Die Kunst der Interpretation

‚Begreifen was uns ergreift‘ (Staiger)

Emil Staiger

  • Statt einer Analyse von Texten, Vorgängen, ästhetischen Erscheinungsformen und anderen Phänomenen bevorzuge ich deren Interpretation.
  • Es ist die hermeneutische Kunst des ‚Deutens‘. Anwendbar auf alle Erscheinungsformen des Lebens. (Es gibt sogar eine Hermeneutik der Finanzmärkte!).
  • Ich deute also etwas im Hinblick darauf was es mir be-deutet.
  • Fangen wir mit dem menschlichen Miteinander an. Ein Lächeln, ein Tonfall, eine Geste, ein Blick…. all dies muss ich deuten, also interpretieren.
  • Immer bin ich als Mensch daran beteiligt, als ein mitfühlendes Wesen.
  • Das gilt auch für den Umgang mit Texten, besonders für die Begegnung mit einem Gedicht.
  • Emil Staiger versucht, das Wesen der lyrischen Poesie zu erfassen, indem er die Notwendigkeit der Gleichheit der Stimmungen von Leser und lyrischer Botschaft hervorhebt: ,,Es ist nicht möglich, sich mit dem Lyrischen eines Gedichtes >auseinanderzusetzen<. Es spricht uns an oder lässt uns kühl. Wir werden davon bewegt, sofern wir uns in der gleichen Stimmung befinden. Dann klingen die Verse in uns auf, als kämen sie aus der eigenen Brust. Vor epischer und dramatischer Dichtung scheint eher Bewunderung am
    Platz. Der Anteil an lyrischer Poesie verdient den intimeren Namen Liebe“ (Staiger 197la, S. 39).
  • Das beweist starke Emotionalität, Staiger spricht sogar von Liebe, die beim Lesen von lyrischer Poesie entsteht.
  • Auch die aktuelle Deutschdidaktik verweist auf die seelische Beteiligung bei der Begegnung mit Poesie.
  • „Wenn das Kind seine ihm eigene Erfahrung mit der im Gedicht gestalteten Erfahrung zu verbinden vermag, erreicht das Gedicht das Kind. Es muss einen Treffpunkt zwischen den beiden geben. Pablo Neruda beschreibt als seinen Treffpunkt die Träume, die bei ihm und den Lesern seiner Gedichte womöglich die gleichen waren. Sie sind sich in ihren Träumen begegnet. Das Gedicht ist sozusagen die Wortfähre zwischen diesen Träumen“ (Kohl 2005, S. 79).
  • Jetzt bemerken Sie den Unterschied zu analytischen Verfahren. Es geht um Stimmung, Träume, ja um Liebe.
  • Der Textbegriff wird erweitert: Songs, Bilder, Filme, Theaterstücke, Natureignisse: All das kann uns berühren.
  • Staiger würde sagen: ‚Es ergreift uns‘.
  • Und was uns berührt, das möchten wir mit anderen teilen.
  • Deshalb: Nachdem Sie sich von etwas berührt haben lassen suchen Sie Wege, diese intensive Begegnung mit anderen Menschen, auch mit Ihren jungen Lernenden, zu teilen.
  • Das ist die hohe, atmosphärische Kunst der Lehre.
  • Sie können nur dann die entsprechende Atmosphäre herstellen, wenn Sie Ihr eigenens Berührtsein beleuchten, reflektieren und zur Sprache bringen.
  • Beispiel: Natur und Liebe. Sind Sie gerade verliebt? Nein, aber Sie waren es gewiss einmal oder werden es wieder sein (I hope!).
  • Was haben Wandervögel, Nachtigallen, Frühblüher mit der Liebe zu tun!? Lesen Sie Eichendorff:
Frühlingsnacht
Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängts schon an zu blühn.

 

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

 

Und der Mond, die Sterne sagen’s,
Und in Träumen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen’s:
Sie ist deine, sie ist dein!
  • Das gesamte Universum stimmt ein in den Liebesjubel! Kann man eigentlich  intensiver das Geschenk der Schöpfung wertschätzen?
  • Alte Wunder scheinen mit dem Mondesglanz in unsere Zimmer. Für mich sind die alten Wunder die Stunden, in denen das Glück bei uns war. Denken Sie daran, wenn Sie nachts wach liegen.
  • Nun gut werden Sie vielleicht meinen, man ist ja nicht immer verliebt und Frühling ist ja auch nicht immer.
  • Dann deuten Sie andere emotionale Großereignisse für sich!
  • Sie sind finster, betrübt, am Boden: Hören oder lesen Sie ‚El Desdichado‘ von Gérard de Nerval. „Ich bin der Finstere, der Beraubte, der Fürst von Aquitanien“.
  • Sie trauern? Lesen Sie Droste – Hülshoffs ‚Letzte Worte‘.
  • Sie sind einsam: Verlieben Sie sich in Chavela Vargas ‚Soledad‘. Soledad
  • Sie sind rebellisch, zornig, maßlos wütend!? Das gab es schon in der Antike. Lesen Sie ‚Prometheus‘ von Goethe als Ihr eigenes ‚J’accuse‘. Goethes.PrometheusPraxis Deutsch
  • Sie hadern mit Ihrem Aussehen: Verfolgen Sie mitfühlend das Schicksal der Victoire de Carayon in Theodor Fontanes ‚Schach von Wuthenow‘. (Es kann erleichtern, Schicksale Anderer zu verfolgen und dabei das eigene zu reflektieren, vielleicht auch zu relativieren).
  • Ihr Herz ist voller Sehnsucht? Einer der Entdecker der Sehnsucht ist Caspar David Friedrich und sein ‚Wanderer über dem Nebelmeer‘.
  • Sie sind sich nicht sicher ob Sie ein Geheimnis lüften sollten? (Schon einmal daran gedacht, das Handy einer geliebten Person zu durchsuchen „;-)“ ??
  • Auch das gab es schon in der Antike. Lesen Sie: Das gelüftete Geheimnis und andere Schicksalhaftigkeiten der Liebe.  Ziesmer_2023_Das gelüftete Geheimnis
  • Zum Abschluss noch ein Hinweis auf die Philosophie.
  • Dort kann auch ein Weg, der an einem Feld entlang führt, etwas erzählen.
  • Er ist das Narrativ des goßen Zusammenhangs und dessen Deutung gibt Einblicke in wesentliche  Zusammenhänge von Vergangenem, Jetzigem und dem Zukünftigen.
  • Wer dem Feldweg zuhört entdeckt bisher Unverstandenes. (Warnung: Klingt etwas vorgestrig, lohnt sich aber find‘ ich).
  • Heidegger: Der Feldweg
  • Jetzt, im Fluss des Schreibens, scheint in mir eine Idee, vielleicht gar eine Erkenntnis auf. (Ist nicht neu, aber für mich grad inspirierend).
  • Ist das ganze Leben nicht eine große, vielschichtige Erzählung, die es zu interpretieren gilt!
  • Sollten wir unsere Mitmenschen lesen wie eine verdichtete, rätselhafte aber auch verzaubernde Botschaft der Poesie?
  • Ich denke unser Leben bekäme mit dieser Lesart Farbe, Melodie und Reichtum.
  • Deuten Sie diese Botschaft auf der Folie Ihres eigenen Erlebens und nähern Sie sich dem Gedanken einer eigenen Lebenserzählung an, die es individuell zu deuten gilt.
  • In Zeiten von Kriegen wird Andreas Gryphius aktuell.
  • In ‚Tränen des Vaterlandes‘ bedichtet er die Verwüstung, die mit entmenschtlichten Kriegsereignissen einhergeht und verweist am Ende eindringlich auf den größten Schaden:
  • Doch schweig ich noch von dem / was ärger als der Tod /
    Was grimmer denn die Pest / und Glutt und Hungersnoth
    Das auch der Seelen Schatz / so vielen abgezwungen‘.
  • So lang es irgend geht: Achten wir auf unsere Seelen. Die Poesie ist dabei eine starke Verbündete.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826041228-bewundert-viel-und-viel-gescholten/

58 Kommentare

  1. Laetitia Retzlow sagte:

    Der Blogeintrag zum Thema „Der Kunst der Interpretation“ lässt sich für mich wie ein Leitfaden lesen. Ein Leitfaden, der insbesondere darauf hinweist, dass nicht nur literarische Texte, sondern auch persönliche Erlebnisse oder Emotionen einer Interpretation bedürfen. Ich finde, der Blogeintrag verdeutlicht genau dies, man solle nicht nur Texte interpretieren, sondern auch Begebungen mit Menschen, die in einem Emotionen auslösen. Denn wie im Text beschrieben alles, was uns in irgendeiner Weise emotional ergreift, möchten wir mit unseren Mitmenschen teilen. So entsteht die schönste Poesie, meist aus wahrhaftigen Gefühlen und Emotionen. Gerade wenn die emotionale Verbundenheit zu Narrativen, welche eine aktuelle ähnliche Stimmung beschreiben, gegeben ist, fühlen wir uns mit diesen in einem gewissen Maße verbunden oder vergleichen diese zumindest. Gerade die großen Gefühle wie Liebe, Trauer, Wut oder Einsamkeit können jeweils gedeutet und interpretiert werden und dies am besten, wenn ich mich aktuell in einer ähnlichen Gefühlslage befinde. Das macht meiner Meinung nach die Faszination von Poesie aus.

