Die Sinnlichkeit der Lehre

Werde, der du bist (Pindar).
zarathustra

 

  • Wählen Sie große, attraktive Bildungsszenarien (ich sagte es schon, ich weiß). Dennoch erlebe ich diese Szenarien zu selten!
  • Verlassen Sie die Schematismen und fragen Sie sich: „Wie viel Rahmen lässt der Rahmenlehrplan?“
  • Verwandeln Sie spontan Klassenräume, Pausenhöfe, Treppenhäuser, Mensen etc. in Räume des Performativen. (Selbstverständlich ohne die Arbeit Ihrer Kolleg*innen zu beeinträchtigen).
  • Theatralisieren Sie ihren Unterricht. Das gelingt auch in den naturwissenschaftlichen Bereichen (Hauke Straehler-Pohl).
  • Erfahren Sie die Natur und ihre Phänomene intensiv und leidenschaftlich. Setzen Sie diese in einen komplexen ästhetischen Kontext
  • Stürmisches Wetter, ‚La Tempesta di Mare‘, Shakespeares ‚Sturm‘ und ‚wuthering heights‘ ergeben ein dramatisches Ensemble farbenreichen Seelenlebens.
  • Über diesen sehr emotionalen Weg kann eine hohe Sensibilisierung für den Schutz der uns umgebenden Welt gelingen.
  • Lauschen Sie der Nachtigall und lesen sie dazu ein Liebesgedicht. Z.B. Eichendorff: „Übern Garten, durch die Lüfte hört ich Wandervögel ziehn…“.
  • Fordern Sie ihre Schüler*innen auf, die Abenddämmerung wahrzunehmen. Lesen Sie Rilke: „Der Abend wechselt langsam die Gewänder, die ihm ein Rand von alten Bäumen hält…“.
  • Denken Sie über die Facetten von Einsamkeit in unserer überlauten, vulgären Gesellschaft nach und lassen Sie das Gemälde ‚Eichbaum im Schnee‘ von Caspar David Friedrich auf sich und Ihre Lernenden wirken.
  • Hören Sie ‚Also sprach Zarathustra‘ (zumindest den Anfang) und regen Sie Ihre Schüler*innen dazu an, mutige Lebensentwürfe zu kreieren.
  • Auch wenn wir scheitern, sollte der Plan für unser Leben ein großer gewesen sein.
  • Und damit sind nicht Dollars, Dirnen, dicke Cars gemeint. Es gilt, die eigentliche Aufgabe der menschlichen Existenz wieder in den Mittelpunkt einer tiefgründigen Nachdenklichkeit zu stellen: ‚Werde, der du bist‘. γένοι‘ οἷος ἐσσὶ μαθών.
Bildquelle: https://www.google.de/search?q=also+sprach+zarathustra&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwj1oeqvnfXhAhVQ-6QKHfZlBjwQ_AUIECgD&biw=1630&bih=911#imgrc=nKLq2sGqeoHMUM:&spf=1556538399706

52 Kommentare

  1. J. Oppelt sagte:

    Wohl war..
    Dieser Beitrag gibt viele Vorschläge wie man das Performative in die Schule bringen kann. Mir persönlich fällt es noch ein bisschen schwer aus meiner Haut zu kommen und dies mit der Leidenschaft durchzuführen (später, wenn ich selbst meinen Unterricht plane) wie es dieser Beitrag rüberbringt. Trotzdem bin ich der Meinung, das es unbedingt notwendig ist die alten Kunstwerke von Rilke, Eichendorff, Shakespeare und vielen mehr so lebendig wie möglich und so lebensnah wie möglich den Kindern näherzubringen, sonst werden sie nie dafür eine Muse haben.

    5. Juni 2019
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  2. Lena Put sagte:

    Poetische Texte nachzuempfinden, gerade auch Schilderungen von Natur, werden erst dann gänzlich nachvollziehbar, wenn man sie erlebt hat. Deswegen erscheint es mir als sehr sinnvoll sich mit den Kindern – z.B. bei einer Klassenfahrt – anzuschauen, wie „der Abend seine Gewänder [wechselt]“. Die poetischen Ausdrücke, wie z.B. Personifikationen, erlangen damit eine Aussagekraft.

    24. Juni 2019
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  3. Jakoba sagte:

    Danke für die schönen Tipps!
    Bei den Facetten von Einsamkeit fällt mir auch ein, dass man im Englischunterricht (auch in der Grundschule) schon über die Unterschiede von „loneliness“ und „solitude“ philosophieren könnte. Oder über die Doppeldeutigkeit von Wörtern wie „gift“ (Englisch: Geschenk). Oder die deutsche Bedeutung von „selbstbewusst“ und die englische Bedeutung von „self conscious“.
    An diesen Stellen könnte man Philosophie Englisch und Deutsch gleichzeitig behandeln.

    29. August 2019
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  4. Clarissa B. sagte:

    Ich denke die Aufgabe aus dem „Rahmenlehrplan zu fallen“ ist leichter gesagt als getan. Wie so oft fühlen sich viele Menschen innerhalb ihrer Pläne und Strukturen sehr wohl und gefestigt. Das Wagen des Herantastens an etwas Neues ist für viele ein riskanter Schritt. Gerade aber in der Schule, wo doch Individualität gefördert werden sollte, finde ich, dass es mehr als angebracht wäre, den Weg aus den Zwängen zu wagen und nach Leidenschaft und Menschlichkeit zu Lehren.

    2. September 2019
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  5. Marielena Vogt sagte:

    Werde, der du bist… ein wirklich wunderschöner Satz. So wie Sie die Lehre beschreiben entstehen tolle Bilder in meiner Phantasie. Jeder Ihrer Beitrage regt mich dazu an, die Beste Lehrer*innen-Version zu werden die ich sein kann.
    Ihre Leidenschaft wird durch die Wahl Ihrer Wörter sehr deutlich. Ich stelle mir einen Unterricht mit einer solch Leidenschaftlichen Lehrkraft überaus erfüllend vor. Leider verlernen wir Erwachsenen zu staunen. Sich die Welt um uns herum genausten anzuschauen und uns von ihrer einzigartigen Schönheit faszinieren zu lassen. Kinder machen dies ununterbrochen. Während eines Spaziergangs bleiben Kinder immer und immer wieder stehen und staunen, über eine Ameise die ein großes Stück Blatt mit sich trägt, oder einem Löwenzahn, der sich seinen Weg durch den Beton gesucht hat oder aber über eine Wolke die wie ein Schaukelpferd aussieht. Wir Erwachsenen sind es, die das Kind bei der Hand nehmen und immer wieder diese Momente unterbrechen. Im Laufe der Jahre bleiben die Kinder immer seltener stehen, bis sie dann irgendwann Kopflos durch die Straßen der Stadt rennen. Durch solch einen Leidenschaftlichen Unterricht, ermutigen wir die Schüler*innen nie aufzuhören zu staunen.

    1. November 2019
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    • Danke Marielena! Besonders der Hinweis auf die Leidenschaft ist wichtig! Insgesamt sehr erfüllende Kommentare!

      1. November 2019
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  6. Katja Walzer sagte:

    Nachdem ich vor Kurzem die Gelegenheit hatte selbst unterrichten zu dürfen, finde ich diese Tipps sehr hilfreich. Ich habe zur Zeit das Gefühl, dass der RLP uns viele Freiheiten lässt und wir uns selbst oft einfach trauen müssen aus dem Unterricht MEHR zu machen. Und auch wenn wir uns in den Lehrwerken oder dem Lehrmaterial von Kollegen sicher und wohl fühlen, sollten wir versuchen(und sei es erst nur in kleinen Schritten) unsere ‚comfort zone‘ zu verlassen. Denn wenn man dass erst einmal zulässt und auch bereit ist seine vorgefertigten Pläne anzupassen, kann ein wirklich toller, ideenreicher und auch für uns Lehrende inspirierender Unterricht entstehen. Mir ist dadurch auch aufgefallen, dass es uns dann möglich ist manche Schüler von einer ganz anderen Seite zu erleben und sie dadurch nicht in ihren vorher festgesetzten Rollen stecken bleiben.

    2. Februar 2020
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  7. Ule sagte:

    Ich finde wir dürfen hier über all die schönen Worte nicht die gute Nahrung vergessen… Die kann auch ein großer Anstoß zum Austausch sein und Anlass zum sinnieren.
    Was aßen die Römer, heute kochen wir wie die Höhlenmenschen… (Aspekt gelöscht von Zirbe), was wurde dem Sultan augetafelt…. Ein Sinnen berauschende selbstgemachtes Festmahl kann auch nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
    Dazu King Goethe:
    „Kein Genuß ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurückläßt, ist bleibend.“

    5. Februar 2020
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    • Ule sagte:

      Lieber Ule du hast vergessen zu betonen welchen Mehrwert solch ein Essen noch bei den SUS hinterlässt, wenn Sie gar kaum selbst gekochtes kennen und eher von der Sparte Dosen Ravioli und MC…. sind.

      5. Februar 2020
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  8. Antonia Lüttgert sagte:

    „Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“
    (Galileo Galilei)

    Wenn ich mich an meine eigene Schulzeit zurück erinnere, muss ich leider sagen, dass mein Schulunterricht nicht sonderlich innovativ oder mitreißend war. Gedichte beispielsweise wurden lediglich auswendig gelernt und monoton vor der gesamten Klasse vorgetragen. Von ALLEN! Mein persönliches Fazit: Nicht sonderlich gewinnbringend oder erfrischend.
    Daher erwische ich mich als Lehramtsstudentin auch immer wieder bei dem Gedanken und der Frage, wie ich den Unterricht für meine zukünftigen Schüler*innen gestalten kann, so dass er Freude vermittelt und gleichermaßen fesselnd und lehrreich ist. Dabei stelle ich häufig fest, dass dies, aufgrund mangelnder eigener Erfahrungen, eine wirklich große Herausforderung für mich darstellt und freue mich immer wieder über solche Beiträge oder entsprechende Veranstaltungen in der Uni.
    Im Rahmen eines Seminars an der Uni durften wir z.B. die performative Gestaltung von Unterricht aus der Sicht der Schüler*innen selbst erleben und waren – wenn auch nicht alle von Beginn an – begeistert.
    Unsere Aufgabe, das antike Märchen „Amor und Psyche“ in einer Gruppe in die heutige Zeit zu adaptieren und daraus ein kleines Theaterstück oder einen kleinen Film zu gestalten stellte uns alle zunächst vor eine riesige Herausforderung. Wie? Wo? Was? Wann? Es gab so viele Fragen, die es zu klären galt. Die intrinsische Motivation, am Ende ein gutes Ergebnis vorstellen zu können und die Offenheit der Aufgabenstellung ließen unsere Ideen jedoch förmlich übersprudeln. Jede von uns konnte ihren persönlichen Beitrag leisten und insbesondere beim Dreh des Films haben wir gemeinsam gelacht, über Problemen gebrütet und uns über zündende Ideen gefreut. Schlussendlich konnten wir ein gelungenes Ergebnis vorstellen und werden die Geschichte von Amor und Psyche, aber auch die von den anderen Gruppen performativ umgesetzten Märchen und Mythen so schnell wohl nicht vergessen.

    Ihr Vorschlag, Gedichte oder auch für Kinder nicht immer gleich als fesselnd empfundene griechische Sagen oder antike Märchen performativ zu gestalten ist meines Erachtens für die Schüler*innen, aber auch für die Lehrkraft selbst, aufregend und beflügelnd und bietet gleichzeitig so viel Potential.
    Trotz heterogener Vorerfahrungen und (in diesem Falle auch ganz wichtig und nicht zu unterschätzen) heterogener Persönlichkeiten holt diese Aufgabe alle Schüler*innen ab und bietet individuellen Raum zur persönlichen Weiterentwicklung. Kinder, die noch keinerlei Berührungen mit dieser Art von Literatur hatten, beschäftigen sich mit den mitunter schwierigen Texten aus einem ganz neuen Blickwinkel und aus einer vollkommen anderen Motivation heraus. Eher zurückhaltende Mitschüler*innen hingegen sehen die größte Herausforderung möglicherweise in der performativen Umsetzung und haben die Möglichkeit, ihnen nicht bekannte Stärken zu entdecken und über sich hinaus zu wachsen.
    Die performative Gestaltung von Unterricht ist meiner Meinung nach eine herausfordernde, animierende, spannende und mitreißende Methode mit hohem und vor allem anhaltendem Lerneffekt, die sich u. a. positiv auf die Gruppendynamik und vor allem den Selbstwert des einzelnen auswirken kann.

