Das Unterrichtsende

Wie hab ich das gefühlt, was Abschied heißt  (Rilke).

8 Päärchen Bild 8. Beitrag

  • Lassen Sie möglichst keine Unterrichtsstunde oder keinen Unterrichtsblock beliebig auslaufen.
  • Versuchen Sie, Zwischenziele zu markieren.
  • Reflektieren Sie mit der Gruppe über Arbeitsprozesse und Lernwege.
  • Geben Sie sowohl dem Individuum als auch den Lerngruppen ein Feedback.
  • Beenden Sie ihre Unterrichtssequenzen mit ‚Stil‘.
  • Ein ritualisiertes warmes Schlusswort, ein Lob, eine konstruktive Kritik am Ende schaffen eine Atmosphäre der Vorfreude auf die nächste Sequenz.
  • Und jetzt noch das Wichtigste zum Schluss: sollte Ihr Unterricht nicht wie geplant verlaufen sein, störten vielleicht einige Schüler, waren die Schüler witziger als Sie, war vielleicht der Anspruch zu hoch oder zu niedrig… was auch immer: schnappen Sie nicht ein, werden Sie nie übellaunig oder zickig.
  • Das schafft ein vollkommen lernunfreundliches Klima und kann im Krieg mit der Klasse enden.
  • Bedenken Sie in diesen schwierigen Momenten, dass das Unterrichten ein Prozess ist und Unplanbares dazugehört.
  • Gehen Sie zu Hause ihren Unterricht in Gedanken durch und überlegen Sie, was verbessert werden könnte. Haben Sie dabei Geduld mit sich und der Lerngruppe.

 

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31 Kommentare

  1. Florian Wa. sagte:

    Da bin ich genau derselben Meinung. Ich glaube, dass ein „schönes“ Ende die Unterrichtssequenz sehr gut abrundet. Ich bin auch der Meinung, dass die Schüler*innen hingewiesen werden müssen, dass die Lehrperson die Unterrichtseinheit beendet und danach erst ihr Unterlagen gepackt werden dürfen. Oft wird die Stunde gegen Ende gestört, da viele Schüler*innen schon ihre Unterlagen in die Rucksäcke packen und somit Unruhe in die Klasse bringen.
    Zudem ist ein gute Planung der Unterrichtssequenz unabdingbar, gerade als junge Lehrerin bzw. als junger Lehrer. Jedoch sollte auch, wie in den oben genannten Punkten bereits erwähnt, eine gewisse Flexibilität aufgewiesen werden. Denn falls die Stunde unerwartet gestört wird und die Lehrperson nicht flexibel genug ist, mit der neuen Situation umzugehen, dann kann die Unterrichtseinheit schnell in einem Fiasko enden.

    16. Mai 2018
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  2. Amrita C. sagte:

    Wahnsinnig prägnante und vor allem weise Worte. Ich wünschte, dass im Rahmen des Studiums viel mehr in dieser Richtung weitergegeben wird. Entgegen der gängigen Meinung, dass der erste Eindruck zähle und nicht revidierbar sei, ist es doch vor allem das Ende also der letzte Eindruck, der sich im beim Gegenüber im Gedächtnis verankert. Die Fähigkeit Dinge zu strukturieren, Teilschritte durch Feedback rückzumelden und und dadurch Weiterentwicklung zu ermöglichen ist Vorbild und Lernmöglichkeit zugleich. Auch Dinge tatsächlich bis zum Ende durchzuhalten und diesen Erfolg mit den Schülern durch ein prägnantes Ende wertzuschätzen erfüllt den Anspruch, dass Unterricht auch immer „Lernen für das eigene Leben“ sein sollte.

    30. Mai 2018
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    • Steffi_70_k sagte:

      Danke, Amrita. Es ist meiner Ansicht nach von hoher Relevanz, die Übergänge im Leben zu reflektieren. Alles fließt, nichts bleibt wie es ist.

      13. Juni 2018
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  3. VS sagte:

    Das Unterrichtsende sollte wirklich mit „Stil“ beendet werden.
    Ich hab schon oft diesen Satz „Ich beende den Unterricht!“ gehört, wenn Schüler paar Minuten vor Unterrichtsende anfangen zu packen.
    Sowas würde ich einfach unterlassen und eine Regel einführen, dass man erst einpacken darf, wenn der Unterricht beendet wurde. Manche Lehrer ziehen die Zeit auch noch in die länge obwohl sie wissen, dass schon lange Unterrichtsschluss ist, weil Schüler vllt. zu laut usw. während des Unterrichts waren, sowas sollte meiner Meinung nach nicht passieren., da somit die ganze Klasse „bestraft“ wird.