    5. Dezember 2023
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  2. Lilian sagte:

    Ein wunderbarer Beitrag, der die Tiefe und Schönheit der hermeneutischen Kunst betont. Ich finde die Verbindung zwischen persönlicher Erfahrung, Emotionen und dem Verständnis von Poesie ist inspirierend. Der Aufruf, intensive Begegnungen zu teilen und die atmosphärische Kunst der Lehre zu zelebrieren, ist ermutigend. Die Vielfalt der emotionalen Großereignisse, die angesprochen wird, zeigt, dass Poesie nicht nur ein Spiegel, sondern auch ein Wegweiser für verschiedene Lebenslagen sein kann. Die Poesie als starke Verbündete – das ist eine kraftvolle Perspektive!
    Poesie eröffnet so auch Räume für Empathie und Selbstreflexion. Es ist faszinierend zu sehen, wie Poesie Brücken zwischen individuellen Erfahrungen schlägt und eine gemeinsame emotionale Ebene schafft. Die Interpretation ermöglicht mir, über die oberflächliche Bedeutung hinauszugehen und die subtilen Nuancen, verborgenen Botschaften und emotionale Tiefe eines Werkes zu erfassen. Interpretation ist hier nicht nur ein Werkzeug, um Werke zu verstehen, sondern auch ein Weg, sich selbst besser zu verstehen und die Welt um uns herum möglicherweise auf eine tiefere Weise zu erleben.

    5. Dezember 2023
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  3. Josefine sagte:

    Die Idee der Interpretation, wie sie hier dargestellt wird, ist faszinierend. Sie hebt hervor, dass unsere persönliche, emotionale Reaktion auf Kunst und Ereignisse in unserem Leben genauso wichtig ist wie eine analytische Betrachtung. Das Konzept, dass sogar Finanzmärkte interpretiert werden können, zeigt die Vielseitigkeit dieser Herangehensweise. Ich persönlich finde es erstaunlich, da es die Rolle der Poesie und Kunst in unserem emotionalen und geistigen Leben unterstreicht. :)

    5. Dezember 2023
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  4. Karoline sagte:

    Ich bin so dankbar für diesen Zugang zu Gedichten und für diese berührende Herangehensweise.
    Wie anstrengend und öde ist die Erinnerung an Interpretationen in der Schulzeit; wie schwierig es war die (für die Lehrkraft) richtige Aussage zu treffen. Und hier: wie toll kann es sein, jeden Schüler und jede Schülerin in seinen/ihren Gedanken und Interpretationen zu treffen und vielleicht auch zu berühren…
    Ich hätte mir gewünscht, dass eine meiner Lehrkräfte diesen Zugang zum Poetischen gewählt hätte.
    Der Eintrag (oder der Leitfaden, ich schließe mich hier den vorherigen Kommentaren an) ist eine wunderbare Unterstützung um es vielleicht doch ein bisschen „besser“ für meine Schüler:innen machen zu können und sie hoffentlich auf einer emotionalen Ebene von der wertvollen Seite des Poetischen überzeugen zu können.

    5. Dezember 2023
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  5. Rebecca B sagte:

    Früher in der Schule mochte ich Gedichtanalysen nicht besonders. Es fühlte sich immer so an, als gäbe es eine richtige Deutung und wir SchülerInnen müssten diese irgendwie herausfinden. Dabei sollte es doch genau so sein, wie Sie hier beschrieben haben: eine persönliche, durch Gefühle beeinflusste Deutung, die nichts mit Richtig und Falsch zu tun haben sollte.

    5. Dezember 2023
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  6. Seda sagte:

    Ein beeindruckender Beitrag über die hermeneutische Kunst.
    Das Betonen der Wichtigkeit Gesten, Blicke und Töne in menschlichen Begegnungen zu verstehen, zeigt, wie kompliziert die Kommunikation zwischen Menschen ist. Es verdeutlicht, dass es oft mehr zu verstehen gibt als das, was oberflächlich sichtbar ist.
    Wenn wir Gedichte lesen, geht es nicht nur darum, sie zu verstehen. Es ist auch wichtig zu fühlen, was in den Gedichten steckt. Das bedeutet, dass die Emotionen, die die Worte auslösen, genauso wichtig sind wie das Verstehen der Wörter selbst.

    5. Dezember 2023
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  7. Johanna Kalms sagte:

    Diese Art der Interpretation zu lernen und (später) zu lehren finde ich sehr bereichernd und empfinde es als genau die richtige Herangehensweise. Analysen nehmen in der Schule einen viel zu großen Teil des Umgangs mit Texten ein, deswegen ist es schön, auch mal diese Art der Deutung kennenzulernen und weiterzugeben. Wenn man sich von einem Gedicht oder der Kunst inspirieren und bewegen lassen kann, dann hat man einen wichtigen Zugang dazu gefunden, wenn man für sich selbst eine emotionale Bedeutung und Verbindung gefunden hat, dann gibt es auch kein richtig oder falsch mehr.

    6. Dezember 2023
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  8. Ana Omrcen sagte:

    Dies ist, wie ich finde, ein sehr berührender und inspirierender Beitrag, der uns alle zum Denken anregt. Wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere, wird mir klar, dass die Interpretationen, die ich Gedichten gab, einige Male nicht der Vorstellung der Lehrkraft entsprachen, wodurch sich meine Note verschlechterte. Ich habe nie verstanden, wieso meine eigene Interpretation als „falsch“ galt. Wieso sollte man die eigene Meinung, Interpretation und Deutung bewerten? Sobald ein*e Schüler*in überhaupt aus Sätzen/Versen eine Interpretation ziehen, sollte die Lehrkraft den Beitrag schätzen und als „gut“ bewerten, denn immerhin sind alle Menschen unterschiedlich, haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht und deuten Verse anders. Jeder Beitrag ist wertvoll und richtig. Und das sollte den Schüler*innen nahegelegt werden, sodass sie keine Scheu haben, sich im Unterricht zu beteiligen und Interpretationen zu teilen.

    6. Dezember 2023
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  9. Al sagte:

    Während meiner Schulzeit habe ich mich vorwiegend mit der Analyse von Texten beschäftigt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Struktur von Texten, und die Erkennung von Redefiguren spielte ebenfalls eine bedeutende Rolle in meiner Analyse. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Unterrichts bestand darin, die Interpretationen von Experten zu erlernen und zu verstehen, insbesondere jene, die sich gut mit den Autoren der Literatur auskannten und die als Quelle für die „richtige“ Interpretation galten.
    Obwohl ich diesen Prozess als richtig und interessant empfinde, habe ich die Möglichkeit vermisst, meine eigenen Interpretationen von Gedichten oder Literatur im Allgemeinen zu bewerten. Daher finde ich diesen Beitrag äußerst inspirierend. Es ist entscheidend, die Fähigkeit zur eigenen Interpretation und zur kritischen Bewertung zu fördern und zu entwickeln. Dies trägt nicht nur zu einem tieferen Verständnis von Literatur bei, sondern ermöglicht auch die Entwicklung eines verbesserten Bewusstseins für verschiedene Situationen im Leben.

    6. Dezember 2023
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  10. Michelle sagte:

    Der Beitrag zur hermeneutischen Kunst beschreibt das, was ich als Poesie-liebende Person schon immer unbedingt in meinem zukünftigen Unterricht umsetzen wollte. Nur hatte ich noch keine konkreten Ansätze, bis jetzt. Poesie ist ein so wichtiger Bestandteil des Menschseins, denn wir lesen und schreiben Poesie, weil wir nunmal Menschen sind. Mit Emotionen, Sehnsüchten und dem Verlangen, verstanden zu werden. Wir erkennen uns selbst in den geschriebenen Worten, schreiben uns selbst in Worten nieder. Genau das sollte auch den Kindern in der Schule vermittelt werden. Poesie soll keine langweilige Pflicht darstellen, die dazu dient, trocken Reimschemata und Rhythmen zu identifizieren. Poesie soll erlebt werden und vor allem Kinder benötigen Impulse, um sich mit ihrem Inneren auseinandersetzen zu können. Eichendorff, Goethe und andere klassische Dichter sollen nicht von den Kindern verpönt werden, sondern durch ihre Lyrik als Gleichgesinnte empfunden werden. Vielerlei Gedichte können das eigene Ich widerspiegeln, egal aus welcher Epoche oder Kulturkreisen. Die signifikante Gemeinsamkeit, die wir zu den Dichtern haben, ist die Eigenschaft des Menschseins.

    6. Dezember 2023
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  11. Fabienne sagte:

    Besonders bemerkenswert fand ich diese beiden Punkte:
    * „Und was uns berührt, das möchten wir mit anderen teilen.
    * Deshalb: Nachdem Sie sich von etwas berührt haben lassen suchen Sie Wege, diese intensive Begegnung mit anderen Menschen, auch mit Ihren jungen Lernenden, zu teilen.“
    Dabei habe ich an meine eigene Schulerfahrung gedacht und musste leider feststellen, dass ich kaum Lehrkräfte hatte, die auf einer persönlichen Ebene versucht haben mit ihren Schüler:innen zu kommunizieren oder aus ernsthafter Überzeugung Gedichte mit uns analysiert haben und eigene Interpretationen eingebracht haben. Ähnlich wie bei vorherigen Kommentaren, gab es auch in meiner Schulzeit „richtig“ und „falsch“ bei allen Interpretationsaufgaben.
    Aus diesem Grund allein, freut es mich unglaublich einen Raum mit Menschen teilen zu dürfen, die diese Denkanstöße mitnehmen können, um ihren Schüler:innen einen ungewerteten Austausch von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen zu schenken und auch eigene Interpretationen mitzubringen.