    16. Februar 2020
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  9. Ana María Díaz sagte:

    Das Performative spielte in meiner Schulzeit fast keine Rolle. Deshalb ist das für mich heute eine große Herausforderung.
    Mit diesen Tipps hat man auf jeden Fall neue Ideen für den zukünftigen Unterricht aber am hilfreichsten sind für mich die Erfahrungen, die man beispielsweise in der Schule sammelt. In der Universität habe ich mich für das erste Mal mit der Pädagogik des Performativen auseinandergesetzt und somit habe ich mich getraut eine Rolle zu spielen und die Wichtigkeit Bildungsszenarien in der Schule zu kreieren besser verstanden.

    18. Februar 2020
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  10. Lena sagte:

    „Werde, der du bist“ – Ein tiefgründiger Satz, gedacht als Abschlusswort, um das Gelesene wirken zu lassen. Doch auch ein Satz, der für den Anfang geeignet ist, da die Pädagogik des Performativen zeigt, wer man sein kann. Mein erster Gedanke an dem Tag, als ich mit meinen Kommilitoninnen das Werk „Amor und Psyche“ ins Bildhafte umsetzte und neu interpretierte war: Ich bin Venus, die Göttin der Schönheit und Liebe. Es fiel mir leicht, sie zu sein und das überraschte mich sehr. Innerhalb weniger Sekunden fand jede von uns ihre Rolle, es gab keine Diskussion oder Zweifel daran. Wir waren sie von Anfang an.
    Und so schnell geht es – die metallische Wendeltreppe hoch zur Wohnung ist keine Treppe mehr, sie ist der Berg, auf dem Psyche den Herrn der Winde Zephyr trifft. Auch, wenn der Himmel wolkenlos ist, sehen wir das Wetter als stürmisch, denn die Dramatik in dieser Szene lässt es uns sehen. Diese Küche ist keine Küche, sie ist ein pompöser Saal, der einer Göttin der Schönheit gerade so gerecht werden kann. In der Zeitung kann ich es plötzlich schwarz auf weiß lesen: „Die Göttin der Schönheit wurde abgelöst.“ Ich kann die Empörung fühlen und das Beben in mir.
    Erwachsenen fällt es oft schwerer als Kindern, diese Positionen einzunehmen, genauer hinzusehen oder gar das sehen zu können, war gar nicht da ist. Oder ist es das doch? Kinder sehen es jedenfalls und das Annehmen anderer Rollen sowie das Sehen von mystischen Orten in beispielweise einem Spielplatz gehört für sie zum Alltag. Ich denke dabei an meine Kindheit, in der mich und meine beste Freundin jede Pause Pferde begleiteten und wir Springturniere absolvierten. Dies gerät mehr und mehr in Vergessenheit – es verlangte im Unterricht aber auch niemand von mir. Eine Legende oder eine Geschichte waren nur eine Legende oder eine Geschichte – mehr nicht. Wäre ich selbst Faust gewesen oder hätte einmal die Zerrissenheit von Gretchen nachempfinden können, was hätte ich diese Tragödie verinnerlicht. Ich hätte es selbst einmal gelebt und dadurch vermutlich gesehen. Fausts Leidenschaft nicht nur rauslesen, sondern die Leidenschaft werden. Wie wichtig das ist, hat mir diese Erfahrung gezeigt, die nun über ein Jahr her ist und mich trotzdem noch begleitet. Bedenken, es nicht gut oder nicht richtig umsetzen zu können, verschwanden so schnell, denn es war unsere Geschichte, als hätten wir einen Teil neu erfunden.
    Die Personen, die wir in all den Werken finden sind ebenso heterogen wie die Schüler*innen, denen wir als zukünftige Lehrer*innen jeden Tag im Unterricht begegnen werden. Sie können jemand sein, der sie ohnehin immer sind, haben aber auch die Möglichkeit, herauszufinden, was sie sonst noch sein können und sein werden. Hier findet neben persönlicher Weiterentwicklung auch die Berücksichtigung der Individualität der Lernenden statt. Die Pädagogik des Performativen schult die Lernenden demnach auf der Wissens- und Informationsebene, was natürlich ein wichtiger Aspekt im Deutschunterricht und für den Bildungsverlauf darstellt. Darüber hinaus, wie meine eigene Schulzeit zeigt, können die Themen den Lernenden wirklich nahegebracht werden – so nah, wie es kein Vorlesen und keine schriftliche Interpretation schaffen wird. Kompetenzen, so wie wir es erleben konnten, werden zudem im Bereich der Kommunikationsfähigkeit und in der Selbstständigkeit geschult. Unser Teamgeist war nach acht Stunden gemeinsamer Arbeit so hoch wie gefühlt noch nie und das war ein schönes Gefühl.
    Eines, das wir bei uns behalten. Es klingt merkwürdig, aber es fühlt sich an, als wäre ein Stück Venus in mir geblieben. Eben, weil ich sie wirklich war.

    20. Februar 2020
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  11. Fabienne sagte:

    „Werde, der du bist…“

    …vielleicht einmal nicht im pädagogischen oder didaktischen Sinne, sondern vielmehr in der Art, dass Du Dich zeigen sollst, wie Du bist, was Dein Herz, Dein Geist und Deine Seele ausmacht- keine leichte Aufgabe! Ähnlich dem „Tu, was du willst“ aus „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, wird dem Leser/ der Leserin nach der ersten Euphorie, die die vermeintliche persönliche und willentliche Freiheit beflügelt und sogleich zum Träumen einlädt, langsam aber dennoch stetig bewusst, dass dies gar nicht so einfach ist; denn es kommt einem ziemlich viel in den Sinn von dem, was man nicht alles werden will und möchte!
    Und wie Bastian Balthazar Bux in „Die unendlichen Geschichte“ möchte man erst einmal alles ausprobieren (und muss dies vielleicht auch?), bevor man irgendwann tief in seinem Inneren weiß, worauf es wirklich ankommt, was wirklich wichtig genug ist, dass man es „wollen“ will. Und auch um zu werden, wer man ist, muss man zunächst Bestandsaufnahme betreiben; „sein“ und „werden“ sind nicht einfach nur im chronologischen Sinne miteinander verbunden (das Eine als die Zukunftsversion des Anderen), sondern sie bedingen sich gegenseitig, ein conditio sine qua non. Der Vorgang der Reflexion („wer bin ich?“) im Hier und Jetzt, ist somit der Boden, auf dem die Handlung des „Werdens, was man ist“ erst gedeihen kann. Beiden Aufforderungen ist also gemein, dass man sich über den Status Quo, sowie dem, was daraus entstehen oder folgen soll, im Klaren sein sollte.
    Diese Wandlung und Erkenntnis, wenn sie denn einem Schüler/ einer Schülerin durch den Akt des sozialen Lernens und der schulischen Erziehung im freiheitlich- demokratischen Sinne zu Teil wird, ist mit Sicherheit das Wertvollste, was man sich als Lehrperson vorstellen kann. Und wie kann so etwas besser erfahren werden als im Spiel, der Darstellung einer Erzählung, eines Gedichtes oder einer Sage aus der Mythologie. Denn im Schauspiel steckt die aufregende Erfahrung, jemand anderes sein zu können, sich ausprobieren zu können und zu erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man eine andere Persönlichkeit „anprobiert“, denn das „Sich- verkleiden“ ist schon der erste Schritt: Durch das einfache Überstreifen eines Kleidungsstücks erwachen Emotionen, die durch das Schauspiel weiter angetrieben werden; so wird aus SchülerInnen z. B. ein sorgenvoller Vater, eine liebende Frau, ein tragischer Held, eine mutige Kriegerin, ein rachsüchtiger Gott, eine bösartige Zauberin u. s. w. mit all ihren/ seinen Stärken und Schwächen.
    Dieses Spiel mit den Charakteren, sei es im Theaterstück oder als selbstproduzierter Film (mit Hilfe der heutigen digitalen Medien auch für Kinder im Grundschulalter recht einfach zu handhaben) bietet die Möglichkeit der Selbsterfahrung und Auseinandersetzung mit sozialen und philosophischen Themen auf einer Ebene, die herkömmliche Unterrichtsmethoden wie Gedichtanalysen und Buchvorstellungen niemals erreichen werden. Denn im Vorbereiten eines Films oder Theaterstückes stecken metakognitive Prozesse (vom kreativitäts- und selbstwertfördernden Wert des Prozesses für das Individuum einmal ganz abgesehen!), die für die geistige (Weiter-) Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unabdingbar sind. Durch die individuelle Interpretation des zu bearbeitenden Textes und die Transformation in eine eigene Darstellung werden zusätzlich sowohl Empathie als auch das Bewusstsein für schwierige Lebenssituationen und emotionale Dilemmata gefördert. Man steckt mittendrin im Leben der Charaktere und den Umständen, in denen sie sich bewegen und durch die sie bewegt werden. Es geht um das Erleben emotionaler Themen wie Scheitern und Siegen sowie um das Spüren von Angst, Trauer, Enttäuschung, Freude, Machtlosigkeit u. v. m. Und auch um das Aushalten von Situationen, deren Veränderbarkeit vielleicht in den Händen Anderer liegt. Kurzum, Dinge, die einen innerlich wachsen lassen, denn über sie erfährt man schließlich auch viel über sich selbst…was für eine sinnliche und sinnvolle Erfahrung für Kinder und Jugendliche, wenn man auf diese Weise lernt!
    Eine Erfahrung, die SchülerInnen in herkömmlichen Unterrichtsformen leider verborgen bleibt.

