Das Unmessbare

„Je unmessbarer und für den Verstand unfasslicher eine poetische Produktion, desto besser.“ (Goethe)

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  • Jetzt kommen wir zum Kostbarsten, das die Kunst der Lehre für uns bereithält: das tiefe gemeinsame „berührt sein“.
  • „Begreifen, was uns ergreift (Emil Staiger).
  • Beispiel: Sie führen Ihre Schüler*innen mit geschlossenen Augen aus dem Kiefernwald des Ostseestrandes über die Dünen ans Meer.
  • Erst direkt am Strand werden die Augen geöffnet.
  • Das überraschende Leuchten des Meeres lässt manchen Schülern und Schülerinnen den Atem stocken, einige haben Tränen in den Augen.
  • Vielleicht war das der wichtigste Augenblick der Klassenreise…
  • Aber mit welchen Kriterien wollen Sie das bemessen?
  • Wer war am tiefsten berührt, wer weinte am ehrlichsten?
  • Unter uns gesagt: ich persönlich habe da Kategorien des ehrlichen Empfindens, mit deren Hilfe ich Heucheleien und Sentimentalitäten im Privatleben enttarnen kann, aber das führt hier wirklich zu weit….
  • Für den Umgang mit Schüler*innen bedeutet das wiederum: Beobachten Sie genau.
  • Bemerken Sie Momente, in denen Schüler*innen eine Erkenntnis gewinnen und erleben Sie diesen Augenblick gemeinsam und intensiv.
  • Die Sozialform wird wahrscheinlich das Gespräch sein.
  • Leiten Sie es zurückhaltend und aufmerksam, heben Sie Hierarchien auf, indem Sie sich ehrlich für Meinungsbeiträge interessieren.
  • Sprechen Sie Schüchterne einfühlsam an und zähmen Sie die Dauerredner.
  • Achten Sie darauf, dass nicht nur ein Gesichtspunkt breit getreten wird.
  • Bündeln Sie Beiträge und ziehen Sie ein Zwischenfazit.
  • Wenn Sie dann bereit sind, selbst dazuzulernen und den Wunsch verspüren, sich für die Kommunikation mit der Gruppe zu präzisieren und wenn Sie dann in hoch interessierte Gesichter schauen…
  • …dann ist der Moment gekommen, für den es sich zu lehren lohnt, nein, für den es sich lohnt, zu leben!

 

Bildquelle: Astronomische Uhr am Heilbronner Rathaus

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