    6. Dezember 2023
    Antworten
  12. Inka sagte:

    Die Leidenschaft, mit der die hermeneutische Kunst der Interpretation erkundet und die Bedeutung von Interpretation in verschiedenen Lebensbereichen hervorhebt, ist inspirierend. Besonders interessant fand ich die Betonung der emotionalen Verbindung zu Texten und anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Die Idee, dass wir uns in der gleichen Stimmung befinden müssen, um die wahre Tiefe einer lyrischen Botschaft zu erfassen, verleiht dem Lesen und Verstehen eine sehr persönliche Dimension. Die Erweiterung des Textbegriffs auf Lieder, Bilder, Filme und Naturereignisse unterstreicht die Vielfalt der emotionalen Erfahrungen, die uns berühren können. Besonders gefallen hat mir die Brücke zur Lehre und die Aufforderung, nach intensiven Berührungen Wege zu finden, um diese Erfahrungen mit anderen zu teilen. Die Idee, dass die Atmosphäre in der Schule durch die authentische Reflexion des eigenen Berührtseins geschaffen wird, verleiht dem Lehren eine inspirierende Wirkung. Die Auswahl an poetischen Werken und künstlerischen Ausdrucksformen, die für verschiedene emotionale Zustände empfohlen werden, zeigt die Vielfalt der menschlichen Gefühlswelt. Es verweist zudem darauf, dass Kunst nicht nur eine persönliche, sondern auch eine soziale Dimension hat, die geteilt werden sollte. Der Beitrag erinnert uns daran, dass die Poesie eine starke Verbündete für die Seele sein kann, besonders in Zeiten der Herausforderung.

    6. Dezember 2023
    Antworten
  13. Imran sagte:

    Den Beitrag zur Kunst der Interpretation empfinde ich als äußerst gelungen, da er eine etwas andere Art und Weise inne hat die Interpretation zu definieren, als so mancher trockener, wissenschaftlicher Text. Mir gefiel der Punkt, dass insbesondere die eigene Haltung dazu führt, wie man etwas interpretiert (Ich deute also etwas im Hinblick darauf was es mir be-deutet). Ich stimme der Aussage zu, dass Filme, Musik etc uns berühren können.
    Gegen Ende des Beitrags werden verschiedene Werke empfohlen, die je nach Stimmung- und Emotionslage passend erscheinen. Aus Neugier habe ich mir die Zusammenfassung von ‚El Desdichado‘ von Gérard de Nerval durchgelesen und es hat mir sehr gefallen. Vielleicht ist für den ein oder anderen auch interessante Werke vorhanden.

    6. Dezember 2023
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  14. Dilara Tasan sagte:

    „Die Kunst der Interpretation” stellt einen bedeutsamen Impuls im Umgang mit unseren Mitmenschen dar. Das Deuten von Blicken und die Intonation von Satzmelodien, verlieren in unserem schnelllebigen Alltag immer weiter an Bedeutung. Der Blogeintrag appelliert an das menschliche Intellekt und ermutigt zum Interpretieren. Das Zeitalter der Beschleunigung ist bereits im vollen Gange. Es liegt in der Aufgabe des Menschen, oberflächliche Gedankenkonstrukte zu verabschieden und Raum für hermeneutische Prozesse zu schaffen. Schließlich geht die Deutung der Bedeutung voraus. Die semantische Definition eines Begriffs stellt nur ein Fragment der zugrundeliegenden Bedeutung dar. Die faktische Bedeutung befindet sich in der Interpretation dessen. Die Hermeneutik bildet den elementaren Grundbaustein semantischer Ausdrücke. Die Kunst der Interpretation erweitert nicht nur das Begriffsverständnis. Sie ermöglicht eine tiefgründige Auseinandersetzung, um Zusammenhänge zu verstehen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sie stellt einen essenziellen Bestandteil der zwischenmenschlichen Kommunikation und des kritischen Denkens dar. Die subjektive Natur der Interpretation lädt zu tiefgründigen Dialogen über die Bedeutungen von Sachverhalten ein. Poesie lebt von den individuellen Deutungen. Die Poesie versteht sich als Bindeglied. Sie verbindet Menschen und überwindet Barrieren. Der Blogeintrag führte mir die Relevanz von Interpretationen vor Augen. An dieser Stelle möchte ich auf die Worte des griechischen Philosophen verweisen. „In Wirklichkeit erkennen wir nichts, denn die Wahrheit liegt in der Tiefe.”

    6. Dezember 2023
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  15. Hanh Thi My Tran sagte:

    Danke für den interessanten Blogeintrag! Folgende Aussage hat mich besonders zum Nachdenken angeregt: „Ist das ganze Leben nicht eine große, vielschichtige Erzählung, die es zu interpretieren gilt! Sollten wir unsere Mitmenschen lesen wie eine verdichtete, rätselhafte aber auch verzaubernde Botschaft der Poesie? Ich denke unser Leben bekäme mit dieser Lesart Farbe, Melodie und Reichtum.“ Verstehe ich den Gedanken richtig, dass wenn wir die Gestik und Mimik unserer Mitmenschen interpretieren würden, wir ein erfüllteres Leben hätten? Dieser Gedanke wäre schön, jedoch leider undenkbar, da es zu viele Menschen mit schlechten Absichten auf dieser Welt gibt. Wären alle Menschen auf der Welt ehrlich zueinander, würde die Theorie funktionieren. Allerdings wäre das Interpretieren von Mitmenschen für ein erfülltes Leben wiederum überflüssig, sobald alle Menschen ehrlich zueinander sind.

    6. Dezember 2023
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    • Ja, danke für den kritischen Einwand. Vielleicht klingt die Zeile wirklich zu rosa, zu schöngefärbt. Die rätselhafte Botschaft umschließt allerdings für mich auch dunkelste Seiten.

      7. Dezember 2023
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  16. Rebekka N. sagte:

    Vielen Dank für den schönen und sehr inspirierenden Beitrag. Ich finde ihre Beschreibung äußerst zutreffend, dass das Leben eine große Erzählung ist, die es zu interpretieren gilt. „Aber wie sollen wir unsere Mitmenschen lesen?“ Bei diesem Satz bin ich ein bisschen hängen geblieben und habe lange darüber nachgedacht. Ich habe mich sofort an das Sprichwort erinnert: „Jeder Mensch ist wie ein Buch und schreibt seine ganz eigene Geschichte“. Jede andere Person kann versuchen diese Geschichte zu lesen. Manchmal ist es sehr einfach ein Buch zu lesen, aber manchmal auch ganz schwer. Viellicht, weil das Buch sehr kompliziert geschrieben wurde oder weil es auf einer anderen Sprache verfasst ist. Und so ist es auch bei uns Menschen. Bei manchen Menschen fällt es uns leichter sie zu lesen und es fällt uns leichter das Leben dieses Manschens zu interpretieren. Vielleicht weil wir dem Menschen ähnlich sind und unser Buch auf eine ähnliche Weise geschrieben wurde. Bei manchen Büchern fällt es uns schwer sie zu lesen, sie sind kompliziert, wir verstehen nichts und wir müssen immer wieder von vorne anfangen. Und es gibt auch Menschen, bei denen wir länger brauchen, um sie zu verstehen und es länger braucht, bis sie sich öffnen. Ich finde so etwas könnte man sehr gut mit den Kindern besprechen und zusammen erarbeiten, dass jeder Mensch einzigartig ist. Genauso wie jedes Buch einzigartig ist. Das wir jedes Buch unterschiedlich lesen und auch mit jedem Kind unterschiedlich umgehen. Bei einem Kind, dass sehr sensibel ist muss man vielleicht manchmal ein bisschen vorsichtiger sein. Bei einem Kind, welches schnell wütend wird, müssen die anderen Kinder manchmal ein bisschen mehr Nachsicht zeigen. Ein Kind, welches Zuhause sehr viel Streit erfährt muss man manchmal ein bisschen mehr Zuneigung zeigen und einem sehr unsicheren Kind tut es gut, Zuspruch sowie Lob von seinen Mitschülern zu bekommen.

    7. Dezember 2023
    Antworten
  17. Valentina Gabbara sagte:

    Der wundervolle Beitrag „Die Kunst der Interpretation“ greift die diversen Facetten und den massiven Rahmen einer Interpretation auf. Es ist besonders schön zu Lesen, dass die Interpretation in unserem Alltag sowie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung einen Platz hat. Diesen Eindruck habe ich bedauerlicherweise nicht in meiner Schulzeit vermittelt bekommen. Hier ging es nach dem trockenen und fantasielosem Prinzip des Richtig und Falsches. Heute und besonders nach diesem Beitrag kann ich sagen, dass ich unter anderem Wörter, Blicke, die Mimik oder Gesten nach meinem persönlichem Denken interpretieren kann.