    6. März 2020
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  12. © Le Pouvoir de la Bergère sagte:

    Der Beitrag hat mir eine Unterrichtssequenz in Erinnerung gerufen, die von der groben Sprache der Schüler*innen inspiriert worden ist. Die heutige Schülersprache scheint mitunter eher von einem Fäkalieneimer als von einem Wörterbuch geprägt zu sein. Vielfach wurden körperliche Dispositionen in den Mittelpunkt der sprachlichen Entgleisung gestellt (Beispiele, Ausdrücke wie „fette Sau“, „du bis häßlich“, „der/die sieht scheiße aus“, „du Spast“, „du bist ja behindert“, „Fettarsch“). Auch Lehrkräfte hören sich da so einiges an. Über ein hohes Maß an Frustrationstoleranz und eine „dicke Pelle“ sollte auch der Nachwuchslehrkraft also verfügen. Mich haben diese groben und derben Redensarten motiviert, die Begriffe „Schönheit“ und „Hässlichkeit“ in einer Unterrichtssequenz näher zu betrachten. Auszüge der von den Schüler*innen zusammengetragenen Erkenntnisse stelle ich hier gerne vor:
    In der Sozialform Gruppenarbeit gab es die folgenden Erkenntnisse (Aufträge kursiv) „Stellt Nietzsches Auffassung des Schönen und Hässlichen dar.“:
    • Ästhetik kommt vom altgriechischen Wort aísthēsis (sprich: AISTHESIS), was so viel wie „Wahrnehmung“, „Empfindung“ bedeutet. Bis in das 19. Jahrhundert verstand man darunter vor allem die Lehre von der wahrnehmbaren Schönheit, von Gesetzmäßigkeiten und Harmonie in der Natur und in der Kunst.
    • NIETZSCHE hat die Antwort zur Frage, „was ist schön“ nicht im Gegenstand der Wahrnehmung gesucht, sondern bei dem Menschen selbst. Der Mensch ist für ihn das die Schönheit empfindende Subjekt.
    • NIETSCHE spricht von zwei Wahrheiten, die das Reich des ästhetischen Urteils umgrenzen:
    Erste Wahrheit: Nichts ist schön, nur der Mensch ist schön (auf dieser Naivität
    ruht alle Ästhetik).
    Zweite Wahrheit: Nichts ist hässlicher, als der entartende Mensch. (Das Hässliche
    bedeutet für den Menschen Verfall, Gefahr, Ohnmacht, Kraftlosigkeit).
    • NIETZSCHE sagt, dass das Schöne noch nicht einmal ein Begriff sei; ein Begriff habe nämlich eine Bedeutung, eine Definition. Und das sei hier nicht gegeben. Das Schöne sei nur ein Wort und das habe der Mensch erfunden.
    Der Mensch betrachtet das als schön, was ihm Schönheit zurückwirft – also als Bild. NIETZSCHE nennt dies Gattungs-Eitelkeit. Danach ist schön, was der Mensch als schön beurteilt.
    • Das Hässliche wird verstanden als Symptom der Degenereszenz (=rückläufige Entwicklung). Alles was an eine rückläufige Entwicklung erinnere, würde der Mensch als „hässlich“ bezeichnen. Und weil mit dem Verlust der Lebenskraft auch der Verfall droht und der Mensch ins Hässliche sinkt, droht dann der Niedergang des Menschen. Der Mensch hasst jedes Anzeichen von Erschöpfung, von Schwere, von Alter, von Müdigkeit, jede Art von Unfreiheit, als Krampf, als Lähmung. Der Geruch, die Farbe, die Form der Auflösung des Menschen (heißt das nicht Verwesung?) geben dem Menschen einen Schauder. Darin drückt sich die Urangst vom eigenen Untergang aus.
    „Erläutert, weshalb der Mensch nach Nietzsche das Schöne schätzt.“
    • Schönheit ist für den Menschen nichts anderes, als die Spiegelung menschlicher Lebenskraft. Und die Lebenskraft wird geprägt durch das Gefühl der Macht, den menschlichen Willen zur Macht, den menschlichen Mut, den menschlichen Stolz.
    • Die Eigenschaften („machtorientiert“, „mutig“, „stolz“) steigen mit dem Schönen (und fallen mit dem Hässlichen).
    „Arbeitet heraus, was prägend für Nietzsches Sicht auf das Hässliche sein kann.“
    • Wir glauben, dass dem Nietzsche wichtige Phasen des Menschseins einfach unbekannt waren. Sein Vater ist überraschend früh, ein Bruder im Kleinkindalter verstorben. Er selbst wurde nur 55 Jahre alt. Dem Nietzsche fehlte einfach der Eindruck vom Altwerden und Altsein. Ältere Menschen kompensieren den Verlust von Lebenskraft durch große geistige Reife, durch Erfahrung.
    „Setzt euch anhand der Beispiele kritisch mit den Begriffen >BehinderungAlterKrankheit< auseinander.“
    • Viele Menschen mit Behinderungen erlernen den Umgang damit und leben in bereichernder Intensität. Körperliche Schwäche schließt z.B. geistige Stärke nicht aus. Viele Beispiele zeigen, dass auch ein geistig eingeschränkter Mensch zum Beispiel künstlerisch außerordentlich kreativ sein kann (Theater spielen, musizieren, künstlerisch gestalten kann).
    Also kann die Antwort nur lauten, das selbstverständlich alte und/ oder kranke Menschen nicht aus Gründen der Ästhetik abgelehnt werden dürfen. Dass im Verlauf des Lebens oder durch Krankheit die Lebenskraft nachlässt, sind natürliche Entwicklungen, die zum Menschsein gehören.
    • Die Frage mit den altersschlaffen, fettleibigen oder missgestalteten Menschen erinnert an den Buchtitel des französischen „Untergrunddichters“ Boris VIAN, »Et on tuera tous les affreux« von 1948 (auf Deutsch: Wir werden alle Fiesen killen).
    Zur Vielfalt von uns Menschen gehört, dass wir nicht alle gleich aussehen. Und es gibt nicht nur dicke und schlaffe Menschen, die aus dem Raster eines (von der Werbung?) vermittelten Schönheitsideals herausfallen würden, sondern auch fürchterlich schwer anzuschauende aufgebrezelte „Schönheiten“. Die Veränderung eines Körpers gehört zum Menschsein dazu. Von Missbildungen geht in der Regel keinerlei Gefahr für die Umwelt aus. Man bekommt keinen Augenkrebs, bloß weil man auf einen spastischen Menschen schaut.
    • Jeder Mensch kann so viel Grips aufbringen, dass sie/ er die eigenen körperlichen Veränderungen im Alterungsprozess voraussieht. Wir müssen dazu nur einen Blick auf unsere Vorfahren werfen. Schaut auf eure Eltern und Großeltern; daran kann man ablesen, welches Veränderungsgeschehen in der eigenen körperlichen Gestalt bevorsteht … früher oder später.
    • Ein Wort zur Fettleibigkeit: Es gibt Kulturen auf unserer Welt, da würden schlanke Hungerharken als hässlich gelten. Da sind es die Dicken (Fettleibigen), die als schön gelten (Maori auf Neuseeland und in der Südsee, Sumo-Ringer in Japan).
    Innerhalb der Unterrichtssequenz haben wir ein Seniorenheim besucht, zwei Artisten im Alter von 82 und 84 Jahren als „Experten“ für körperlichen Verfall kennen gelernt und eine Sendung über Schönheitsideale analysiert. Am Ende haben wir einen Katalog von Ausdrücken erarbeitet, die wir im täglichen Miteinander im Klassendialog nicht mehr gebrauchen wollen.

    8. März 2020
    Antworten
  13. Casandra Bonowsky sagte:

    Bei diesen Worten und Gestaltungsmöglichkeiten male ich mir einen tollen und sehr kreativen Unterricht aus. Doch stelle ich mir oft die Frage wie lässt sich der Rahmenlehrplan auf die Interessen der Schüler*innen anpassen? Wie kann ich die Begeisterung bei einigen Themen wecken, die nicht im Fokus der Kinder stehen? Und wie motiviere ich dann zur Mitarbeit? Ich denke die Antwort in der Selbsterfahrung gefunden zu haben. Denn ich kann mich schon hier beim Lesen hineinfühlen und es mir vorstellen. Ich denke es geht auch darum die Schüler*innen aus der Reserve zu locken, sie sozusagen aus der Komfortzone zu holen. Es geht darum mutig zu sein und kreativ zu werden. Dies gilt für alle Bereiche im Leben. Die Schüler*innen sollen ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten entdecken und dadurch Sicherheit erlangen und den Mut entwickeln nach Großem zu Streben.

    8. März 2020
    Antworten
  14. N. F. Ulrich sagte:

    Anhand dieser Vorschläge können sich, oft auf den ersten Blick, trockene und langweilige Themen in etwas lebendiges, erfüllendes und spannendes verändern.
    Ich kann mir vorstellen, dass das Performative für viele Lehrkräfte eine Überwindung ist, geschweige denn für die Schüler*innen.
    Aus eigener Erfahrung habe ich allerdings gemerkt, dass ich, während der Aufnahmen eines Theaterstücks zu einem Buch aus der Weltliteratur, viel mehr aus mir herauskommen konnte als ich von mir gedacht bzw. erwartet hatte. Ich denke, dass ich mich durch das Spielen dieses Stückes viel mehr mit der Literatur auseinandergesetzt und diese mehr gefühlt und verstanden habe.
    Eine Wirkich tolle Art und Weise Kinder schon früh mit anspruchsvollerer Literatur in Berührung zu bringen.

    10. März 2020
    Antworten
  15. Seyma Ü. sagte:

    Unterrichtsinhalte können richtig gefühlt werden! Sie können einen erfüllen und begleiten. Genau das sollte vielleicht oberstes Ziel aller unterrichtlicher Vorhaben sein, damit allein der Begriff des Lernens für jedes Kind positive Affekte hervorbringt. Wissbegierige, die Natur begeisternde und mit allen Sinnen erforschende Kinder mit mutigen Lebensentwürfen – zu solchen Persönlichkeiten sollten Kinder motiviert werden.
    Wie bereits in obigen Kommentaren auch erwähnt wurde, ist auch hier das leidenschaftliche Lehren und Lernen gemeint. Ich möchte Schülerinnen und Schüler begeistern für den Unterricht, für das sinnliche Erfahren dessen, für das Forschen und Lernen, für das Arbeiten an hohen Zielen!

    22. März 2020
    Antworten
  16. Linda K. sagte:

    „Über diesen sehr emotionalen Weg kann eine hohe Sensibilisierung für den Schutz der uns umgebenden Welt gelingen.“ Eine Kraft und Verantwortung, über dessen Einfluss man als (angehende) Lehrkraft definitiv nachdenken sollte. Wir haben die Chance, unsere Schüler*innen für heikle Themen in unserer Welt zu sensibilisieren!
    Ergänzend möchte ich gerne auf die Aussage eingehen, dass man über Facetten von Einsamkeit nachdenken sollte. Einsamkeit klingt im ersten Moment sehr negativ behaftet. Es geht aber viel mehr um das Alleinsein und Herunterfahren, also Zeit nutzen und sich über sich selbst und seiner Umwelt bewusst zu werden, was nicht nur positiv, sondern einen wichtigen Ausgleich zum turbulenten Alltag darstellt.

    30. März 2020
    Antworten
  17. Luisa-Sophie W. sagte:

    Bezugnehmend zum vorangegangenen Kommentar von Linda K. möchte ich hinzufügen, dass die Einsamkeit (positiv betrachtet) einen signifikanten Beitrag dazu leisten kann, sich selbst kennen sowie lieben lernen zu können. „Werde, der Du bist.“ und akzeptiere dich so wie du bist! Meine Oma sagte mir früher immer, dass es wichtig sei, unabhängig zu sein. Und ich glaube, dies war nicht nur auf die finanzielle Abhängigkeit bezogen, sondern gleichermaßen auf die Fähigkeit, mit sich selbst allein sein und somit zur Ruhe kommen zu können.
    Wieviel Rahmen der Rahmenlehrplan lässt, ist eine Frage, die sich wohl je nach Schule und Schulleitung beantworten lässt. Wie bereits erwähnt, müssen wir heutzutage sehr transparent als LehrerInnen sein und unsere Lehrgegenstände und -methodiken begründen können. Für meinen zukünftigen Schuleinsatz wünsche ich mir natürlich die Freiheit, mich kreativ und vielseitig von der Masse abheben zu dürfen. Dazu gehören für mich auch ästhetische Kontexte und das Performative, um die Literatur erlebbar werden zu lassen. Ich stelle mir die Frage, wie schnell wir neue Einblicke und Erkenntnisse über unserer SchülerInnen gewinnen können, wenn wir ihnen die Chance geben sich in andere Rollen hineinzuversetzen? Vermutlich entdecken wir neue Charaktereigenschaften und Fähigkeiten, die wir den Lernenden vorher niemals zugedacht hätten.

    12. April 2020
    Antworten
  18. Savocha sagte:

    Auch wenn wir scheitern, sollte der Plan für unser Leben ein großer gewesen sein. Ein Satz, der mir noch lange in Erringung bleiben wird. Mein Traum des Unterrichtens ist genau die Beschreibung der Sinnlichkeit der Lehre. Ich frage mich wie es in Kollegien aussieht, die sich von so viel Eigeninitiative und Individualität eher negativ beeinflusst fühlen? Meinen Sie auch in diesen Kollegien schafft man es den Unterschied zu machen? Ist es dann noch Teamarbeit? Oder kann man das gar verknüpfen? Auch wenn man die gewählten Inhalte komplett anders präsentiert? Sind Kollegen vielleicht sogar begeistert und wollen es genauso machen? Bisher Habich eher die Erfahrung gemacht, dass bei individuellen und eher „neuen“ Ideen ein Rückzug geschieht undszch auch die, die daran Lust hätten mitzumachen, eher der Mehrheit anpassen. Wie genau wähle ich eine Schule aus in der man das Gemeinsam tun kann?

    23. April 2020
    Antworten
  19. Anastasia sagte:

    Wie Anna Maria Diaz hier schon erwähnt hatte, spielte das Performative bei vielen von uns offensichtlich keine große Rolle, sodass es für uns alle eine Herausforderung sein wird die Räume in der Schule auch mal als mögliche Kulisse zu sehen und auch die SuS werden sicherlich sich erstmal öffnen müssen, ohne Angst zu haben, sie würden hier ja ansonsten Verbotenes Gelände betreten. Man könnte ja die Schultreppe zur Treppe Rapunzels umdenken und auf dem Weg nach oben die Geschichte aus Sicht des Prinzes erzählen. Oder sich als Piraten verkleiden und den Spielplatz zur Schatzinsel umformen und da den Schatz vergraben, mal sehen, ob sich die Kinder auch so sehr drum streiten werden wie die Protagonisten Stevensons. Es gibt auf jeden Fall viel Potenzial, wenn man mal außerhalb des Arbeitsheftes denkt.

