aber das wird man nicht spüren, wenn man sich täglich mit Zucker und Games zudröhnt und das als Maß aller Dinge nimmt. Vielleicht einfach mal eine Höhle im Wald bauen und einen Tee kochen…..und den Blick so schärfen und den Kids etwas gute in der Ntur tun……so genug gejammert über den Verfall ……mein Sohn weint

    Ciao Bella

    28. Januar 2020
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  12. Katja Walzer sagte:

    Ich Stimme Ule zwar einerseits zu, dennoch denke ich sollte man die Hoffnung und vor allem die Motivation nicht verlieren. Ich selbst habe auch beim Unterrichten gemerkt, dass es sehr schwierig sein kann die Kinder von Games etc. wieder in die Welt der Fantasie zu locken, aber dennoch ist es möglich. Natürlich spielt die eigene Leidenschaft und Begeisterung für den zu vermittelnden Stoff hierbei eine Rolle, jedoch auch die Offenheit sich als Lehrkraft auch für die Interessen der Kinder begeistern zu können. Man sollte also auch als Erwachsener immer noch begeistert werden können. So ist es im Unterricht immer wieder eine Geben und Nehmen.

    16. Februar 2020
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  13. Casandra Bonowsky sagte:

    Da kommt mir sofort die Erinnerung ans 1. Semester in der Vorlesung für die Allgemeine Grundschulpädagogik. Ihre Vorlesung hat den ganzen Saal berührt, alle waren wie gebannt und elektrisiert und sind ihnen gebannt gefolgt. Sie haben uns auf eine Reise mitgenommen, in dem sie uns anhand von Unterrichtbeispielen präsentiert haben, wie man allen Schüler*innen egal aus welchem Bildungskontext, die Poesie, die Kunst und die Faszination von Literatur näherbringen und erreichen kann. Am Ende der Vorlesung gab es stehende Ovationen. Diese Vorlesung hat mich nachhaltig beeindruckt und mir klargemacht, sei frei, kreativ, flexibel, emotional und nahbar. Nimm die Schüler*innen mit und versuche sie zu erreichen und vor allem sei erreichbar.

    8. März 2020
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  14. Nina sagte:

    In meiner Kindheit wurde ich für ein Jahr zuhause unterrichtet, da ich in einem anderen Land lebte. Mein „Lehrer“ war ein außerirdischer Avatar aus einem Lernprogramm und ich selbst. Es gab keinen Lehrer und keine Lehrerin von denen ich belehrt wurde, wie ich es sonst gekannt hatte. Alles durfte ich selbst entscheiden, wann ich anfing, wann ich Pause machte und welchen Stoff ich an welchem Tag durchnehmen wollte. Es war eine sehr kreative Zeit für mich, in dieser Zeit ohne LehrerIn habe ich viel gelernt, wenn nicht das meiste, vor allem über mich.
    Es ist ein seltsamer Anspruch, den eine Lehrkraft an sich stellt, Funken zwischen sich und den Schülern fliegen sehen zu wollen, doch kann ich nachvollziehen, worauf das hinauslaufen soll- Schule soll inspirieren und Lebenskraft wecken. Sehr ehrenhaft, doch nur, dass sie sich daran nicht ausbrennen, wenn Anspruch und Wirklichkeit mal nicht zusammen kommen.

    16. März 2020
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  15. Anastasia Bolsun sagte:

    Genau das ist der Moment, an dem man wieder Motivation als Schüler findet. Ich denke genau das hebt einen LEHRER von einem Lehrer ab. Er liest nicht nur etwas aus dem Buch vor, sondern lebt wirklich sein Fach. Ich schließe mich aber auch Nina an, dass man nicht automatisch erwarten kann, dass wenn ich dieses Fach liebe alle andren sich auch davon begeistern lassen. Sein Bestes geben, aber auch nichts zurück erwarten.

    LG Anastasia

    22. März 2020
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  16. Seyma Ü. sagte:

    Begeistert sein und begeistern.
    Von und für die Natur, für sein Unterrichtsfach, für sein Statement, für die Wunder im Leben,…
    Auch mal zurücklehnen und den Moment, an dem Funke überspringt, nur genießen.
    Die ständigen Optimierungsanläufe und die Gedanken des Perfektionisten in uns können mal, so schwer es auch einem fällt, zur Seite gelegt werden. Dies als Lehrperson also als Vorbild tun zu können, ist meiner Meinung nach richtig und wichtig. Die kleinen Dinge zu schätzen, ja, wie Ule im obigen Kommentar schon sagt, dies wieder zu kultivieren sehe ich als einer der wichtigsten Aufgaben der Lehrpersonen. In solch einer Gesellschaft mag es nicht einfach sein, doch die Idee, mit den Kindern im Wald einen Tee zu kochen, finde ich tatsächlich sehr gut!