    7. Dezember 2023
    Antworten
  18. Nilay M. sagte:

    Der Beitrag „Die Kunst der Interpretation“ ist sehr aufschlussreich und betrachtet den Umgang mit Texten mal aus einem anderen Blickwinkel. In der Schule habe ich die Erfahrung gemacht, Texte bis aufs kleinste Detail unter die Lupe nehmen zu müssen… Oft ist es passiert, dass man den eigentlichen Inhalt gar nicht mehr individuell erleben konnte. Daher finde ich es umso schöner, dass dieser Blogeintrag den Menschen als „mitfühlendes Wesen“ beschreibt und aufzeigt, dass wir kreative Seelen sind, die Textinhalte nicht nur wie Roboter analysieren, sondern diese auch mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Text ist nicht gleich Text und Mensch ist nicht gleich Mensch! :)

    7. Dezember 2023
    Antworten
  19. Antonia Richter sagte:

    Dieser Blogeintrag ist sehr inspirierend! Aufgrund persönlicher Erfahrungen in meiner Schulzeit, empfand ich das Analysieren von Gedichten als fast unmögliche Aufgabe, da es immer nur eine mögliche Interpretation gab, alles andere war falsch. Deswegen empfinde ich es als sehr wichtig, Kindern die Vielschichtigkeit von Gedichten wieder näher zu bringen. Da in meiner Schulzeit ausschließlich Gedichte analysiert wurden, finde ich den Aspekt, dass auch Songs, Bilder, Filme etc. betrachtet sehr interessant und etwas, was ich vorher gar nicht in Betracht gezogen habe.
    Besonders hängen geblieben ist der Punkt, dass sich abhängig von dem individuellen Standpunkt/ Empfinden die Interpretation und der Blick auf das Werk verändert. Somit kommen unterschiedlichste Aspekte eines Werkes zusammen was das Potential hat sich gegenseitig zu inspirieren und „versteckte“ Elemente zu entdecken.
    Einen Punkt, den ich auf jeden fall in zukünftige Interpretationen mitnehmen werde, ist dass sich der Leser/ die Leserin sich in dem Werk wieder erkennen und dadurch fühlen.

    7. Dezember 2023
    Antworten
  20. Leonard sagte:

    Bei der Aussage Stainers, dass Liebe beim Lesen lyrischer Poesie entsteht würde ich sogar noch etwas weiter gehen und behaupten, dass „Hass“ als Gegensatz hierzu eine ebenso große Emotionalität in Lesenden hervorrufen kann. Denn So wie es schon zu Beginn geschrieben ist „begreifen was uns ergreift“ bzw. „das Deuten im Hinblick darauf, was es einem bedeutet“ ist es stark subjektiv ausgelegt, wie man einen Text wahrnimmt, ihn liest und was man letztendlich hinein interpretieren wird. Wir sehen nur das, was wir auch sehen wollen. Das wunderbare einer Interpretation ist, weshalb ich sie auch idealer für den Unterricht als eine Analyse halte, dass es hierbei kein richtig oder falsch gibt. Es ist kein einfaches schwarz-weiß wie bei Textanalyen. Es werden keine gelernten Fakten abgerufen, sondern zwischen den Zeilen gelesen. Denn hier steckt die eigentliche Geschichte. Quasi die Geschichte in der Geschichte. Wenn es einem als Lehrkraft gelingt, den Kindern die Türen zu solchen Räumen zu öffnen, lassen sie sich mit Sicherheit für Poesie begeistern.

    7. Dezember 2023
    Antworten
  21. Sarah Schramm sagte:

    Der Beitrag ist sehr inspirierend und fasst sehr gut zusammen, worauf der Fokus auf einer Interpretation gelegt sein sollte, was jedoch häufig im Unterricht vergessen wird. Einem Text wird doch erst Bedeutung zugemessen, wenn man ihn aus dem Hintergrund des eigenen Erlebens oder der Gefühle und Gedanken liest und nicht aus dem Blickwinkel, was der Autor vielleicht gemeint haben könnte. Natürlich kann das auch von Interesse sein, aber ich finde es macht einen Text wertvoll, wenn dieser etwas in einem selbst bewegt und man seine eigene Bedeutung in den Zeilen findet. Zudem ist auch der Gedanke der Hermeneutik bedeutend, Texte oder Gedichte wiederaufzugreifen und mit neuen Erfahrungen, die neue Erkenntnisse hervorbringen, zu lesen. Besonders für den schulischen Kontext empfinde ich diese Art der Interpretation bedeutsamer, in der man sich mit seiner Meinung und eigenen Interpretation auseinanderzusetzen oder diese sogar nach erneuten Lesen zu reflektieren, als den Fokus darauf zu legen, was der Autor gemeint haben könnte. Schließlich hat dieser seine Werke nicht für eine inhaltliche oder strukturelle Analyse geschrieben, sondern für sich selbst oder ein Publikum, welches selbst berührt werden möchte.

    7. Dezember 2023
    Antworten
  22. Asal Atrakchi sagte:

    Dieser interessante Beitrag hat mich sehr fasziniert und zum Nachdenken angeregt. Wenn ich mich an meine eigene Schulzeit erinnere, mussten wir uns ausführlich mit Gedichten beschäftigen und diese versuchen, korrekt zu deuten und zu interpretieren. Dadurch wurde man aber in seinem eigenen Denken sehr eingeschränkt, da man lediglich versucht hat, den Vorstellungen der Lehrkräfte gerecht zu werden. Dementsprechend hat man die Gedichte sehr auf ihre Struktur analysiert, ohne den genauen Inhalt zu hinterfragen oder sich bildlich vorzustellen.
    Wie in diesem Beitrag erläutert, sollte man die individuellen Interpretationen und Deutungen wertschätzen, da jeder Mensch eine andere Verbindung zu dem Inhalt herstellt. Alle Menschen verspüren verschiedene Gefühle während des Lesens, weshalb es interessant ist, diese mit anderen frei teilen zu können. Zudem finde ich, dass die hermeneutische Kunst des Deutens ein äußerst wirksames Instrument ist, das uns Menschen dabei unterstützt, das Leben besser zu interpretieren als auch zu verstehen.

    8. Dezember 2023
    Antworten
  23. Annabell Bethke sagte:

    Der Blogeintrag setzt sich intensiv mit der Kunst des Deutens auseinander und betont die Bedeutung von Interpretation in verschiedenen Lebensbereichen, insbesondere beim Umgang mit Texten und anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Durch den Einfluss von Gefühlen wie Einsamkeit, Liebe sowie Trauer in den Werken, können sich Leser*innen in ähnlicher Gefühlslage wiederfinden und verstanden fühlen. Teilweise können auch Texte anderes wahrgenommen werden als eigentlich vom Autor vorgesehen. Vor allem diese Ansicht finde ich sehr inspirierend, da mir früher in der Schule vermittelt wurde, dass man es so zu interpretieren hat wie es der Autor oder die Autorin vorgesehen hat. Durch die oben genannte Methode kann man alte Erinnerungen sowie Erfahrungen die teilweise schön und teilweise schmerzhaft waren mit Werken verbinden und somit auch mehr Euphorie in das lesen und interpretieren stecken.

    8. Dezember 2023
    Antworten
  24. Minh A. Duong sagte:

    Ich habe den Blogeintrag mit Genuss gelesen und den Inhalt auf mich wirken lassen. Es ist erstaunlich, wie die Posie die Emotionalität in einem weckt und damit hervorbringt, wenn man sie gewähren lässt. Ich habe damals als Kind nur wenig Bezug zu Poesie und Sprache gehabt, daher habe ich in Gedichtsanalysen eher Sinnlosigkeit gesehen. Mit dem Alter, ein Verständnis von meinem eigenen Wesen, und das Zulassen von Gefühlen bekamen für mich Worte in all ihren Formen eine Bedeutung, die ich mittlerweise auf mich wirken lasse und versuche, zu interpretieren. Das passierte, ohne mir dessen bewusst zu sein.
    Unsere Emotionalität ist ein essentieller Bestandteil unseres Seins und ich habe das Gefühl, dass in der weiten Welt es viele kalte Herzen gibt, deren persönlichen Wege voller Dunkelheit und Tristheit getrübt ist. In einer Zeit, in der Sinnesüberflutungen und Ablenker unsere Aufmerksamkeit verlangen, scheint es schwierig, Raum für Emotionalität zu lassen. Selbst ich habe gemerkt, wie schön es sich lebt, wenn man sich von Emotionalität berühren lässt und spürt. Der Vorgang des Spürens ist eine Aktivität, die in der modernen Zeit ein Wenig abhanden gekommen ist (meiner Meinung nach). Der Beitrag ist eine Ode an die mit der Sprache verbundenen Poesie und gibt Hoffnung, die Welt zu einem warmeren Ort werden zu lassen.

    8. Dezember 2023
    Antworten
  25. Michelle Kasper-Mendonca sagte:

    Mir gefällt an dem Blogeintrag, dass der Ersteller eine Beziehung zwischen der „alten“ Lyrik und gegenwärtigen Sorgen und Freuden vieler Menschen herstellt. Damit zeigt er wie zeitlos viele unser Probleme sind und, dass wir in der Lyrik Trost finden können. Ich denke viele Schulkinder könnten mehr mit dem Umgang von literarischen Texten anfangen wenn sie das Werk auf sich beziehen können. Daher mag gerade die Interpretation und Hermeneutik eine wichtige Rolle spielen.