    30. April 2020
    Antworten
  20. Gaspar sagte:

    „Wer, der du bist.“
    Super Zitat. Ließt sich im ersten Moment so leicht und einfach und birgt doch eine gewaltige Tiefe. Eine lange Reise, eine Lebensaufgabe dieses Ziel zu erreichen. Mir sagt der Ansatz, die Schüler für das Wesentliche zu besinnen sehr zu. In der Konsum- und Verbrauchstgesellschaft in welcher wir leben, wachsen die Kinder in einer immer kurzlebigeren Welt auf. Der digitale Raum nimmt immer mehr Zeit und Raum in Anspruch und oft wissen die Schüler mehr über Trends auf Instagram oder Tiktok, als über die Dinge die uns umgeben. Die Digitalisierung bringt natürlich viel Postives und viel Potenzial mit sich, aber es braucht definitiv auch Menschen, welche die SuS fürs Innehalten, Durchatmen und das Beobachten der Naturphänomene sensibilisiert.

    5. Mai 2020
    Antworten
  21. Michelle Hermann sagte:

    Warum brauchen wir in der Lehre eine neue Sinnlichkeit?
    Monoton bedeutet so viel wie gleichförmig ohne jegliche Abwechslung und ist damit ermüdend. Die Monotonisierung trägt zu einer gleichförmigen Entwicklung bei. Es führt zur Einförmigkeit der Menschenmaschen. Beigetragen dazu hat die Mechanisierung und Präponderanz der Technik. Dinge wie Tanz, Mode, Kino und Radio sorgten für Individualität und heute für Gleichheit. Konsequenz des Ganzen ist, dass die Leidenschaft des Menschen und die Individualität verloren geht. Damit gelangt der Spaß und das Interesse etwas neues zu entwickeln in Vergessenheit.
    In diesem Beispiel „die Sinnlichkeit der Lehre“ wird sehr gut verdeutlicht, wie wichtig die Individualität der einzelnen ist. Daher trifft das Zitat „Werde, wer du bist“ die Thematik ziemlich genau. Diese kurze Aussage sagt aus, dass man sich nicht monoton an die Gesellschaft anpassen soll, sondern mit seinen eigenen Ideen, Handlungs- und Denkweisen überzeugen soll. Nur dadurch kann sich das Interesse und die Lust an etwas steigern. Hier in dem Beispiel kann anhand der Natur, eine Verdeutlichung von Wahrnehmungen und ein näheres Auseinandersetzen mit verschiedenen Themenbereichen stattfinden. Durch das eigene erleben und erforschen der Natur oder auch der Erlebnisse, können gewisse Texte oder auch Themen leichter nachempfunden sowie verstanden werden. Dieses Unterrichtsbeispiel zeigt eine Facettenreiche Durchführung, die bei jedem SchülerInnen andere Ergebnisse und Gedanken hervorrufen kann. Den SchülerInnen wird die Leidenschaft, sowie die Menschlichkeit näher gebracht. Jeder Mensch empfindet und handelt anders. Sowohl Phantasie als auch Leidenschaft, weckt sich bei den SchülerInnen. Meistens entwickeln sich diese Eigenschaften im Laufe des Lebens zurück oder verschwinden ganz. Das ist auch je nach Person, ihren Interessen sowie Charaktereigenschaften unterschiedlich. In diesem Beispiel wird die Performativ genutzt.
    Vergleichend mit meiner eigenen Schulerfahrung lässt sich sagen, dass meine Lehrkräfte eine ähnliche Herangehensweise hatten. Sie unterstützen unsere Kreativität und Leidenschaft, indem sie uns eigenständig an verschiedenen Projekten arbeiten ließen. Wie auch in diesem Beispiel, wurden unsere Klassenräume in Räume des Performativen umgewandelt, in denen wir eigenständig handeln konnten.
    Meiner Meinung nach ist die Sinnlichkeit im Unterricht, sowie im Leben eine sehr wichtige Sache. Nur dadurch lernen die Kinder ihre eigene Leidenschaft und Phantasie kennen und entwickeln diese weiter. Wenn dieser Schritt allerdings eingeschränkt wird, wird die Denkweise von der Gesellschaft gesteuert und die Monotonisierung schreitet weiter vor. Mehr Lehrkräfte sollten sich an solchen Unterrichtsbeispielen orientieren. Damit kann sich nicht nur die Kindheit, sondern auch das zukünftige Leben der Kinder verändern. Gerade die Kindheit ist ausgezeichnet mit Phantasie und Leidenschaft, umso wichtiger ist es, dass die Lehrkräfte und auch Eltern diese fördern. In diesem Beispiel wird sowohl Wissen als auch die Sinnlichkeit gefördert. Daher ist dieses Unterrichtsbeispiel ein gutes Vorzeigebeispiel und gelungen.
    Erweitert könnte dieses Vorhaben nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause. In dem sich die Eltern näher mit der Sinnlichkeit der Kinder auseinandersetzen. Besonders wichtig dafür ist auch das Erleben von Erfahrungen. Daher können Ausflüge eine gute Möglichkeit sein, um an der Entfaltung der Kinder beizutragen.

    20. Mai 2020
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  22. Sandra K. sagte:

    Zunächst scheinen „Sinnlichkeit“ und „Schule“ aus zwei verschiedenen Universen zu kommen. Schade! Das fällt einem erst auf, wenn man die Begriffe nebeneinander stellt, denn dieser Artikel bringt auf den Punkt, wie sehr die Sinnlichkeit für „Sinn“ steht, für das Lebendige und das lebensbeinhaltende in allem.
    Ausgerechnet aus der Schule, dem Ort, wo wir als Kinder und Jugendliche alle sehr viel Zeit verbringen sollte das nicht herausgehalten werden; unterdrückt und beiseite geschoben werden.
    Kinder sind angezogen von Intensität und Lebendigkeit und man kann sie in vielen alltäglichen Dingen finden (wie auch hier angesprochen zum Beispiel bei einer Entdeckungsreise in der näheren Umgebung).
    Lernen macht dann Spaß, wenn etwas in einem selbst zur Resonanz kommt – dann wird es lebendig. Das hat auch viel mit Sinnsuche und -findung zu tun und ich bin dankbar für diesen tollen „Aspekt“ (das Wort wird dem nicht gerecht) in unserer; in meiner Lehrerausbildung.

    22. Mai 2020
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  23. Corvin Ernst sagte:

    Der Beitrag ist eine wundervolle Inspiration, nicht nur für angehende Lehrkräfte. Es ist wichtig, nicht am Leben vorbei zu laufen, sondern sich bewusst Zeit für ganz bestimmte Momente zu nehmen. In unserer Welt ist vieles verallgemeinert worden, wie etwa der Rahmenlehrplan in der Schule, sodass eine Vergleichbarkeit gegeben ist. Ein anderes Beispiel sind Unterrichtsmethoden, die sich bei einigen Lehrkräften von Stunde zu Stunde wiederholen, ganz monoton, völlig selbstverständlich und ohne Abwechslung. Die Kinder wachsen in einem immer stärker monotonen Alltagsleben auf, was zwangsläufig dazu führt, dass dies auf verschiedenste Verhaltensweisen im Leben neben und auch nach der Schule übertragen wird.
    Gerechtigkeit und Fairness sind Werte, die selbstverständlich auf der Welt gefördert und unterstützt werden sollten, doch dabei darf es nicht zum Resultat einer Vereinheitlichung von Individualität kommen. Dies passiert, unter anderem durch die Globalisierung, in vielen Teilen des Lebens. Individualität geht an einigen Stellen verloren, weil Menschen sich anpassen und einander nachahmen. Um diesem Verlust von individueller Kreativität vorzubeugen, hier einige weitere Anregungen und Ideen für den schulischen Unterricht:

    Die Schule sollte ein Ort sein, an dem die Schülerinnen und Schüler sich komplett kreativ ausleben können. Sie sollten die Möglichkeit haben, sich selbst zu entfalten, schließlich bereitet die Schule auf das spätere Leben vor und soll Anhaltspunkte und Inspirationen für jede und jeden einzelne*n geben, sich zu orientieren und neue, individuelle Interessen zu entdecken. Ein Rahmenlehrplan sollte, wie das Wort schon sagt, einen thematischen Rahmen darstellen und somit Grundlagen für eine individuelle Entfaltung liefern. Dann ist es die Aufgabe der Lehrkraft, und dabei handelt es sich um eine große und äußerst aufwendige Aufgabe, den Kindern auf der Grundlage des Rahmenlehrplans so viele Gelegenheiten und Anregungen wie möglich zu schaffen, sich selbst kreativ auszuleben, Interessen und Stärken zu entdecken und dabei, mehr und mehr eigenständig, Individualität auszubilden.
    Dazu gehört es, verschiedenste Unterrichtsmethoden auszuprobieren. Von der Gruppenarbeit über das Klassengespräch, zum kreativen Spiel, Theater oder Tanz, unabhängig davon, wie gut oder schlecht die/der einzelne die jeweiligen Möglichkeiten annimmt, sollten sie den Schülerinnen und Schülern vorgestellt werden. Diesen Ansatz finde ich äußerst wichtig, um bei jedem Kind die Motivation zu verankern, mehr und mehr eigenständig individuell kreativ zu werden. Um dies zu erreichen, sehe ich eine große Verantwortung bei den Lehrkräften, die, im Rahmen der Schule, genau solche Anregungen und damit auch Grundlagen schaffen sollten. Damit wird einer Monotonisierung in unserem Alltagsleben vorgebeugt, denn es ist schließlich viel schöner und inspirierender, wenn jeder Mensch seine ganz eigenen, interessanten Ideen entwickelt und diese individuell ausleben und mit der Welt teilen kann.

    22. Mai 2020
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  24. Sandra A. sagte:

    „Werde, der du bist.“- eine kurze, aber doch so inhaltsvolle Aussage, welche nicht nur auf die Arbeit der Lehrerin oder des Lehrers, sondern auch auf das gesamte menschliche Dasein bezogen werden sollte. Denn darum sollte es im Lernen und Leben doch gehen, oder? Die Entwicklung einer Persönlichkeit und die freie Entfaltung dieser. Die Realität in Schulen sieht jedoch leider meistens anders aus: Der Unterricht besteht aus dem monotonen abarbeiten einzelner Inhalte des Rahmenlehrplans, „kreativere“ Fragen und Ideen von Schülerinnen und Schülern werden häufig als „Abschweifen“ oder „nicht in den Zeitplan passend“ abgetan. Besonders gut finde ich daher die Frage: „Wie viel Rahmen lässt der Rahmenlehrplan?“ aus dem Blogeintrag. Sie regt an, diesen nicht als strikte Handlungsvorgabe, sondern als Gerüst mit ausreichend Lücken für anregende Gestaltungsideen, zu sehen.
    Kinder sind von Natur aus sehr wissbegierig und entdeckungsfreudig. Sie haben Spaß daran Neues durch erlebendes Handeln kennenzulernen. In der Schule wird genau dieses oft unterbunden. Häufig wird nur eine Antwort als richtig anerkannt und am meisten gelobt werden die Kinder, welche die gleiche Meinung wie die Lehrkraft vertreten. Damit wird aber die Verschiedenheit zwischen den Kindern unterbunden. Das, was jedes einzelne Kind ausmacht, legt dieses Kind so ab, um sich an die anderen, vor allem an die vorgegeben Meinung der Lehrkraft, anzupassen. Stefan Zweig spricht von einem „allgleichen herdenhaften Geschmack“, welcher den eigenen ablöst. So bedauernswert dieser Teil des Schulsystems auch ist, so gut bereitet er die Kinder jedoch auf das alltägliche Leben in der Gesellschaft vor, in welcher, zum Leidwesen vieler, jedes Abweichen vom sogenannten „Durchschnitt“ verurteilt wird.
    Und genau deshalb brauchen wir eine neue Sinnlichkeit in der Lehre und aus diesem Grund finde ich die im Beitrag angeführten Beispiele so ansprechend. Unterricht sollte leidenschaftlich, sinnlich, anregend, kreativ,… sein, auf keinen Fall jedoch monotonisiert. Ob dies mithilfe von Theater, inspirierenden Gedichten oder anderen Mitteln geschieht, liegt in der Hand der Lehrkraft und sollte vor allem auf die Lerngruppe abgestimmt werden. Damit die Kinder „die werden können, die sie sind“ und nicht das Gefühl haben, sich an irgendetwas anpassen zu müssen!