    24. März 2020
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  17. Linda K. sagte:

    Bewegende Worte! Meiner Meinung nach nicht nur für Pädagog*innen, sondern für uns alle, Menschen in einer Gesellschaft. Wir sollten viel mehr positives suchen und offen sein für Bereicherung! Ist es vielleicht sogar möglich, auch Lernende für eine solche Einstellung zu sensibilisieren?
    Ich freue mich darauf, mich an diesen Beitrag zu erinnern, wenn ich einen solchen Moment erleben werde; einen Moment, in welchem einem bewusst wird, warum man sich für diesen Beruf entschieden hat.

    27. März 2020
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  18. Feline Ebert sagte:

    Das erste, was mir in den Kopf kam, als ich die verschriftlichten Gedanken in diesem Beitrag las, war die Neuinterpretation des Märchens: „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“. Das Gedicht „Der kleine Junge mit den Schwefelhölzern“, welches Friedrich Herrmann als Poetry Slam präsentierte, erweckte nicht nur das allzu bekannte Bild des überhäuften Alltags mit Reizen und Ablenkungen von wahrhaften, natürlichen Augenblicken durch Banalitäten, sondern schildert auf drastische Weise wie früh diese ungewollte Überflutung bereits beginnt. Dramatisch wird die Verlorenheit des Einsamseins im Konsum zur Verschmutzung der Seele erhoben. Wir nehmen uns keine Zeit mehr und stumpfen im Meer aus Elektronik und banalen Worthülsen ab.
    Angelehnt an das Ende des orginalen Märchens scheidet auch der Junge dahin, überdrüssig von Besitzanhäufungen, die in Flammen ihre Bedeutungslosigkeit finden. Lediglich die Momente, Gefühle und das Gemeinsam-Sein ist fundamental für unsere Existenz, wobei zu viel oder zu wenig Zuwendung und finanzielle Mittel folgenreich sind.
    „Sein erstes Holz galt der Technik, die unsere Freiheit einschnürt, galt der mit schwielen versehenen Kinderhand, die dafür noch seltene Erden erschürft. Dann ein zweites für den Luxus, der säuselnd die Sinne betört, der unbemerkt und heimlich Seele und Sehnsucht zerstört. Und ein drittes für das Laster, das auch den klügsten betäubt, der sich besoffen vom Besitz dem schnellen Wandel stäubt. Ein viertes für Hobbys und Kunst und all das unsägliche Lachen, es sorgt doch am Ende nur dafür, das Leid noch erträglich zu machen.“ (Friedrich Herrmann, 2018)
    Ganz so tragisch und geradezu auffallend radikal wie Friedrich Herrmann in seiner Ballade seine Gefühle zum Ausdruck brachte, muss man es nicht sehen, gerade im Hinblick auf den Schulalltag. Etwas Wahres ist, dass man darauf achten sollte, die Kinder im Alltag nicht durch zu viele Reize zu überfordern, jedoch sollte man dabei die elektronischen Mittel nicht verteufeln, sondern bewusst und mäßig einsetzten. Man sollte eine Balance schaffen zwischen zu viel und zu wenig und Raum offen lassen für Individualität.
    Zudem kann man aus diesen düsteren Gedanken auch die positiven Aspekte ableiten. Das reine Berührtsein durch und von dieser Geschichte und Geschichten generell, durch beispielsweise der Faszination zur Dynamik der Rhetorik oder der Energie einer Ballade selbst, ist erstaunlich. Wobei wir zurück bei dem „unlehrbaren Funken“ sind. Gemeinsame Erkenntnisse im Klassengeschehen können also auf viele Weisen geschaffen werden und selbst wenn nicht alles für jeden begreifbar ist, reicht manchmal vielleicht auch schon ein Wirbel von Fragen aus, um verwandelt zu werden.