    10. Dezember 2023
    Antworten
  26. Michelle Polster sagte:

    Der vorliegende Blogeintrag finde ich ist sehr inspirierend geschrieben und regt zum Nachdenken an. Am Anfang des Eintrags musste ich erst etwas reinkommen, aber danach hat es sich wie ein wunderschönes Stück gelesen. Alles was da gesagt wurde stimmt, wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt. Denn wir interpretieren nicht nur Texte, sondern auch oft das eigene Leben, bestimmte Situation oder Aussagen von Personen, Bilder, die gepostet werden, sowie Nachrichten, die wir bekommen. Vieles regt uns zum Nachdenken an und ich denke das ist auch wichtig. Grade das sind viele Dinge die wunderschön sind zu hinterfragen, zu interpretieren. Denn alles, was ich selbst erlebe, egal ob gut oder schlecht, wunderschön oder schrecklich, es sind Geschehen, Ereignisse, die man teilen möchte oder aber auch nur für sich selbst verarbeitet. Es löst etwas in uns aus und oft wollen wir das unseren Mitmenschen weitergeben, damit sie dasselbe empfinden haben, wie wir, als es uns passiert ist. Das ist das schöne an der Poesie, sie ist wunderschön und regt zum Denken und Austausch an, kann aber auch genau so traurig sein. Denn jedes Gefühl, was wir haben ob es Liebe, Trauer, Wut, Verzweiflung, Glück oder ähnliches ist, alles können wir deuten, hinterfragen und interpretieren. Hier wird die Kunst der Poesie, so wunderschön sie ist super deutlich und zugleich auch die hermeneutische Kunst. Dieser Blogeintrag ist super inspirierend und zeigt genau das, was wichtig ist.

    10. Dezember 2023
    Antworten
  27. Aylin sagte:

    Ich finde diesen Beitrag bzw. Artikel zur hermeneutischen Kunst äußerst interessant. Es spiegelt eigentlich das wieder, was ich in meinem zukünftigen Unterricht gerne umsetzen würde. Unter Poesie habe ich als Kind immer nur das trockene üben von Reimen verstanden. Es lag an meiner Lehrerin, die uns nicht wie Frau Z. zeigen konnte, dass hinter der Poesie eigentlich viel mehr steckt. Es stecken mehr Emotionen und auch viel mehr Sehnsucht. Deshalb sollen meine zukünftigen Schüler und Schülerinnen die Poesie als eine Art Erfahrung wahrnehmen, welche ihnen Impulse gibt, sich mit ihrem eigenen Ich bzw. ihrem Inneren auseinanderzusetzen.

    10. Dezember 2023
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  28. Gizem sagte:

    Ein wunderschöner, inspirierender Beitrag. Interpretation spielt in unserem täglichen Leben eine Rolle. Der Beitrag beschreibt eine individuelle Interpretation, die von Emotionen geprägt ist, unabhängig von einer klaren Zuordnung zu Richtig und Falsch. In meiner Schulzeit sollten wir die Gedichte, die wir gelesen haben präzise interpretieren, ohne dabei unsere persönlichen Emotionen zu berücksichtigen. Dabei ist die Wertschätzung individueller Interpretationen von zentraler Bedeutung.

    10. Dezember 2023
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  29. Marie sagte:

    „Ist das ganze Leben nicht eine große, vielschichtige Erzählung, die es zu interpretieren gilt!“. Ein interessanter Input, der durch diesen Beitrag vermittelt wird. Lange, und speziell in der Schulzeit, war die Interpretation von mir sehr verhasst, da es nur eine „richtige“ gab. Die der Lehrkraft. Daher hat sich bei mir die Angst vor der falschen Interpretation gebildet und ich habe nie die Möglichkeit gehabt, das Fühlen des lyrischen Gedichts zu bemerken und umzusetzen. Das einem etwas, was man die ganze Zeit in der Schule macht, so schwer fallen kann, ist traurig und sollte nicht so sein. Die Schönheit und Vielschichtigkeit der Interpretation, die mir damit durch die Lappen gegangen ist, ist enttäuschend. Daher ist es umso wichtiger, dass ich mich jetzt mit der Kunst der Interpretation auseinandersetze und mich von der Atmosphäre einfangen lasse, um später diese Gefühle an Menschen weitergeben zu können. Danke, dass mir der Blockeintrag die Interpretation nochmals von einer anderen Seite dargelegt hat, mit welcher ich mich noch nie so intensiv auseinander gesetzt habe.

    10. Dezember 2023
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  30. Aruni sagte:

    Die Gegenüberstellung von Analyse und Interpretation finde ich besonders schön. Meist steht in der Schule die Analyse im Vordergrund. Es geht darum einen Text zu analysieren; nach einem klaren Muster, ohne Raum für eigene Gedanken und Kreativität. Sollte aber nicht genau das, das Schöne an Kunst sein? Texte oder Gedichte unterschiedlich zu Deuten?! Jeder Mensch bringt mit ihrer/ seiner individuellen Denkweise, eigener Erfahrungen und Prägungen neue Spielräume zur Interpretation mit. Genau diese sollten laut des Autors genutzt werden. Im Schulunterricht sollte diese Interpretation meiner Meinung nach sehr viel mehr genutzt werden.

    10. Dezember 2023
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  31. Fanny sagte:

    Ich finde wundervoll, wie einfach doch die Interpretation dargestellt wird. Kein Kopfverdrehen, wie man es in Erinnerung behalten hat aus der Schulzeit. Es kann so einfach sein, durch die Freiheit der eigenen Gedanken, die Kreativität zu fördern und nicht sie einzuengen exakt das zu interpretieren wie es der Lehrer oder die Lehrerin vorgibt!
    Sehr positive Darstellung eine spannenden Interpretation, wenn die Kinder ihren Gedanken freien Lauf lassen können.

    10. Dezember 2023
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  32. Lena sagte:

    Ich finde den Ansatz des Blogeintrags so schön, denn wir Menschen interpretieren jeden Tag alles um uns herum völlig unterbewusst und individuell. Angefangen bei Situationen mit unseren Mitmenschen und deren Emotionen, wenn wir mit ihnen kommunizieren oder sie beobachten. Diese Kunst der Interpretation gehört für mich, gerade auch aus Sicht einer Lehrkraft, zu meinem Empathievermögen und ist im Umgang mit meinen Schüler*innen enorm wichtig. Die Gefühle/ das Verhalten meiner Schüler*innen ist wie ein indirektes Feedback für mich und abhängig davon strukturiere und wähle ich meinen Unterricht bzw. meine Inhalte. Den Aspekt, dass ich Inhalte besser vermittle wenn sie mich auf irgendeine Art und Weise emotional berühren, empfinde ich als sehr zutreffend. Man merkt einem Menschen an, wenn er über eine Sache spricht, die ihn fasziniert bzw. berührt und dann höre ich persönlich auch viel lieber zu.

    11. Dezember 2023
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  33. Greta sagte:

    Mir gefällt der Beitrag sehr. Für mich war Poesie lange etwas, was für mich nicht zugänglich war. Ich konnte mit vielen Gedichten aus der Schulzeit nichts anfangen, da der persönliche Bezug durch die persönliche Interpretation fehlte. Die Gedichte aus der Schulzeit hatten oft wenig mit dem Leben von uns Schülerinnen und Schülern zutun. Wenn es dann mal welche gab, wurde der persönliche Bezug durch die, von der Lehrkraft, vorgeschrieben Interpretation of zunichte gemacht. Weswegen ich den ich den Ansatz der persönlichen Interpretation sehr begrüße.

    11. Dezember 2023
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  34. Johanna Baumgärtel sagte:

    Ganz ehrlich, Gedichte und Interpretationen in der Schule waren für mich ’ne echte Challenge. Da war kaum Platz für eigene Gedanken, und die Lehrer hatten oft feste Meinungen. Das hat das Verständnis für die Poesie echt erschwert. Aber dann kam die Musik! Ich liebe es, Songs aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, ohne vorgefertigte Ansichten.

    „Ist das ganze Leben nicht eine große, vielschichtige Erzählung, die es zu interpretieren gilt!“ Diese Frage beschäftigt mich voll. Im Alltag mit meinen Freundinnen interpretieren wir ständig, was andere so sagen und tun – natürlich nicht, um zu lästern ;-), sondern um die Geschichten hinter den Menschen zu verstehen. Es ist, als würden wir gemeinsam an der großen Erzählung des Lebens mitwirken.

    Es ist echt cool zu merken, dass Interpretation mehr sein kann als das Finden einer vermeintlich „richtigen“ Antwort. Im Dschungel des Lebens und der Kunst gibt’s ’ne Menge Perspektiven. Diese Offenheit hilft uns, die Welt und ihre Geschichten in all ihrer Vielfalt zu sehen und zu schätzen.