    22. Mai 2020
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  25. Elena T. S. sagte:

    Ich kann Sandra A. nur zustimmen. Den Kinder bleibt kein Freiraum für Fragen. Sie sitzen nur den Unterricht ab, und versuchen die fragen die ihnen getllt werden zu beantworten. Das Wechselspiel von Lehrer*innen und Schüler*innen ist nicht vorhanden. Sie haben keine Zeit sich in die Richtung die sie Interessiert zu entwickeln. Alles muss immer für die Schüler gleich ablaufen. Genauso ist auch schon eine Monotonisierung bei den Schulabschlüssen eingetroffen. Wie passt das noch zu dem Satz „Werde. der du bist“ ? Die Schüler machen einfach alle nur noch Abitur und folgen gar nciht mehr ihrer Sinnlichkeit. Sie sollten aber auch schon im Unterricht mehr Gestalltungfreiheit haben und lernen, das sie miotbestimmen können. SIe sollen ihre Sinnlcihkeit ausleben und sich nicht davor fürchten, gegen den Strom zu schwimmen, wenn sie dabei ihrer Sionnlichkeit folgen.

    25. Mai 2020
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  26. Paul K. sagte:

    Aufgrund dessen, dass oben ein paar „Anweisungen“ stehen, wie man die Monotonisierung der Schule und damit die Monotonisierung der Gesellschaft und dass ich auch schon ein bisschen durch die Kommentare geguckt habe, schließe ich darauf, dass die Schule schon weitesgehend monotonisiert ist. Lange Rede, kurzer Sinn…..stimmt. Allerdings gibt es auch total coole und gute Lehrer*innen da draußen. Zum Beispiel meine Deutschlehrerin Frau Zink. Frau Zink hatte ich in Deutsch in der 9. und 10. Klasse. Mal ganz davon abgesehne, dass ich in diesen Schuljahren die besten Noten hate, hat mir dieser Deutschunterricht mega gut gefallen. Ein paar anderen Schülern meiner Klasse war immer ein bisschen unwohl, wenn sie daran dachten, dass wir Unterricht bei ihr hatten, denn es hieß: KREATIV werden. Ein paar Leute hielten Frau zink fürn bisschen verrückt und das war sie vielleicht auch. Eines Tages zum Beispiel kam sie in die Schule mit einem Schild, das sie sich umgehangen hatte, auf dem stand: „Keine Sorge, bin nur die Treppe runtergefallen!“, damit niemand dachte, ihr Mann hätte sie geschlagen, weil sie in diesen tagen ein blaues Auge hatte. Sie war immer knallbunt angezogen und hat sich anscheinend wenig darum geschert, was andere von ihr dachten. Na egal, es geht um ihren Unterricht. Im Unterricht ging es nich nur um langweilige Textanalysen sondern ums kreativ werden. Eigene Gedichte schreiben, zusätzliche Buchkapitel verfassen, die in den speziellen Stil das Buches passen sollten, oder das erstellen eines besonderen Dialoges in Gruppenarbeit, welcher dann vorgespielt wurde. Diese Aufgaben fand ich am schönsten (also das vorspielen), da ich nicht nur am Tisch saß und iwas machen musste wo ich eigentlich null Lust hatte, sondern selber was erschaffen durfte und in den Austausch mit Klassenkameraden treten durft und wir daraus machen konnten was uns einfach spaß machte. Deshalb will ich den Aussagen oben zustimmen, um möglichst viel aus Unterricht rauszuholen. Hätten wir unseren Raum verändern können, hätten wir das sicherlich auch noch gemacht, leider hatten wir innerhalb einer Woche in zwei verschiedenen Räumen Unterricht und diese wurden in der Zwischenzeit von mehreren Klassen mitbenutzt. Aber wie gesagt, finde ich es wichtig der wachsenden Langeweile im Unterricht entgegenzuwirken indem man von dem monotonen „Text lesen->Text analysieren->Text lesen usw usw“ wegkommt und wieder Spaß am in die Schule und in den Unterricht gehen hat.

    25. Mai 2020
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  27. André Schendler sagte:

    „Werde, der du bist“ stellt meiner Meinung nach das passende Motto dar, um gegen diese heutzutage so monotonisierte Welt vorzugehen. Das betrifft dabei alle Bereiche unseres Lebens, die sich im Laufe der Zeit von den üblichen Sitten und Gebräuchen (Traditionen) abgewendet haben. Beispielhaft sind hierfür der Tanz, die Mode, das Kino oder das Radio.
    Persönliche Merkmale wie Selbstständigkeit, Individualität oder Charaktereigenschaften verschwimmen immer mehr bzw. fallen teilweise sogar ganz weg. Folglich entsteht eine Art Gleichartigkeit aller Menschen nach den vermeintlichen „Ideal- bzw. Traumvorstellungen“. Der Ursprung dieser Monotonisierung kommt vom amerikanischen Kontinent, wobei sie damit das Ziel der „Eroberung“ Europas verfolgen.
    Es besteht dadurch die Gefahr einer (wirtschaftlichen) Abhängigkeit und einer ähnlichen „geistigen“ Lebensweise der Amerikaner. Diese ist von Langeweile, vom Wegkommen des Spielerischen oder von der Einförmigkeit/Gleichheit aller Menschen geprägt.
    Um dies alles zu vermeiden, müssen wir unserer Verantwortung bewusst sein und gegen diese Montonisierung der Welt vorgehen, denn schließlich betrifft das all unsere Lebensbereiche.
    Erst dann kann man auch von einer Sinnlichkeit der Lehre sprechen. Man sollte sich nicht nur an den strikten Vorgaben der Rahmenlehrpläne orientieren, sondern auch einen gewissen Freiraum/Interpretationsraum bei der Unterrichtsgestaltung lassen. Eine abwechslungsreiche und flexible Unterrichtsgestaltung wirkt sich viel positiver und motivierender auf die SuS aus. Theaterszenen, Rollenspiele oder auch Ausflüge sollten daher auch mal auf dem Tagesplan stehen. Dadurch können sich die SuS erst so richtig frei entfalten (Kreativität) und persönlich weiterentwickeln. Eine gezielte Auseinandersetzung mit bestimmten Geräuschen, Gedanken bzw. Empfindungen hilft uns noch zusätzlich bei unserer Persönlichkeitsentwicklung. Wir alle verfolgen einen großen Lebenstraum/-plan, der für uns elementar wichtig ist.
    Von daher sollte die eigentliche Aufgabe der menschlichen Existenzsicherung wieder in dem Mittelpunkt geraten und gegen die Monotonisierung vorgegangen werden.
    Als Grundlage/Basis gilt dafür nun einmal die (schulische) Lehre bzw. Bildung, die verantwortungsbewusstes und gezieltes Handeln jedes Einzelnen in einer Gesellschaft unterstützen sollte (Ganz nach dem Motto „werde, der du bist“).

    25. Mai 2020
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  28. Michaela Wolf sagte:

    Sich der Sinnlichkeit der Lehre hinzugeben und sie wie oben benannt umzusetzen, erscheint als schwer zu erreichendes Ziel. Natürlich ist es wichtig, sich den individuellen Bedürfnissen der Schüler*innen hinzugeben, doch ist das bei 25 Schüler*innen in einer Klasse in diesem Masse möglich? Die Rahmenlehrpläne schaffen Strukturen und durch ihre Monotorisierung vlt. auch einen gewissen Grad an Fairness. Betrachtet man die Monotorisierung mal nicht nur im negativen Sinne, könnte man ihr vielleicht auch ein paar gute Aspekte zuordnen. Z.B. bei einer Monotorisierung der Rahmenlehrpläne und des Unterrichtes auf globaler Ebene würde ein gewisser Grad von Chancengleichheit entstehen.

    Die Sinnlichkeit der Lehre kann eventuell parallel dazu existieren,wenn der Rahmenlehrplan nur eine Struktur bildet und nicht einen starrer Zwang. Dem Zitat ist viel abzugewinnen und die Schüler*innen müssen natürlich in ihrer Individualität und Selbstständigkeit gefördert werden. Ein kleiner Mensch soll zu einem Individuum geformt werden. So stellt sich die Frage: ist der Prozess der Formung nicht auch eine Monotorisierung, wenn es bei allen Schüler*innen durchgeführt wird?

    Im Zusammenhang der Sinnlichkeit spielen individuelle Emotionen der Schüler*innen eine sehr wichtige Rolle. Diese sollten in den Unterricht einfließen und gefördert werden und nicht durch Monotorisierung verkümmern. Der sinnliche Unterricht bietet Raum für tiefgreifende Gedanken, die in der normalen Gesellschaft keine oder nur wenig Beachtung und Zeit finden. Man hat das Gefühl, die Welt dreht sich immer schneller, immer mehr Leistung muss erbracht werden. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen und dem Individuum einen Raum zur Entwicklung zu bieten, ist der sinnliche Unterricht unverzichtbar. Eine Waage aus Monotorisierung in Verbindung mit Fairness und Individualität und Selbstständigkeit kann ein erreichbares Ziel sein, doch dafür benötigt es das Induvidum selbst und dessen Willen zum Lernen über sich selbst (den man fördern kann). Der Grundbaustein ist aber bei jeden Menschen existent.

    26. Mai 2020
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  29. Sehr gut gesagt. Wenn Lehrer merken, dass die Schülerin manchen Bereichen Schwierigkeiten haben die Thematik zu verstehen und im Lehrplan wird diese Thematik nicht als relevant empfunden, aber der Lehrer findet diese Thematik als relevant, dann sollte der Lehrer sich für diese Thematik Zeit nehmen. Kinder sollen unterschiedliche Eindrücke bekommen, egal in welchem Fach auch immer. Sie sollen sehen, dass Bildung auch Spaß machen kann. Je anschaulicher der Lehrer den Unterricht gestaltet, desto mehr hören seine Schüler ihm zu und verfolgen seinen Unterricht mit großem Interesse. Verschiedene Unterrichtspraktiken sollten im Unterricht vorhanden sein, da Kinder unterschiedlich lernen. Gedichte von Goethe oder von Rilke zu lesen ist sehr spannend, denn die Kinder lernen eine ganz andere Sprache von Poesie und auch Romantik.

    26. Mai 2020
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  30. Chelsea D. sagte:

    Die Überschrift des Beitrages lässt die Aussage für mich schon sehr gut assoziieren.
    Eine Aufforderung, mit den Kindern nicht nur die rationalen Dinge ihrer Lebenswelt zu verstehen und benennen, sondern auch mal die übrigen Sinne und Vorstellungskraft in die Pädagogik mit einzubeziehen.
    Unterricht zielt oftmals auf die reine Informationsvermittlung und auf das Fähigkeitenerlernen ab, ohne dass die Lehrkraft sich und den Schülern mal die Zeit gibt, z.B. Gedichte, Lieder, Bilder, usw. mit unseren übrigen Sinnen wahrzunehmen und zu erkennen, was diese mit den Gefühlen jedes Einzelnen machen.

    29. Mai 2020
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  31. Lena Mudrich sagte:

    Um direkt einmal an meine Vorrednerin Michaela anzuknüpfen, finde ich es berechtigt, darüber nachzudenken auch die positiven Seiten der Monotonisierung zu betrachten. Denn wie sie oben gesagt hat, kann ich mir ebenfalls schwer vorstellen, dass im Unterricht auf alle Bedürfnisse der SchülerInnen individuell eingegangen werden kann. Es wäre schön, wenn man das was oben benannt ist, toll umsetzen könnte. Man könnte den Kindern ein neues Schulwesen zeigen, zeigen, dass Schule Spaß macht und die Kinder könnten ebenso ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dies ist jedoch durch den Rahmenlehrplan eingegrenzt und man kann nur bedingt gewissen Sachen umsetzen.
    Auch wie Michaela gesagt hat, schafft eine Monotonisierung der Lehrpläne eine Chancengleichheit auf der ganzen Welt. Jeder Mensch hat die gleichen Chancen den gleichen Inhalt in der gleichen Zeit zu erwerben.