    7. April 2020
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  19. Luisa-Sophie W. sagte:

    Wahre Worte!
    In unserer Gesellschaft werden scheinbar nur noch selten Kleinigkeiten wahrgenommen oder gar geschätzt. Umso wichtiger, seinen SchülerInnen durch bedeutende und positive Gruppenmomente, Charaktereigenschaften wie Demütigkeit , Sensibilität, Empathie, Offenheit und Mitgefühl zu vermitteln. Die Liste ist lang. Ich las in den vorherigen Kommentaren häufig, dass sich irgendwann die Frage gestellt wird, wieso der Lehrberuf gewählt wurde. Ich bin der Meinung, dass sich diese Frage nicht erst nach dem Studium oder dem Referendariat gestellt werden sollte. Während meiner Arbeit als Sozialpädagogin, an einer Brennpunktschule, musste ich immer wieder feststellen, dass vielen Lehrerinnen und Lehrern erst zu spät bewusst wurde, was es wirklich heißt LehrerIn zu sein. Denn wie ich schon mehrfach verdeutlichte, haben die Lehrkräfte nicht nur einen Bildungsauftrag zu erfüllen, sondern ebenso den Auftrag einer gewissen Erziehung. Dazu gehören einerseits lernpropädeutische und andererseits lebenspropädeutische Lerngegenstände. Letzteres sind eben auch die (wiederholt genannten) Herausforderungen des alltäglichen Lebens. Diesbezüglich konnte ich durch meine Tätigkeit als Sozialpädagogin feststellen, dass viele Lehrerinnen und Lehrer, Schwierigkeiten im Umgang mit den ’sozialen ‚Problemen‘ ihrer SchülerInnen haben. Meiner Erfahrung nach, muss man sich dies schon vor der Berufswahl bewusst machen und sich selbstkritisch hinterfragen, ob einem das notwendige Durchhaltevermögen gegeben ist. Denn solche Situationen können viele Nachteile und Gefahren bergen. Nicht nur für die Lehrperson selbst, sondern gerade für ihre Lernenden. Erfährt man dann im Fortlauf seines Arbeitslebens die Wertschätzung der Kinder, so ist dies natürlich eine wohltuende und willkommene Bestätigung, für die Berufswahl einer Lehrkraft.

    11. April 2020
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  20. Maxim Shcherba sagte:

    Als Lehrperson ist man sehr viel Druck ausgesetzt.
    Der Beruf ist fordernd und für manche sogar überfordernd, weswegen es umso wichtiger ist, dass man die wahrhaftig schönen Seiten des Berufs wahrnimmt und schätzt und dazu gehört zu einem sehr großen Teil die Bereicherung, die man erfährt, wenn man jemandem etwas näher gebracht hat.
    Das Gefühl einen Nutzen in seiner Tätigkeit zu spüren. Das ist das, was für mich den Lehrerberuf so unglaublich erstrebenswert macht und mir in meinem späteren Berufsalltag wahrscheinlich überleben lassen wird.

    18. April 2020
    Antworten
  21. Savocha sagte:

    Als ich die Überschrift gewesen habe, habe ich zuerst einmal an das Leben an sich gedacht, natürlich auch in diesem Zusammenhang an die Liebe und magische Momente, aber vor allem an das Leben im Allgemeinen. Ich finde es erstaunlich was eine Lehrkraft neben fachlichem vermitteln kann. So viel was man garnicht sieht, etwas was mit Glück zu tun hat, mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Viele Dinge, die einfach mit der Zeit, wie Sie es so schön schreiben, wenn der Funke überspringt, zurückkommen. Schule bedeutet nicht nur Kindern etwas beizubringen was im Rahmenlehrplan steht, sondern auch Wege und Möglichkeiten zu öffnen für das Leben, die Liebe, das Glück und so viele andere unlehrbare Dinge.

    23. April 2020
    Antworten
  22. Chelsea D. sagte:

    Schöne Worte, die Sensibilität wecken.
    Oft ist man so sehr im Alltagsstress und im Organisationsrausch, dass man mit den Gedanken nicht im Hier und Jetzt anwesend sein kann.
    Dadurch verschließt man sich ganz häufig den Details, die eigentlich direkt vor einem geschehen. Als Lehrer nimmt man damit auch den Schülern in Gewisser Weise solche tollen Momente, weil man dafür nicht empfänglich ist und sich auf dieser Ebene dann auch nicht mit den Schülern treffen kann.
    Deshalb finde ich es sehr wichtig sich regelmäßig mal daran zu erinnern im Hier und Jetzt zu leben und zu beobachten wie viele Details man wahrnehmen kann.
    Dann ist es sicherlich ein ganz besonderes Gefühl, mit den Kindern ein solches zusammenschweißendes Erlebnis zu haben.

