Das Unsterbliche

„Lehren bedeutet, ein Leben für immer zu berühren“ (Seneca)

Das Unsterbliche

  • Seien Sie sich ständig der großen Verantwortung bewusst, die dem Lehrberuf immanent ist.
  • Sie werden prägend für das ganze Leben eines Menschen sein.
  • Und das Wichtigste ist daran: Es kann positiv und bestärkend sein, aber, wie wir alle wissen, gibt es auch fatale, destruktive Prägungen.
  • Seien Sie zunächst einmal kritisch mit sich selbst.
  • Reflektieren Sie sich unter dem Blickwinkel der Wahrhaftigkeit.
  • Was an Ihnen ist Show und welche Seiten von Ihnen sind die unangestrengten und tiefehrlichen?
  • Zeigen Sie moralische Haltung, diese ist wichtiger als die korrekte Wortwahl oder das angestrengte Bemühen um 100%ige Gerechtigkeit.
  • Seien Sie charakterlich unbestechlich. Machen Sie deutlich, dass Sie zwischen Schleim und Zuneigung unterscheiden können.
  • Stärken Sie die Unsicheren und zähmen Sie die Verwöhnten und Selbstgefälligen.
  • Wenn Sie die Seelen ihrer Schüler*innen berühren wollten, dann tun Sie dies mit der größtmöglichen Authentizität.
  • Nur so können Momente entstehen, die in ihrer Tiefe und Bedeutsamkeit weit über Gesagtes oder miteinander Erlebtes hinausreichen.
  • Intensive Stimmungen schreiben sich in den Körper ein und werden zum Habitus.
  • So begleiten die von Ihnen evozierten Emotionen die Schüler*innen ein Leben lang, weit länger also, als Ihr eigenes währt.

 

Alles ist eitel  (Andreas Gryphius)

Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reist jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’t.
Noch will was ewig ist kein einzig Mensch betrachten!

 

 

Bildquelle: https://archive.org/services/img/dieunsterblichke00arno

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