    Um den Schulalltag nicht allzu träge zu gestalten, ist eine Sinnlichkeit notwendig und wichtig!
    Kinder können ihren Gefühlen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen und entdecken bestimmte Sichtweisen komplett neu.
    Michaela hat es meiner Meinung nach gut getroffen mit dem Satz: „Eine Waage aus Monotorisierung in Verbindung mit Fairness und Individualität und Selbstständigkeit kann ein erreichbares Ziel sein (…).“

    29. Mai 2020
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  32. Lisa Lauterbach sagte:

    Die Lehre der Sinnlichkeit ist aus meiner Sicht ein wundervoller Beitrag und inspiriert zu schönen Ideen für spätere Unterrichtsgestaltungen. Ich stimme der Meinung, dass es von besonderer Bedeutung sei eine tiefgründige Nachdenklichkeit in den Mittelpunkt zu stellen, vollkommen zu. Vor allem in der heutigen Zeit ist es wichtig den Schülerinnen und Schülern die Werte der Sinnlichkeit näher zu bringen. Jedoch nicht auf Grund der Monotonisierung, wie es im Essay von Stefan Zweig angedeutet wird. Denn anders als er sehe ich nicht, dass allen Ländern und Kulturen ein und dieselben Sitten „aufgedrängt“ werden. Vielmehr betrachte ich es als einen Austausch der Kulturen, der durch die Digitalisierung der Welt möglich gemacht wurde. Dies bietet aus meiner Sicht die Chance vielseitiger und mit mehr Möglichkeiten in jedem einzelnen Land zu leben. Der Grund weshalb ich den Fokus auf die Sinnlichkeit der Lehre so wichtig finde, liegt demnach nicht in der „Monotonisierung“, sondern in der Überflutung durch die vielen Möglichkeiten, die heutzutage durch eben benannten Austausch existieren. Diese führen dazu, dass vor allem die jungen Menschen unter ständigem Entscheidungszwang stehen und oft überfordert damit sind, den richtigen Weg für sich selbst zu wählen und dabei völlig vergessen, wer sie eigentlich sind. Demnach ist es von besonderer Bedeutung, vor allem die jungen Menschen wieder daran zu erinnern mehr auf ihre Sinne und ihr Inneres zu hören.

    29. Mai 2020
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  33. Marie Makepeace sagte:

    Allem voran: Ich möchte hiermit zwar keine reine Kritik am digitalen Fortschritt äußern, aber stehe diesem durchaus mit einer gewissen Vorsicht bzw. Skepsis gegenüber. Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie mein Leben wohl dadurch schon beeinflusst wurde und sehe den Massenmedienkonsum als geeignete Basis, um den Begriff der Monotonisierung zu erfassen. Dennoch sind Bildschirm- und digitale Medien meiner Meinung nach auch eine wundervolle Methodik, um eine sinnlich geprägte Lehre auszugestalten (siehe Unterrichtsvorschläge am Ende). Ich denke, es wäre dabei nur von Vorteil, wenn im Unterricht auch besprochen wird, wie ein angemessener und gesunder Umgang mit Medien aussieht.

    Für mich steht Medienkonsum vor allem für Unterhaltung. Und Unterhaltung kann man gleichsetzen mit dem Wortlaut „unten halten“. Dies steht wiederum für „nicht ausbrechen“, „nicht auffallen“. Einfach „mit dem Strom schwimmen“, unreflektiert „beschallen lassen“. Ein Leben führen, das die Masse vorschreibt – ein monotones Leben führen.

    In diesem Zusammenhang möchte ich kurz vom Begriff der Langeweile sprechen:
    Denn immer wieder bekomme ich den Eindruck, dass das Gefühl von Langeweile heut-zutage kaum mehr verspürt und ausgelebt wird. Langeweile ist allgemein offenbar ein negativ besetztes Gefühl. Doch wieso ist es negativ, dass wir unserem Kopf einfach ein-mal einen Moment der Ruhe gönnen, aus dem wertvolle neue Ideen entstehen können? Ein Moment, in dem wir mit unseren Gedanken allein sind und Selbsterkenntnis gewin-nen können?
    Ich muss zugeben, dass auch ich nicht stets davon gefeit bin, mich von der riesigen Auswahl an Unterhaltungsangeboten verleiten zu lassen. Statt mich mit meiner eigenen Ge-dankenwelt auseinander zu setzen, wähle ich oft die bequemere Variante: Ich lenke mich ab und unterdrücke somit die Chance, Langeweile zu entwickeln. Ich lasse mich durch die unzähligen Beiträge und Lebensberichte auf sozialen Netzwerken treiben, las-se sie alle zu einer Masse verschwimmen. Ich schaue mir Videos und Filme an, obwohl das Dargestellte nicht so real ist wie die Welt vor meiner eigenen Haustür. Ich kaufe die Dinge, die mir andere schmackhaft machen, obwohl ich von selbst gar nicht darauf ge-kommen wäre. Habe ich das wirklich nötig? Am Ende merke ich nur, wie sehr ich mei-nen Kopf damit überfordert habe und nichts über mich selbst und meine Bedürfnisse gelernt habe.
    Dazu muss ich sagen, dass ich sogar noch ein Mitglied der 90ies-Generation bin, d.h. ich kam eine lange Zeit völlig ohne diese Möglichkeiten der Unterhaltung klar und bin un-endlich dankbar dafür, dass ich das Gefühl von Langeweile noch kennenlernen durfte. Und ich schätze das Gefühl. Tatsächlich habe ich mir vorgenommen, es in Zukunft nicht mehr zu umgehen.
    Wie muss es aber nun den neueren Generationen gehen, die von Anfang an mit diversen Sozialnetzwerken und Unterhaltungs-Plattformen aufwachsen? Wie sehr vermissen sie es vielleicht unbewusst, ihre Vorstellung vom Leben ohne den Einfluss anderer kreieren zu können und ihr wahres Selbstbewusstsein herauszubilden?

    Ich denke, kommt ist die „Sinnlichkeit der Lehre“ zugute, da sie den Schülerinnen und Schülern helfen kann, zum Ursprung ihrer ungetrübten individuellen Wünsche und Bedürfnisse zu gelangen. Und dies geschieht, indem sie all ihre Sinne und Emotionen einbringen können und lernen, in sich hinein zu spüren und ihr Leben bewusst wahrzunehmen.
    Als Ergänzung zu den bereits vorgestellten Unterrichtsideen habe ich also noch ein paar weitere Vorschläge zusammengestellt:
    • Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Hier könnten die Kinder ein Tier aussuchen, das wie eine Art Totem fungiert. Anhand des Totems sollen sie ihre eigene Persönlichkeit beschreiben. Am Ende stellen die Kinder ihre Auswahl vor.
    • Wie fühle ich mich heute? Stuhlkreis mit Gefühlsmonsterkarten. Welche Karte beschreibt die eigene Gefühlslage am besten?
    • Musik als Medium, um Gefühle auszudrücken: z.B. ein klassisches Konzert nach-kreieren, d.h. die Kinder ziehen sich etwas Ausgehfeines an, richten ein Buffet an, stellen Stuhlreihen auf etc., und auf einer großen Leinwand werden berühmte Stücke in einer Live-Performance abgespielt. Was löst diese Musik bei den Kindern aus? Wie unterscheidet sich die Musik eventuell von ihrem eigenen Musikgeschmack? Wer spielt ein Instrument bzw. wer würde gerne eines lernen? (alternativ: gemeinsamer Konzertbesuch oder Besuch einer Musikschule)
    • Eigenes Körpergefühl stärken: z.B. Nachbilden oder Besuch eines Kneipp-Gartens, bewusstes Barfußgehen, Atemübungen, Meditationsreise, Kinder-Yoga…
    • Der eigene Eindruck bzw. die eigene individuelle Sichtweise stärken: Die Kinder sollen eine Szenerie aus dem Gedächtnis heraus beschreiben. Zuerst können sie die ausgewählte Umgebung lange und aufmerksam studieren, dann sollen sie diese ohne hinzusehen nochmals in Worte fassen.
    • Ein Bewusstsein für die Schönheit des Alltäglichen entwickeln: z.B. Licht und unser Universum (Besuch einer Lichterausstellung oder des Planetariums) oder z.B. den Wechsel zwischen den einzelnen Jahreszeiten notieren (über das Jahr hinweg besondere Anzeichen sammeln, z.B. Kastanien sammeln im Herbst, auf Schneeglöckchen im Frühling achten…)
    • Die Bedeutung unserer Sinne und wie sie uns im Alltag nützen: Welche Möglich-keiten gibt es für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen? (Gebärdensprache, Brailleschrift…). Als ungefährer Vergleich wird eine Stationsarbeit zum Thema Wahrnehmung aufgebaut, bei der verschiedene Gerüche, Geräusche, Geschmäcker und Gefühle erraten werden sollen (man könnte das Klassenzimmer z.B. in ein Dunkelrestaurant umwandeln).
    Auch wäre eine Idee, das Klassenzimmer als Kino einzurichten oder einen Kinosaal zu mieten, um dort Schwarz-Weiß-Filme oder Stummfilme anzusehen (auch moderne Adaptionen sind möglich, z.B.: Pleasant Ville, The Artist…).

    30. Mai 2020
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  34. Lisa B. sagte:

    Die Überschrift „Sinnlichkeit der Lehre“ fasst die Sätze darunter sehr gut zusammen. Ich empfinde diese Tipps als besonders wertvoll, da sie kreativ, spannend und innovativ für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sind. Ich denke, dass mehr Lehrkräfte sich mehr zutrauen und aus ihrem „Rahmen“ kommen sollten. Ich mag den Gedanken, den Unterricht zu theatralisieren. Das könnte viel ansprechender und spannender für die Kinder sein, als einfach nur vor der Tafel zu stehen und den Kindern trockenen Stoff zu vermitteln. Des Weiteren liebe ich folgenden Satz: „Auch wenn wir scheitern, sollte der Plan für unser Leben ein großer gewesen sein.“ Dieser Satz gibt einem Hoffnung, dass selbst wenn man gescheitert ist, trotzdem sein bestes getan hat. Das sollte den Schülerinnen und Schülern auch immer bewusst werden. Kinder sollten keine Angst vor dem Versagen haben, sie sollten Mutig und Selbstbewusst durch die Welt gehen, dabei möchte ich sie als angehende Lehrkraft immer unterstützen.

    1. Juni 2020
    Antworten
  35. Luisa P. sagte:

    „Werde, der du bist“, um dies auch den Kindern zugänglich zu machen ist es wichtig der Monotonisierung entgegen zu treten. Sie kann zu einem Verlust von Fantasie, Individualität und eigener Zielsetzung führen. Wer kennt es nicht? Man geht zur Schule, schreibt seine Klausuren und beendet die Schulzeit mit dem Abitur. Aber was kommt danach? Studieren, so macht man das heutzutage, aber was studiere ich, wenn ich immer nur dem gefolgt bin, was mir vorgelebt wurde? Was möchte ich werden? Was will ich mit meinem Leben anfangen?
    Viele stellen sich genau diese Fragen und um diese zu umgehen ist es wichtig die Kinder schon früh zu ermutigen den eigenen Ideen nachzugehen und auch mal aus der Reihe zu tanzen. Man sollte seiner Leidenschaft folgen, um sich selbst weiter entwickeln zu können. Dies muss man den Kindern vorleben und dafür ist eine Leidenschaft bzw. Sinnlichkeit in der Lehre dringendst notwendig. Es ist sicher nicht leicht den Rahmenlehrplan beiseite zu lassen und sich mehr von den Ideen der Kinder leiten zu lassen, doch ich finde ab und zu sollte man dies definitiv tun. Dabei muss man keine andere Richtung einschlagen, sondern kann wie in den Beispielen genannt über den Plan hinaus gehen.

    1. Juni 2020
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  36. Justin K. sagte:

    Monotonisierung der Welt bedeutet, dass alles gleichförmiger und einheitlicher gemacht wird. Die Menschen gleichen sich immer mehr mit ihren Vorlieben und Aussehen. Die Städte werden immer ähnlicher. Es führt zur Einförmigkeit der Menschheit. Beigetragen zur Gleichheit hat die Globalisierung, wie z.B. die Mode, der Tanz und das Radio. Die Individualität leidet darunter und droht zu verschwinden.
    „Werde, der du bist“. Ist eine tiefgreifende Aussage, über die Entwicklung und Entfaltung deiner Persönlichkeit. In der Schule sieht dies meist anders aus, da die Individualität aller Kinder, in der zur Verfügung stehenden Zeit, nicht berücksichtigt werden kann.
    „Wie viel Rahmen lässt der Rahmenlehrplan?“
    Lehrer müssen den Kindern etwas beibringen, alle Kinder sind unterschiedlich, in ihrem Vorwissen, Interessen/ Motivationen und Leistungen. Sie sind alle individuell. Jedoch kann kein Kind in die Oberschule geschickt werden, dass das kleine 1 x 1 nicht kann. Also müsste doch eine Monotonisierung erfolgen?