    11. Dezember 2023
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  35. Johanna Schamböck sagte:

    So oft habe ich mich während meines Abiturs gefragt: „Warum schon wieder analysieren?“. Vor allem mein Deutsch-Leistungskurslehrer, dessen Lieblingsbeschäftigung es war uns einen ellenlangen Text nach dem anderen vorzusetzen, brachte mich dabei an meine Grenzen. Ich habe nie so wirklich verstanden, was es mir bringen sollte mich mit etwas zu befassen wozu ich keinen Draht habe und was ich nicht wirklich an mich heranlassen kann. Erst recht nicht, wenn daraufhin noch eine Bewertung stattfand. Aus diesem Grund fühle ich mich sehr verstanden von dem Blogeintrag, da er die „Hilfeschreie“ von mir aus dieser Zeit erhört. Die Sichtweise gefällt mir sehr und ich hatte ganz vergessen, wie oft man ganz automatisch Dinge zu deuten beginnt.

    Ich finde den Gedanken toll, sich mit den Schulkindern über gemeinsame Träume auszutauschen und diese zum Treffpunkt zu machen. In meiner Wunschvorstellung würden sich meine Arbeitskolleginnen (aus der Grundschule) auch mal mit einem solchen Denken auseinandersetzen und nicht eine Mauer zwischen sich und den Kindern aufbauen. Eine Frage warf sich mir während des Lesens allerdings auf: Mit Sicherheit haben nicht alle Menschen/Kinder die gleichen Treffpunkte. Wie kann eine Lehrkraft es dann also schaffen, dass alle Kinder Zugang zu einem solchen Treffpunkt bekommen und sich darauf einlassen können?

    Zu guter letzt fand ich die beigefügte Auflistung der Literatur ansprechend und ich finde es hat etwas tröstendes, dass für nahezu jede Gefühlslage und Lebenssituation ein Gedicht oder ähnliches zur Verfügung steht, durch das man sich im besten Fall verstanden fühlt.

    11. Dezember 2023
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  36. Lisa K. sagte:

    Ich finde den Beitrag sehr ansprechend. Anfangs fiel es mir schwer mich auf den Text einzulassen, da die Sätze so strikt voneinander getrennt sind und dies meinen Lesefluss etwas stört, aber der Inhalt ist umso überzeugender.Es werden wesentliche Punkte genannt und nicht viel drumherum geredet. Der Text verdeutlicht, wie viel wir auch im Alltag eher unbewusst interpretieren. Wenn man „Interpretation“ hört, denk man eher weniger an den Alltag als an den Deutschunterricht. Zumindest für mich war mit dem Wort (Gedichts-)Interpretation eher in negatives Gefühl verbunden. Es gab immer so starre Leitlinien, denen man folgen musste, es war nicht wie hier im Text beschrieben möglich seine Persönlichkeit einfließen zu lassen. Der Text zeigt jedoch, dass Interpretieren auch etwas schönes sein kann, wenn man sich drauf einlässt. Sehr schön fand ich die Aussage, dass es einen Treffpunkt zw. Kind und Gedicht geben sollte. Außerdem sollten nicht irgendwelche Gedichte ausgewählt werden, sondern welche die die Menschen auch berühren und zu denen man einen Bezug hat. Anregend fand ich auch die Beispielwerke zu den verschiedenen Stimmungslagen, dies verdeutlich, dass es so eine Vielzahl an passenden Werken gibt, man muss einfach weise und passend zur Situation wählen.

    11. Dezember 2023
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  37. Sabrina sagte:

    An dem Beitrag gefällt mir vor allem das Verständnis vom Umgang mit Poesie im Unterricht. Zu oft liegt der Fokus bei der Auseinandersetzung mit Lyrik im Unterricht auf („irgendwelchen“) Analysekriterien, wodurch die eigentliche Kunst in den Hintergrund gerät. Die (inzwischen zum Glück überwiegend verpönte) Frage „Was möchte der/die DichterIn uns damit sagen?“ Hätte ich damals am liebsten und würde ich wohl auch heute beantworten mit: „Sicher nicht: Rattere bitte erstmal die harten Fakten über mich und mein Leben runter.“ Ich selbst bin (oder halte mich für) wenig künstlerisch begabt. Dennoch nehme ich an, dass KünstlerInnen immer irgendwie einen Teil von sich in ihrer Kunst hinterlassen, dabei aber nicht den Anspruch haben, dass es in erster Linie um eine Auseinandersetzung mit Ihnen als SchöpferIn des Werks geht. Vielmehr geht es – so nehme ich an – um das Thematisieren einer größeren Sache, größer als sie selbst: nämlich Emotionen. Emotionen als etwas Größeres als jeder Einzelne und dennoch als ein alle vereinendes Element. Emotionen, die durch Erlebnisse entstanden oder geprägt wurden. Der Zugang zu diesen Emotionen, durch die ein Stück Kunst entsteht, sind freilich ganz individuell und wohl auch intim. Und ebenso individuell und intim ist das Rezipieren seitens des/der LeserIn. Im Zentrum des Umgangs mit Poesie sollte folglich das eigene Gefühl beim Lesen oder Hören stehen. Sich in einem weiteren Schritt mit der möglichen Bedeutung der Kunst für den/die Künstlerin ist sicherlich auch interessant und hat seine Berechtigung, ist jedoch nicht wichtiger als die Bedeutung für einen selbst. In diesem Punkt stimme ich mit dem Blogeintrag überein. Es setzt aber eine Offenheit und Bereitschaft voraus, sich mit seinen eigenen Emotionen auseinanderzusetzen, zumindest, wenn es gehaltvoll und nicht zu stumpf daherkommen soll. Ich habe mich beim Lesen des Eintrags daher auch gefragt, ob das nicht vielleicht zu viel verlangt ist von SchülerInnen. Wenn die eigenen Emotionen beim Lesen an erste Stelle stehen sollen, die SchülerInnen aber vielleicht an dem Tag nicht bereit sind zu fühlen, weil es ihnen zu intim ist (was sie vermutlich nicht bewusst für sich entscheiden, sondern grad einfach so empfinden), dann kann eine Interpretation des Kunstwerkes trotz einer noch so freien Beschäftigung und der offenen Frage „Was empfindest du dabei?“, zu einer zähen Auseinandersetzung werden.

    Generell befürworte ich die beschriebene Herangehensweise an Poesie im Unterricht. Ich denke nur, dass man sich bewusst machen muss, dass es kontraproduktiv wäre stets intime und persönliche Antworten und Beiträge zu erwarten und den SchülerInnen zugestehen sollte, ihre Gefühle nicht immer teilen zu können, um einen „wertvollen. Beitrag“ im Unterricht zu leisten.

    11. Dezember 2023
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  38. Ayda Ramadan sagte:

    Der Ansatz Texte und Gedichte durch die Linse der Emotionen zu betrachten, anstatt sie zwanghaft zu analysieren, finde ich zusprechend. Insbesondere in der Schulzeit habe ich oft das Gefühl gehabt, dass der Schwerpunkt eher auf Analyse lag, wodurch ich es als als „bloßes abarbeiten der Themen des Rahmenlehrplans“ empfunden habe. Die Verbindung von Hermeneutik und Emotion könnte folglich eine gute Möglichkeit sein, Schüler*innen einen Zugang zu Literatur zu ermöglichen (Stichwort D3 „Pädagogik des Performativen“), der über die Textanalyse hinausgeht.

    11. Dezember 2023
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  39. Anastassios Panagopoulos sagte:

    „Ich deute also etwas im Hinblick was es mir be-deutet.“
    Der Satz, der meinen Kommentar einleiten soll ist der, der auch meiner Ansicht nach am Zutreffendsten ist, wenn man über „die Kunst der Interpretation“ spricht. Man versteht, dass man bei einer Interpretation eines Textes, nie einen objektiven Abstand zum Gelesenen halten kann. Es wird nie eine ‚objektive‘ Interpretation geben. Man schaltet nicht einfach das Erlebte und alle Emotionen und Gefühle ab, die einem im Leben widerfahren sind. In einer Interpretation fließt auch immer das ‚Ich‘ einer Person mit ein, ob man dies nun will oder nicht. Und auch wenn man der Meinung ist, man sei an dieser Stelle der objektivste Interpret und man lasse alles Subjektive außen vor, so hat man es dennoch wieder getan. Und das ist meiner Meinung nach auch der wichtigste und auch schönste Punkt in der Kunst der Interpretation. Denn in dieser soll es sich anfühlen wie eine Synchronisation. Eine Synchronisation des Verfassers, des Textes und der eigenen Gefühle, des Erlebten, des Guten und auch nicht so Guten. Man wird Eins mit dem Text. Es wird in gewisser Weise der ‚eigene‘ Text. Und diese Gefühle darf man auch steuern! Man darf entscheiden wie man sich fühlen will. Man darf entscheiden traurig zu sein, glücklich zu sein, genauso wie auch nichts fühlen zu wollen. Dies gibt uns der zweite Teil des Textes zu verstehen, welcher schon fast den Anschein eines Leitfadens erweckt, welcher uns zu jeder Gefühlslage auch eine besondere Tür öffnen will.

    11. Dezember 2023
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  40. Klara sagte:

    Die beschriebene „seelische Beteiligung“ ist sicher essentiell um Poesie zu deuten und persönlich einordnen zu können. Ich glaube, dass sie auch ein wichtiger Grundstein des Lernens überhaupt ist. Ob Poesie, Film, Malerei etc., jede Kunstform kann bedeutsam für Kinder werden, sofern im Unterricht bedacht Impulse gesetzt werden.