    28. April 2020
    Antworten
  23. Yasmin Brandt sagte:

    Meiner Meinung nach ist es vor allem in unserer Berufsgruppe sehr verbreitet zu denken, dass Vor- und Nachbereitung alles ist. Dies wird uns von Anfang an im Studium suggeriert. Es ist sicher einer der wichtigsten Instrumente unserer Tätigkeit und entspricht auch oft sehr den Menschen, die sich von diesem Beruf angezogen fühlen: organisiert sein, Dinge voraussehen wollen, mit System und Struktur an Probleme und Aufgaben herantreten.
    Doch ich denke jede Tätigkeit, die so einen enormen Anteil an sozialer Interaktion beinhaltet, ist immer nur bis zu einem gewissen Grad planbar und vorhersehbar. Wir können nicht wissen auf welche Menschen wir treffen und wissen vielleicht auch nach längerer Zeit noch nicht genau, was alles in unseren Schüler_Innen an Neugier, Ängsten, Interessen und Talenten schlummert. Und das ist auch gut so. Wir sollten auch in dem Stress des Alltags nicht vergessen, dass wir nur Wegbegleiter sind und immer wieder offen dafür sein, das Wachstum mit Freude zu beobachten. Ich habe selbst einige Schlüsselmomente bei der Arbeit mit Schüler_Innen gehabt, die mich haben staunen lassen und mir klar gemacht haben warum ich diesen Beruf ausüben möchte. Es ist so wichtig, dass wir diese Momente schätzen, die eben nicht in unserer Hand liegen und erkennen, dass es einer der Aspekte ist, die unseren Beruf so kostbar machen.

    1. Mai 2020
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  24. Vivian B. sagte:

    Ich denke genau ist der Zauber des Lehrberufs. Wenn die Augen und Ohren der SchülerInnen gebannt am Stoff kleben und alle interessiert sind, mehr zu erfahren. Darauf arbeiten wir alle hin. Genau das ist es, was mich so an diesem Beruf reizt. Etwas zu bewirken. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es die Welt dadurch etwas besser zu machen.

    5. Mai 2020
    Antworten
  25. Ina Zarah S. sagte:

    Je mehr Beiträge ich hier lese, desto mehr wird mir beusst, welcher Zauber dem Lehrberuf doch inne wohnt. Im schulischen Kontext sind die Grenzen zwischen lernen und lehren klar abgesteckt, die Rollen strikt verteilt. Doch sollten diese Grenzen nicht viel öfter fließend sein? Es kann unheimlich gewinnbringend sein, sich seinen Schüler*innen zu widmen, von ihnen, ihren Ideen, Überlegungen und Gefühlen zu lernen und sie anzunehmen als Inspiration für das eigene Denken. Wie gerne erinnere ich mich an das Gemüsepflanzen mit meiner Gruppe Erstklässler, die nicht nur über die richtige Herangehensweise debattierten, sondern fast schon philosophisch erklärten, wie die Pflanze sich in den nächsten Wochen reckt und streckt, um weiter an die Sonne zu kommen. Eine wunderbare Erinnerung, die nur dadurch entstehen konnte, dass wir alle Seele, Geist und Herz für solche Momente bereitgehalten und uns selbst ein wenig zurückgenommen haben.

    16. Juni 2020
    Antworten
  26. Katharina Schlögl sagte:

    So schön formuliert. Dieser Beitrag sollten nicht nur alle Pädagogen lesen, sondern alle Leute. Mir macht der Lehrerberuf sehr viel Spaß. Ich habe manchmal anstrengende und manchmal richtig schöne angenehme Stunden mit meinen Schülern. Zum Beispiel im Musikunterricht habe ich mit ihnen Peter und der Wolf durchgenommen und sie haben der Geschichte aufmerksam gelauscht und waren etwas traurig, wenn die Stunde zu Ende war. In der nächsten Stunde stellte ich ihnen ein paar inhaltliche Fragen und sie beantworteten mir die Fragen alle richtig und das hat mich stolz gemacht. Ich habe viele schöne Momente in meinen Klassen und das macht mich glücklich.

    10. November 2020
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