    Der Unterricht erfolgt Lehrer abhängig, es gibt Lehrer, die sehr kreativ sind und jene die frontalunterrichten. Die Lehrkräfte sollten mehr Sinnlichkeit in ihren Unterricht bringen, mehr Kreativität, raus aus dem Klassenzimmer, mehr draußen Unterrichten, individuelles Unterrichten, Theater-Rollenspiele, mehr Ausflüge machen und zudem Themen behandeln die Kinder interessieren.

    3. Juni 2020
    Antworten
  37. Tim Wieland sagte:

    „Die größte Sehenswürdigkeit, ist die Welt – sieh sie dir an.“ – Kurt Tucholsky
    Früher war jedes Land mit ihrer Kultur, ihren Traditionen und der Sprache einzigartig. Heutzutage werden die Grenzen immer weiter durch die Globalisierung verwischt, jeder spricht Englisch und immer mehr Wörter werden aus dem Englischen übernommen und ersetzen Wörter aus anderen Sprachen. Die Sprache ist im ständigen Wandel. Auch Feiertage, wie zum Beispiel Weihnachten erfreuen sich internationaler Beliebtheit, obwohl es ein christliches Fest ist, welches die Geburt von Jesu Christi feiert. Auch Tänze aus verschiedenen Regionen, wie zum Beispiel die Lateinamerikanischen Tänzen wie ChaChaCha, Rumba und Samba werden heute auf vielen Turnieren international getanzt, die eigentliche Bedeutung, die Geschichte der Entstehung und Traditionen die mit diesen Tänzen verbunden waren und teilweise sind, gehen verloren.
    Die Monotonisierung der Welt sorgt dafür, dass alles einheitlich wird, das ist einerseits gut, da so der Austausch vereinfacht wird, allerdings geht dadurch auch viel Verloren: Die Einzigartigkeit.
    In dem Beispiel: „Die Sinnlichkeit der Lehre“ wird gelungen beschrieben wie man das Performative im Unterricht nutzen kann. Es ist nicht das Wichtigste den Rahmenlehrplan stumpf abzuarbeiten. Wirklich wichtig ist, die Kinder selbständig und frei die Natur und verschiedene Phänomene entdecken, erforschen, beobachten und beschreiben zu lassen, ohne alles vorzugeben und somit genau festzulegen wer was lernt. Um dies zu erreichen eigenen sich besonders freie Arbeitsmethoden, in welchen der Austausch über die „Dinge“ im Vordergrund steht. Frontalunterricht, wie ich ihn meiner Schulzeit relativ häufig erlebt habe sollte der Vergangenheit angehören, stattdessen sollten offene und freie Diskussionen auf Augenhöhe den Unterricht dominieren. Das Nachdenken, Verstehen und Nachempfinden von poetischen Texten über die Natur, andere Phänomene und Dinge wirkt der Monopolisierung entgegen und schafft Einzigartigkeit, denn nicht jeder fühlt die gleichen Dinge beim Hören oder Lesen von Gedichten.
    „Werde, der du bist“ – dieser Satz beschreibt kurz und präzise, dass man so sein und bleiben soll wie man ist und sich in nur in diese Richtung verändert in die man gehen möchte. Er bringt die Lebensaufgabe mit sich dieses Ziel zureichen und beschreibt damit einen Prozess der lebenslang anhält. Es ist falsch sich selbst ständig nach anderen zu richten und andere nachzuahmen, denn alle anderen gibt es schon.
    Lehrkräfte sollten versuchen die Kinder in ihrer Persönlichkeitsbildung zu unterstützen, dazu ist es notwendig ihnen den Freiraum zu gewähren, den sie brauchen. Meine Erfahrungen in der Schule waren oft, dass Schule die Fantasie und Kreativität der Kinder beschränkt, sie in Schubladen steckt und bewertet. Alles wurde genormt und gleichgemacht, unterschiede waren entweder falsch oder richtig, etwas dazwischen gab es nicht (natürlich gab es einige Ausnahmen).
    Meiner Meinung nach sollten Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern mehr Freiraum lassen und ihre kreativen Ideen nicht unterdrücken. Dies beginnt schon bei der Wahl der Aufgabe für die Kinder: Statt die Kinder beispielsweise eine bestimmte Blume malen zu lassen könnte man das Thema auf verschiedene Ebenen ausweiten, so dass die Kinder selbst entscheiden, wie ihre Blume aussehen soll oder ob sie ihre Blume mit einem Gedicht skizzieren. Dies setzt natürlich den Abbau von Grenzen zwischen den verschiedenen Schulfächern voraus, was meiner Meinung nach sinnvoll es, da es absolut keinen Grund gibt Fächer wie Deutsch, Kunst und Ethik brutal zu trennen, obwohl sie sehr gut miteinander harmonieren.

    3. Juni 2020
    Antworten
  38. Dunya Yassine sagte:

    Die Sinnlichkeit der Lehre
    Die von Ihnen beschriebenen Ratschläge zur abwechslungsreichen und differenzierten Unterrichtsgestaltung, finde ich sowohl sehr interessant als auch hilfreich. Besonders die Punkte zwei und neun, sprich über dem Rahmenlehrplan hinaus zu denken und die Schüler*innen aktiv zu fördern (z.B. durch das Aufgeben von Aufgaben/Denkanstöße außerhalb des Unterrichts).
    Auch finde ich den ersten, dritten und vierten Punkt für sehr innovativ, da ich auch der Meinung bin, dass es sehr wichtig ist den Unterricht auch spielerisch zu gestalten (z.B. durch Rollenspiele, kleine Aufführungen). Denn dadurch werden die Schüler*innen nicht nur aktiver, sondern können somit ihre Kreativität ebenfalls entfalten. Allerdings stimmte ich meinen Kommilitonen zu. Nämlich, dass das größte Problem die Umsetzung ist. Es könnte ziemlich schwer werden sich für jede einzelne Unterrichtseinheit kreative und vor allem innovative Gestaltungen einfallen zu lassen. Des Weiteren stellt die Motivation der Schüler*innen eine weitere Herausforderung dar. Beispielsweise wenn Aufgaben aufgegeben werden, die über den Unterricht hinaus gehen. Die Schüler*innen könnten solche Aufgaben als „zusätzliche Belastung“ sehen und diese dann entweder halbherzig oder gar nicht erst bearbeiten.

    Deswegen lässt sich insgesamt sagen, dass Ihre Ansätze wirklich sehr hilfreich und kreativ sind, sie aber die Frage aufwerfen inwiefern und in welchem Ausmaß sie umsetzbar sind.

    3. Juni 2020
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  39. Anika B. sagte:

    Die Beispiele sind gute Ideen, um nicht durch alles durch zu rauschen. Die Gestaltung des Unterrichtes ist sehr kompakt gehalten und die Eigenkreativität wird meistens zurückgestellt. Die Frage „Wie viel Rahmen lässt der Rahmenlehrplan?“ finde ich besonders interessant, denn durch die Strukturierung des Rahmenlehrplans ist meistens nicht sehr viel Zeit innerhalb des Unterrichts, um den SuS freien Raum für Kreativität zu bieten. Dafür müsste wichtiger Unterrichtsstoff wegfallen, um sich mit manchen Themen länger zu beschäftigen und die Kinder genug Zeit für kreative Möglichkeiten zu geben. Jedoch haben diese SuS dann einen Nachteil durch fehlenden Stoff. Durch den Rahmenlehrplan wird, wenn möglich, allen Kindern die gleiche Chance auf Bildung gewährt. Dadurch hat, wie auch schon in vorhergehenden Kommentaren erwähnt, die Monotorisierung nicht nur negative Seiten, sondern trägt auch etwas zu einem fairen Bildungssystem bei. Als Lehrkraft sollte man trotzdem versuchen, den Unterricht abwechselnd zu gestalten und auch kreative Freiräumen einräumen. Kinder lernen lieber und besser für eine Sache, wenn sie diese mit Freude verbinden. Wichtig auch ist das die individuellen Bedürfnisse durch die Verallgemeinerung nicht in den Hintergrund geraten dürfen auch wenn es für eine Lehrkraft sehr schwer ist.

    3. Juni 2020
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  40. Despoina Paraschou sagte:

    Es ist nicht schwer zu merken, dass heutzutage die Gleichförmigkeit alle Bereiche unseres Lebens bestimmt, nicht nur die äußerlichen, sondern auch das Innere. Wir kleiden uns ähnlich, wir hören ähnliche Musik, wir tanzen ähnlich, wir feiern ähnlich usw. Dieser Wille nach Gleichförmigkeit dringt auch tiefer ein und wir haben sogar Ängste entwickelt, nicht „up to date“ zu sein, nicht den Trends/nicht der Mode folgen zu können. Das Phänomen der herrschenden Gleichförmigkeit wird so stark durch die technischen Erfindungen und Fortschritte beschleunigt, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Lage gleichzeitig Zugang an dieselben Informationsquellen haben können: Jeder, der sein Leben nicht wie alle anderen führt, und jeder, der nicht die gleiche Denkweise hat, ist unentschuldigt und gehört irgendwie nicht mit dazu, er bleibt isoliert. Und unentschuldigt ist er umso mehr, denn die Gleichförmigkeit basiert sich auf das Einfache, das Schnelle, das Bequeme. Kulturen, Sitten und Gebräuche, Traditionen, Besonderheiten der Länder und der Städte, die Einzigartigkeit des Individuums beim Denken und Ausdrücken in allen Formen, die authentische Kreativität und die mutigen, persönlichen Entscheidungen verschwinden. Menschen haben sich gewohnt, das Vergnügen, ohne jegliche Anstrengung, zu beanspruchen. Das ist furchtbar, weil all das die Seele der Welt ist, das Wesentliche. Und unsere Anstrengung nach unserer persönlichen Leidenschaft formt uns selbst, gibt uns unsere Identität, macht uns das, was wir eigentlich sind. Und da kommt Bildung: ein lebenslanger Prozess, die uns mit kritischem Denken bewaffnet und treu zu uns selbst sein lässt.

    3. Juni 2020
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  41. Fenja Horsch sagte:

    Die Lehre der Sinnlichkeit

    Monotonisierung der Welt – als ich den Text gelesen hab, fühlte ich mich ein wenig ertappt. In allem irgendwie. Auch darin, zu dieser monotonen Welt beizutragen und mich in ihr eigentlich garnicht wohl zu fühlen. Irgendwie auf der Suche zu sein, nach Individualismus, Freiheit von den Zwängen und der Gleichheit dieser Gesellschaft und nach mir, nach meinem inneren Frieden. Der Ruhe, dem Ankommen. Die Uhr in dieser Welt nimmt immer mehr Fahrt auf, vieles muss gleichzeitig passieren und schnell, es gibt so viele Dinge, die einen Ablenken, die einem Informationen zuwerfen, nach denen man nicht gefragt hat und die auch nicht relevant sind. Ich möchte aus diesem Rad aussteigen, aber hab das Gefühl immer wieder den Absprung zu verpassen. Wie muss das erst für Kinder sein, die Informationen noch ungefiltert empfangen, naiv (im positiven Sinne) auf die Welt blicken und vieles noch nicht selbst steuern können? Wie bringt man Ihnen bei, sich selbst nicht zu verlieren in dem Chaos um sie herum? Das Unterrichtsbeispiel „Die Sinnlichkeit der Lehre“ gibt da gute Impulse! Mit den Kindern Grenzen verlassen, jenseits von Pfaden wandern und so gut es geht das Gewohnte aufbrechen. Mit den SuS Träume zu finden und sie dazu ermutigen, diese nicht los zu lassen, gefällt mir sehr. Das, was die Gesellschaft Stück für Stück verlernt, mit den Kindern praktizieren, ungewohnte Räume für sich nutzen und die Grenzen im Kopf erweitern.

    11. Juni 2020
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  42. Vivian B. sagte:

    Dieser Beitrag lässt mich in Erinnerung schweben. Ich hatte als Kind das große Glück, LehrerInnen zu haben die sehr viel performatives Lernen mit uns umgesetzt haben. Wir haben viele kleine aber auch große Theaterstücke aufgeführt, es gab viele Rollenspiele um bestimmte Texte besser zu verstehen und diese zu verinnerlichen. Eine Lehrerin ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben. Sie hat auch Streitsituationen oft zu klären können. Wenn diese Lehrerin die Klasse betrat, war es als würde sie eine Bühne betreten und trotz dieser großen Gesten war sie immer authentisch. Ich hoffe auch ich kann ein Stück weit wie sie sein.