    Welche Fragen werden den Kindern beim Umgang mit Poesie gestellt? Wie kann die Verbindung zwischen Kind und Poesie geschaffen werden? Welche individuellen Prozesse können durch Poesie angeregt werden und welche Ausdrucksformen können dem Lesen von Poesie folgen? Welche zeitgenössischen AutorInnen können aufgegriffen werden und wie können Kinder zum eigenen Schreiben motiviert werden?

    12. Dezember 2023
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  41. Tabea Müller sagte:

    Mir war zuvor nicht bewusst, wie breit gefächert die Poesie ist. Ich hatte zuvor die Poesie ,,nur” mit Gedichten verbunden, bis mir jetzt bewusst ist, dass Musik, Filme oder Theaterstücke dazugehören. Mit diesem neuen Blickwinkel, kann ich mich besser in die Texte einfühlen. Denn ich persönlich verbinde sehr viel mit Musik, obwohl dahinter ja auch ein Text steht, der mich berührt und die Melodie unterstützt die Gefühlslage nur.
    Zudem finde ich auch, dass man bei Texten hängen bleibt, wo man es nachempfinden kann.
    So auch dieser Blogbeitrag, den ich leicht lesen konnte und die Strichpunkte haben es mir auch erleichtert zu lesen. Zudem finde ich es sehr schön, dass Empfehlungen zu Lesetexten vorgeschlagen wurden je nach Gefühlslage.

    12. Dezember 2023
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  42. Güldane sagte:

    Ein sehr gelungener Beitrag!
    Ich persönlich muss sagen, dass ich in meiner Schulzeit nichts mit Poesie anfangen konnte, da mir meist der persönliche Bezug fehlte. Die Texte, die wir behandelten hatten meist Themen, die uns Schülerinnen und Schüler nicht wirklich ansprachen. Daher find ich diesen Beitrag umso gelungener.

    12. Dezember 2023
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  43. Constantin Bock sagte:

    Ich glaube, die Trennung zwischen Analyse und Interpretation ist nicht ganz zu bewerkstelligen; vor allem nicht in der Schule.
    Ich hatte Deutsch LK und musste dementsprechend viele und lange Texte schreiben. In meinen Gedankengängen bin ich aber meist durch die Analyse zur Interpretation gekommen. Ich fand es immer angenehm zu schreiben, dass man einen Interpretationsspielraum hat, aber eine ausschließliche Interpretation ohne Analyse würde und wäre mir glaube ich schwerer gefallen.
    Ich glaube aber schon, dass die Schüler die Analyseinstrumente kennen lernen sollen, vor allem die rhetorischen Mittel, die ja zur einer Interpretation führen, aber ihnen auch einen großen Interpretationsspielraum geben sollten.

    12. Dezember 2023
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  44. Sulamith sagte:

    Der Text betont die Bedeutung der Interpretation von verschiedenen Phänomenen des Lebens, einschließlich literarischer Texte, zwischenmenschlicher Beziehungen und ästhetischer Erscheinungsformen. Der Autor bevorzugt die hermeneutische Kunst des „Deutens“ gegenüber einer analytischen Betrachtung. Er argumentiert, dass alles im Leben interpretiert werden kann, einschließlich Finanzmärkte. Der Prozess der Interpretation beinhaltet das Verstehen dessen, was uns persönlich bedeutet und berührt.
    Der Autor hebt hervor, dass wir als Menschen ständig damit beschäftigt sind, Gesten, Blicke und andere nonverbale Signale zu deuten und zu interpretieren. Dies gilt auch für den Umgang mit Texten, insbesondere Gedichten. Die Notwendigkeit einer emotionalen Verbundenheit zwischen Leser und lyrischer Botschaft wird betont, wobei die Stimmungen von Leser und Text übereinstimmen müssen. Die Textinterpretation wird erweitert auf Songs, Bilder, Filme und Naturereignisse. Dies ist ein toller Denkanstoß!

    12. Dezember 2023
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  45. Fiona sagte:

    Schon in der Schule mochte ich es Texte und Bilder zu interpretieren und versteckte Botschaften aus ihnen herauszunehmen und zu verstehen. Leider blieb damals jedoch auch die Kunst etwas zurück. Der Fokus lag oft auf der Analyse der Struktur der Texte und Bilder, also auf der Form. Die Interpretation war nur richtig, wenn die Lehrkraft sie als richtig empfunden hat, die eigenen Verbindungen, die man zu Texten aufgebaut hat und wie sie einen fühlen ließen, wurden zum Teil nicht berücksichtigt.
    Ich finde diesen Text sehr ansprechend und auch bewegend, denn er zeigt uns, dass man alles im Leben deuten und interpretieren muss, auf seine eigene Art. Unsere individuellen Empfindungen und Erfahrungen sind der Schlüssel, um die Geheimnisse in Menschen, Texten und generell unserer Umwelt aufzuschließen und zu erkunden.
    Diese Herangehensweise spielt auch für den Unterricht mit Schüler*innen eine große Rolle, um ihnen zu ermöglichen, die Kunst und Poesie auf eine individuelle Weise wahrzunehmen und für sich selbst zu deuten. Statt den Fokus nur auf den Hintergrund des Autors zu setzen, sollten man auch den persönlichen Hintergrund des Lesers, hier die Schüler*innen, berücksichtigen, wenn man etwas deutet. Ich denke auf diese Weise kommt man zu vielen faszinierenden Deutungen und ein ganz neues Verständnis für Poesie und Texte jeder Art.

    Danke für diesen sehr ansprechend geschriebenen Text. Ich empfand ihn als sehr lehrreich für späteres Lehren und Lernen.

    13. Dezember 2023
    Antworten
  46. Moritz Kneip sagte:

    Ein sehr spannender und lehrreicher Beitrag zur Interpretation und/der Kunst. Ich selbst mochte dieses Thema nicht besonders, da wir in der Schule immer in ein Korsett gedrängt und somit die Spannweite der Interpretation und der Kunst arg eingeschränkt wurde. Aber von der Freiheit der Interpretation lebt m.E. die Analyse der Kunst, das gilt umso mehr für SuS in der Grundschule. Umso schöner, dass dieser Artikel das Interpretieren und die Poesie an sich sehr einfach darstellt und nicht als reines, schlichtes Analyseinstrument. Das beinhaltet eben auch, dass es bei der Analyse solcher Texte weder falsch noch richtig geben sollte, jede/r sollte mit seinen Gefühlen und Emotionen zu einer Interpretation gelangen. Und darüber sich mit den anderen austauschen können und damit seinen eigenen Horizont der Interpretation erweitern können.

    13. Dezember 2023
    Antworten
  47. Hong sagte:

    Den Blogeintrag über ,,die Kunst der Interpretation“ fand ich sehr interessant zu lesen. Mich hat besonders die Stelle ,,Ist das ganze Leben nicht eine große, vielschichtige Erzählung, die es zu interpretieren gilt!“ berührt. Im Leben interpretieren wir so oft Sachen. Wir können uns bewusst dafür entscheiden Gedichte o.ä. zu interpretieren oder machen das automatisch im Alltag. Jeder Mensch macht das und auf seine/ihre besondere Art und Weise.

    14. Dezember 2023
    Antworten
  48. Jennifer Rietz sagte:

    Ich fand den Blogeintrag sehr interessant und es hat mir sehr Spaß gemacht ihn zu lesen. In meiner Schulzeit mochte ich es nie zu Interpretieren, da es immer etwas „erzwungenes“ war, wobei es auch nicht um unsere eigene Wahrnehmung oder Gedanken ging. Dieser Eintrag hat mir allerdings wieder gezeigt, dass die Kunst der Interpretation nicht nur zum Abarbeiten von Aufgaben notwendig ist, sondern uns immer in unserem Leben begleiten wird. Es zeigt mir deutlich, dass SuS bei ihrer Interpretation in der Schule nicht in eine Richtung gedrängt werden sollten und auch kein Richtig oder Falsch hören sollten. Die Aufgabe der Lehrkraft sollte also nicht das Urteilen sein, sondern viel mehr den Kindern das zu Medium, das interpretiert werden soll näher zu bringen, um eine individuelle und emotionale Bindung zu schaffen. Ich bin sehr dankbar diesen Blogeintrag gelesen zu haben und dadurch wieder eine positivere Einstellung zum Interpretieren gefunden zu haben.

    15. Dezember 2023
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  49. Sandra sagte:

    „Die Kunst der Interpretation“ wirft eine interessante Perspektive auf die Deutung von Texten und Ereignissen im Leben. Hierbei wird das umdenken angesteuert. Es wird sich nicht auf eine analytische Analyse konzentriert, sondern auf die hermeneutische Kunst des „Deutens“, die für alle Lebensbereiche relevant ist. Die Idee, dass Interpretation nicht nur intelektuell, sondern auch emotional ist fand ich äußerst interessant. Darüber hinaus brachte mich die Aufforderung, sich mit Kunstwerken auseinanderzusetzen, um persönliche Erfahrungen zu reflektieren, zum nachdenken… sodass ich übliche Strukturen meines Erfassens angezweifelt habe.
    Dazu beitragend und fesselnd ist auch die Art und Weise wie der Text gestaltet ist. Dieser führte dazu, dass ich mich sehr angesprochen fühlte.
    Insgesamt führte das lesen dieses Bloginhaltes, dass mir neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet wurden, wenn es darum geht Kunst zu interpretieren.