    17. Juni 2020
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  43. Ina Zarah S. sagte:

    „Wie viel Rahmen lässt der Rahmenlehrplan?“ Eine Frage, die ich mir neben den Studieninhalten auch dann frage, wenn ich selbst meinen Unterricht gestalte. So viele Ideen, Möglichkeiten, Impulse kommen mir in den Sinn, dass es drei zusätzliche Monate Schulzeit bräuchte um sie alle im Unterricht unterzubringen. Zwischen Themeneinführung, Kontrolltests und den anstehenden Ferien fehlt oft die zeit für die hier besprochene Sinnlichkeit, die doch jeden Unterricht um so vieles bereichern würde. Schüler*innen, aber auch Lehrer*innen, könnten Stück für Stück im performativen Arbeiten und Handeln Antworten auf die Frage „Wer bin ich denn, wenn ich werden soll, wer ich bin?“ eröffnet werden. Nicht nur steigt in dieser Beschäftigung mit Ästhetik, Kunst und Literatur das Selbstgefühl, ein jeder erfährt auch in stillen Gedanken und lauten Äußerungen zunehmend, was ihn bewegt und umtreibt, welche Inspirationen ihn ansprechen, ihn fördern und fordern. Wenn es nach mir ginge, würde der Rahmenlehrplan zunehmend mehr Platz für solch sinnlichen Auseinandersetzungen mit unserem Umfeld und uns selbst bieten. man stelle sich nur vor, welch ausgeglichene und vor Ideen und Inspiration sprudelnden Schüler*innen wir erleben könnten, wenn wir nur ein wenig mehr Zeit hätten, sie mit der Sinnlichkeit unserer vertraut zu machen. Immer mit dem Ziel, ihnen zu ermöglichen zu werden, wer sie sind.

    21. Juni 2020
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  44. Elo sagte:

    Die Uniformisierung, von der Stefan Zweig vor fast 100 Jahren spricht, ist heutzutage definitiv auch präsent. Am schlimmsten, finde ich, ist die schmerzhafte Seite von der Anstrengung, sich an einer uniformen Norm anzupassen. Von sich selbst mit einer Art Selbstverständlichkeit zu erwarten, sogar zu verlangen, dass man, unabhängig von seinen individuellen Eigenschaften, sich das Konstrukt einer scheinbar allgemeingültigen Norm angleicht, bereitet einem Erfahrungen und Gefühle die alles anders als positiv sind. Das, was an der eigenen Person wesentlich ist, wird an eine nachrangige Stelle geschoben, und Priorität bekommt die verinnerlichte, angenommene Verpflichtung, bestimmte Checklisten dieser Norm zu erfüllen. Direkte Zwecke davon sind vielleicht vielfältig, dennoch meisten bewegt einem zu dieser Anpassungsmühe die Hoffnung, akzeptiert zu sein, geachtet zu sein, geliebt zu sein. Dabei bleiben aber solche Blicke von sich für einen selbst verborgen und übrig bleibt ein trauriges inneres Leben. Jugendliche wissen leider oft zu gut, wie das sich anfüllt.

    Im Gegenteil sollte aber die Heterogenität der Welt, der Menschen nicht nur erlaubt, sondern ermutigt werden. „Werde, der du bist“ ist vielleicht die Herausforderung an den Einzelnen, die am meisten dazu beitragen kann. Denn sie regt an, überhaupt zu entdecken, wer man ist, und führt zu dem Wunsch, dies zu bewahren und sich auf keinen Fall einer homogenen, monotonen Gleichstellung zu unterwerfen. Außerdem ist sie nie abgeschlossen, weshalb sie jederzeit eine neue Inspiration erfahren kann. Meiner Meinung nach kann dieses Entdecken, Erkennen, Kennlernen einem selbst nur durch die aktive Wechselwirkung mit einem Umfeld gelingen, das größer ist als man selbst.

    Die Thematik der Sinnlichkeit der Lehre finde ich sehr angebracht, denn überintellektualisierte Herangehensweisen kommen bei nirgend jemandem an, noch weniger bei Kindern und Jugendlichen. Möchte man Gedanken, Reflektionen, Kenntnisse, Fähigkeiten hervorrufen, sollte man schon den ganzen Menschen in Betracht nehmen und mit einer ganzheitlichen Wirkung dies versuchen. Mit dem Einbeziehen der Wahrnehmung und Empfindung hat man erst eine Chance, jemanden zu erreichen. So wird eigentlich Bildung wirklich lebendig.

    Es geht aber meiner Meinung nach in der Schule nicht nur um Bildung im Sinne von Wissensvermittlung oder Training von Kompetenzen mit konkreten Zielen. Bildung heißt nämlich auch einem Menschen die Möglichkeit für eine Entfaltung zu geben, die wir als Bezugsperson weder genau planen noch ahnen können. Unsere Schülerinnen und Schüler sind die Bürger von morgen, und wir müssen ihnen die Werkzeuge geben, so gut wir können, damit sie aus der Welt etwas Besseres machen können, als sie heute ist. Dafür scheint mir auch Sinnlichkeit sehr wichtig zu sein, denn man muss sich einen Moment nehmen, um zu empfangen, zu empfinden, wahrzunehmen, die Welt auf sich wirken lassen zu können. Gerade im jungen Alter ist es wichtig, sich mit dieser Offenheit und der für sie notwendigen inneren Ruhe anzufreunden und zu lernen, sie zu stiften.

    Die „Theatralisierung“ des Unterrichts ist ein Begriff, der mir erst durch diesen Beitrag bekannt geworden ist. Durch einen Eintrag im „Wörterbuch der Theaterpädagogik“ (http://www.archiv-datp.de/worterbuch-theatralisierung/) konnte ich mir ein erstes Bild davon machen und bin sehr dankbar dafür, das Konzept kennenzulernen. Die Theatralisierung scheint mir ein wunderbarer Weg zu sein, um gleichzeitig die Entwicklung starker Individuen und deren Fähigkeit zu ermutigen, Vielfalt und Differenz zu begrüßen, anstatt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Theater ist ein soziales, „pluralistisches Unternehmen“ an sich, und nur wenn die Teilnehmenden unterschiedliche Stärken, Ideen, Gefühle haben, kann sie erst funktionieren. Wenn auf der anderen Seite diese Vielfalt von Teilnehmenden nicht akzeptiert wird, ist sie als Ganzes gefährdet. Außerdem sorgen die Plastizität, Unmittelbarkeit und der beteiligende Charakter des theatralen Prozesses für einen durchgehenden Wahrnehmungskontext und wird somit dem Bedarf der Sinnlichkeit in der Lehre gerecht. Schön ist auch, dass, an Unklarheiten und Gefühlen zu arbeiten, an den rumspielen und versuchen sie auszudrücken viel mehr möglich wird als in traditionellen Unterrichtsformen, da man sich im Bereich der Kunst befindet, der mehr Freiheit bietet. Der Eintrag erwähnt auch, dass herausgefunden wurde, dass Lernen zuerst „funktional szenisch“ stattfindet und erst danach begrifflich, und dass die Theatralisierung an genau diese erste Entwicklungsphase anknüpft. Dazu habe ich noch keine weiterführende Literatur gefunden, finde es aber, nach eigener Erfahrung beim Wissenserwerb auf jeden Fall nachempfinden und möchte mehr darüber rausfinden. Ich finde die Idee der Theatralisierung insgesamt sehr spannend und freue mich, sie zu erleben und umzusetzen.

    Ein großes Dankeschön für die Anregungen!

    24. Juni 2020
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  45. Anne Michalke sagte:

    Warum brauchen wir in der Lehre eine neue Sinnlichkeit?

    Der gegebene Beitrag befasst sich mit Vorschlägen, wie man das Performative in der Schule umsetzen kann und wie man dein Rahmen des Lehrplanes erweitern kann.
    Das Erleben oder Nachvollziehen von poetischen Texten ist besonders wichtig, um sich zu begreifen und verinnerlichen. Lehrer müssen versuchen sich selber einzubringen und aus dem Konzept und Rahmenlehrplan raus zu handeln. Ohne die Sinnlichkeit in der Lehre gibt es keine Tiefgründigkeit in den Inhalten des Unterrichtes und des Bezug für die Schüler wird schwieriger.
    Hierbei ist es wichtig, Klassiker und bestimmte bekannte Themen so kinderfreundlich und lebensnah rüberzubringen.
    Durch den Bezug zu dem Thema „Pädagogik des Performativen“ habe ich die Rolle der Lehrkraft deuten können und mich auch selbst besser reflektieren.
    Als angehende Lehrkraft möchte ich in schwierige Themen mit Begeisterung anleiten können und die Kinder animieren und zum eigenen Handeln bewegen.

    16. Oktober 2020
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  46. Larsen Retzlaff sagte:

    Der Beitrag hat mir wiederholt gezeigt, wie wichtig eigentlich kreativ-Pädagogik ist. SuS sollten nämlich in der Lage sein, bestimmte Probleme kreativ-individuell lösen zu können und sich für unbekanntes zu öffnen. Sie kann sprachlich-kommunikative, die künstlerisch-ästhetische, die psychomotorische und die sozial-emotionale Dimensionen fördern und die SuS dafür sensibilisieren.
    Ich erinnere mich noch gut an meine Grundschulzeit, als ich Theater als AG angewählt habe. Die Möglichkeit „aus der Haut zu fahren“ und sich in diversen Dialogen „out of the box“ mit Thematiken zu beschäftigen hilft außerdem, sich und andere besser verstehen zu lernen und mit geschärften Sinnen durch die ALlltagswelt zu gehen.

    16. Oktober 2020
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  47. Marion Müller sagte:

    Ich kann Stefan Zweigs Essay „Monotonisierung der Welt“ nicht unbedingt zustimmen. Zum einen bin ich der Meinung, dass unterschiedliche Kulturen uns mehr bereichern, als die eigene zu zerstören. Zum anderen bin ich in den vergangenen Jahren selbst sehr viel in Europa, Nord- und Südamerika und Asien gereist und kann diese Entwicklung (immer noch) nicht feststellen. Nirgends auf der Welt wird Samba wie in Brasilien getanzt, die Iren halten ihre Tradition der irischen Volksmusik aufrecht und spielen diese vorranging in den Straßen und Pubs, in England spielt das Theater wie schon zu Shakespeares Zeiten immer noch eine wichtige Rolle, auf Bali und in Thailand wirken die Menschen entschleunigt vom Alltag, die Spanier halten immer noch an ihrer Siesta fest, viele Länder sprechen immer noch ihre eigene Sprache. Sicherlich, wenn man nur auf die Metropolen schaut, scheint es eine Annäherung und Verbindung mehrerer Kulturen zu geben, durch den Zuzug von überall her, was aus meiner Sicht nichts „falsches“ ist. Viele Menschen dort versuchen sich an die Norm anzupassen bzw. „gehen mit der Zeit“ was Mode, Technik, Aussehen etc. betrifft. Aber wenn man in die kleineren Städte schaut, stellt man immer noch fest, wie viel eigene Kultur festgehalten wurde. Insbesondere bei den Werten, beispielsweise in Bezug auf die Familie, fällt dies auf, aber auch an landestypischen Speisen. Für mich lässt sich eine Kultur nicht anhand ihrer Kleidung, Musikgeschmack oder die Filme, die sie schauen (womöglich internationale Blockbuster) festmachen. Vielmehr wie die Menschen miteinander umgehen und was ihnen wichtig ist.

    Nichtsdestotrotz empfinde ich es als äußerst wichtig die Individualität der Schüler*innen zu unterstützen und zu fördern, damit sie nicht nur „mit dem Strom“ schwimmen und ihre eigene Persönlichkeit entfalten können. Dieses funktioniert wahrscheinlich am besten, wenn man die Schüler*innen dazu bewegen kann an sich selbst zu glauben, sich selbst etwas zuzutrauen und den Mut zu haben etwas neues, unbekanntes auszuprobieren, sich seiner Stimme, Mimik und Gestik zu bedienen und kreativ zu sein. Zu lernen das man manchmal auch scheitern oder Umwege gehen (muss) um seine Ziele zu erreichen und dies auch völlig in Ordnung ist. Aber bei all den Gedanken an/um sich selbst, nicht seine Mitmenschen zu vergessen! Ich finde die im Beitrag genannten Ideen alle super und werde hoffentlich eine Möglichkeit finden einige davon in meiner künftigen Tätigkeit als Grundschulpädagogin im „trockenen und straffen“ Rahmenlehrplan unterzubringen. Vielen Dank dafür :-)

    29. Oktober 2020
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