    17. Dezember 2023
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  50. Samira Chambi Lübben sagte:

    Im Alltag erlebt man viele Geschehnisse und ist in Ereignissen (z.B.Begegnungen) involviert. Dabei interpretiert man so oder so u.a. das Handeln und den Ausdruck anderer Menschen. Dies verhält sich auch in der (Grund-) Schule bzw. In der Kindheit so. Aus diesem Grund ist es von Wichtigkeit, dass man selbst (als Individuum) eine Fähigkeit der Interpretation entwickelt und die Perspektive von Anderen zu begreifen lernt. In der Schulzeit mochte ich Gedichte nicht so gerne. Doch durch die Seminare wurde mir immer klarer, dass ein Gedicht ein wertvolles Werkzeug sein kann, durch welches die Seele sich ausdrücken kann.

    16. Januar 2024
    Antworten
  51. Özlem D. sagte:

    „Die Kunst der Interpretation“ zeigt uns, dass es nicht nur darum geht, Texte zu verstehen, sondern sie auch zu fühlen – aber zeigt uns auch, dass es ganz normal, dass uns einige Texte ansprechen und einige nicht, auch je nach dem, in welcher Emotions- und Erfahrungsphase wir uns befinden. Denn es sind zahlreiche Werke vorhanden, in dessen Gefühlslage ein Leser sich wiederfinden kann.
    Desto mehr ein Werk uns anspricht, desto mehr Vergnügen haben wir auch beim Lesen und es entsteht ein Bedürfnis dies zu teilen – genau so, wie dei Verfasser ihre Emotionen und Erfahrungen auch mit uns geteilt haben.
    Die Kunst der Interpretation kann und sollte in allen Bereichen und Phasen des Lebens angewendet werden, privat und im Öffentlichen, bei Texten aber auch Menschen, als Lernende aber auch als Lehrende.
    Desto besser wir die Interessen der Schüler*innen kennen, desto besser können wir auch passende Werke zum Interpretieren finden, um die Schnittstelle zwischen Schüler*in und Verfasser*in zu herzustellen und diese zu verbinden. Deshalb ist es wichtig, das passende Werk auszusuchen, damit die SuS nicht lustlos sich das Werk anschauen und nur mal durchlesen, sondern erkennen das eigentlich viel mehr dahinter steckt und man das, was man eigentlich tagtäglich tut (interpretieren z.B. von Emotionen einer anderen Person) nun nur mit einem Text machen muss und dies eigentlich auch recht interessant sein kann.
    Dadurch gehen sie in der Zukunft auch an Texte ganz anders ran, als wenn sie gelangweilt sind und deshalb Vorurteile über Gedichte etc. bilden und eigentlich nie wieder mit Texten arbeiten möchten.

    7. Februar 2024
    Antworten
  52. Marlene Geyer sagte:

    Durch die Betonung der persönlichen Beteiligung und des emotionalen Engagements beim Interpretieren von Texten und anderen Phänomenen des Lebens wird gezeigt, wie wichtig es ist, sich auf einer tieferen, persönlichen Ebene mit diesen Inhalten auseinanderzusetzen.
    Ich finde es ist eine gute Idee, verschiedene emotionale Zustände und Lebenserfahrungen durch die Interpretation von Texten, Bildern und Musik zu erkunden. Ihre Auswahl an Gedichten, Liedern und Kunstwerken zeigt, wie vielfältig und nuanciert die menschliche Erfahrung ist und wie wichtig es ist, verschiedene Ausdrucksformen zu nutzen, um unsere eigenen Emotionen und Erfahrungen besser zu verstehen.
    Darüber hinaus finde ich Ihre Betonung der Philosophie als Quelle der Erkenntnis und Weisheit äußerst relevant. Die Idee, das Leben als eine große Erzählung zu betrachten, die es zu interpretieren gilt, ist tiefgreifend und regt dazu an, über die Bedeutung und den Zweck unseres eigenen Lebens nachzudenken.

    10. Februar 2024
    Antworten
  53. Nina Smith sagte:

    Die Betrachtung des Lebens als eine große, vielschichtige Erzählung, die es zu interpretieren gilt, ist faszinierend. Ähnlich wie bei der Deutung eines literarischen Werkes können wir auch unsere Mitmenschen und ihre Handlungen als rätselhafte Botschaften betrachten, die es zu entschlüsseln gilt. Jeder Mensch hat seine eigene Lebensgeschichte, seine eigenen Motive und Beweggründe, die es zu verstehen gilt. Indem wir uns darauf einlassen, ihre „Geschichte“ zu lesen und zu interpretieren, können wir nicht nur mehr Verständnis und Empathie für sie entwickeln, sondern auch tiefer in uns selbst eintauchen und unsere eigene Lebenserzählung reflektieren. Die Kunst der Interpretation eröffnet uns neue Perspektiven und ermöglicht es uns, die Welt um uns herum auf eine tiefere Ebene zu verstehen.

    14. Februar 2024
    Antworten
  54. Mine Kutlar sagte:

    Ich persönlich schätze es mehr, Texte und Ereignisse zu interpretieren, anstatt sie analytisch zu analysieren, wie Staiger es beschreibt. Diese Interpretation erstreckt sich auf alle Lebensbereiche, sei es im Umgang miteinander oder beim Lesen von Gedichten. Staiger betont, dass unsere Gefühle beim Lesen von Gedichten und der Stimmung des Gedichts übereinstimmen müssen, was eine starke emotionale Verbindung erzeugt, die er sogar als Liebe bezeichnet. Auch die Deutschdidaktik betont die emotionale Beteiligung beim Lesen von Gedichten und die Verbindung zwischen persönlichen Erfahrungen und dem, was im Gedicht dargestellt wird. Dabei werden nicht nur Gedichte, sondern auch Songs, Bilder, Filme und Naturereignisse als Dinge betrachtet, die uns „packen“.
    Die hohe Kunst des Lehrens besteht für mich darin, meine eigenen Erfahrungen und Emotionen durch Kunst, Natur oder persönliche Erlebnisse zu reflektieren und im Unterricht zu teilen. Das schafft eine Atmosphäre des gemeinsamen Verstehens und Erlebens. Poesie wird zu einem starken Verbündeten, der uns hilft, die Tiefe des Lebens zu verstehen und mit anderen zu teilen. Es ist, als ob unser Leben eine große Geschichte ist, die wir interpretieren müssen, und die Poesie hilft uns dabei, die Bedeutung zu verstehen.

    16. Februar 2024
    Antworten
  55. Franzisca F. M. sagte:

    Das Deuten ist ein aktiver Prozess des Nachspürens, der weit über eine bloße Beschreibung hinausgeht. Nur wer genau hinschaut und hinhört, kann die vielfältigen Bedeutungsebenen Stück für Stück freilegen. Beim Interpretieren müssen Schüler:innen in die Tiefe gehen, Symbole und Andeutungen entschlüsseln und zwischen den Zeilen lesen lernen. Das braucht eine neugierige Grundhaltung und den Willen, sich auf einen Deutungsprozess einzulassen. Letztlich gibt es keine eine richtige Lesart, sondern einen Reichtum an Perspektiven – und gerade das macht den Reiz aus. Durch die Interpretationskunst können Schüler:innen die Komplexität der Welt besser verstehen und hinter die Fassaden blicken.

    Wichtig ist jedoch, wie einige Kommentatoren anmerkten, ein strukturiertes, wissenschaftliches Vorgehen. Schüler:innen brauchen Anleitung, wie sie Deutungen durch Analysen, Theorien und Belege stützen können. Ihre Einzelinterpretationen sollten zudem in fachliche Diskurse eingebettet und mit anderen Positionen verglichen werden.

    29. Mai 2024
    Antworten
  56. Elvin Arslan sagte:

    Die Kunst der Interpretation geht über die bloße Analyse hinaus, indem sie uns einlädt, Bedeutung auf einer emotionalen und subjektiven Ebene zu erfassen. Statt nur Strukturen und Funktionen eines Textes oder Kunstwerks zu untersuchen, richtet sich der Fokus auf unsere persönliche Verbindung und das, was uns individuell berührt.

    In der Lehrpädagogik wird diese Herangehensweise besonders relevant. Ein Gedicht oder Kunstwerk wird für Lernende dann lebendig, wenn sie es durch ihre eigenen Erfahrungen und Emotionen interpretieren können. Diese persönliche Verbindung fördert ein tieferes Verständnis und Empathie. Wie Emil Staiger hervorhebt, bewegt uns ein Gedicht am stärksten, wenn es mit unseren eigenen Stimmungen in Resonanz tritt und uns emotional anspricht.

    Für Lehrende bedeutet dies, dass sie ihre eigenen emotionalen Reaktionen auf Texte und Kunst reflektieren und diese Einsichten mit ihren Schülern teilen sollten. Indem sie diese interpretativen Fähigkeiten fördern, ermöglichen sie den Lernenden, ein tieferes und persönlicheres Verständnis zu entwickeln. So wird die Lehre nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine emotionale Erfahrung, die den Unterricht bereichert und das Lernen intensiviert.

    10. August 2024
    Antworten

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