    5. Juli 2018
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  4. David sagte:

    Besonders gut gefällt mir der Punkt: „Beenden Sie ihre Unterrichtssequenzen mit Stil“. Dies werde ich mir zu Herzen nehmen, da ich bei mir häufig erlebt habe, dass ich mir für das Unterrichtsende kaum Zeit nehme und ich dem Ende bislang auch keine große Bedeutung beigemessen habe. Die angeführten Punkte verdeutlichten mir jedoch, dass das Unterrichtsende von großer Relevanz ist.

    12. Juli 2018
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  5. Richard.Luft sagte:

    Zum Denken anregende Worte am ende jeder Unterrichtseinheit sind meiner Meinung nach ein wichtiges Konzept für Lehrer und Schüler.
    Durch sie bleiben einprägende Gedanken und Fragen des Unterrichts auch für längere Zeit im Gedächtnis der SuS.

    12. September 2018
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  6. Lena Put sagte:

    Für angehende Lehrkräfte finde ich gerade die letzten zwei Unterpunkte sehr motivierend. Wenn man von der Universität kommt, hat man ggf. noch den Anspruch vom Anfang bis zum Ende, jeden Tag, immer einen ‚perfekten‘ Unterricht zu machen. Jedoch ist dies praktischen gar nicht möglich. Vielleicht waren die Methoden falsch gewählt oder wie erwähnt wurde im Eintrag, die SuS waren über- oder unterfordert. Vielleicht gab es auch einen Streit in der Pause, der nun leider erstmal Vorrang hat.
    In meiner Trainerausbildung hat der Leiter auch immer wieder betont, dass man manche Dinge ausprobieren muss. Danach sollte man reflektieren, waurm etwas gut oder weniger gut gelaufen ist – also genau so, wie es in diesem Eintrag steht. Eine Klasse besteht nun mal aus vielen Kindern und meist einer Lehrkraft, aber eben alles Menschen. Das kann nicht funktionieren wie eine Maschine. Nach langer Zeit hat es sich lediglich ggf. eingespielt.

    10. Mai 2019
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  7. J. Oppelt sagte:

    Das Erste und das Letzte bleibt bekanntlich am meisten bei uns Menschen hängen. So ist es auch bei unserem Anfang der Stunde und auch wieder beim Ende. Ich denke es braucht Zeit, um sich ein gutes Ritual zu erschaffen und vor allem sollte man sich vor Augen halten, das jede Klasse anders ist und nicht jedes Ritual unbedingt zu jeder Klasse passt.

    20. Juni 2019
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  8. Jakoba sagte:

    Gemeinsam mit den SuS zu reflektieren halte ich für sehr sinnvoll, nach meiner Erfahrungen ist es das wichtigste vom Unterricht, da man durch die Reflexion besser beibehält, was man gelernt hat. Ich stimme auch Amrita zu, dass im Studium viel mehr in dieser Richtung weitergegeben werden sollte. Obwohl ich auch sagen muss das Ihre Ansprache zum Schluss der letzten Stunde am 27. August sehr einprägsam und inspirierend war. Vielen Dank dafür!

    29. August 2019
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  9. Clarissa B. sagte:

    Das abschließende Reflektieren ist sehr wichtig. Ich kann dem nur zustimmen. Es gibt nichts Schlimmeres, als die Schulstunde abzuschließen und der Erste, und der darauffolgende inspirierte nächste Schüler, beginnen die Schultasche einzupacken. Es ist tatsächlich eine Kunst, den Unterricht friedlich gemeinsam zu beenden.

    17. September 2019
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  10. Marielena Vogt sagte:

    Ich denke, dass kein Unterricht ohne ein deutliches Ende abgeschlossen werden sollte. Start- und Ende einer Unterrichtseinheit sollten den Schüler*innen deutlich gemacht werden. Es gestaltet sich als sehr anstrengend in eine Unterrichtsstunde zu kommen und eine durcheinander-laufende-laute-aufgeregte-Klasse vorzufinden.

    Mit der Gruppe die Stunde zu reflektieren und einen Ausblick auf die nächste Einheit zu geben finde ich sehr gut. Anschließend empfinde ich es als sehr angenehm, die Kinder zur Ruhe kommen zu lassen. Eine Achtsamkeitsübung kann wahre Wunder bewirken. Eine einfache und effektive Übung ist es, sich bequem auf den Stuhl zu setzten, die Augen zu schließen und einige tiefe Atemzüge zu machen.

    28. Oktober 2019
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    • Ule G sagte:

      Hi Marielena Voigt,
      ich kann mich dir nur anschließen und finde Achtsamkeitsübungen/Meditation sollten viel mehr Beachtung in der Schule finden. Es gibt zu diesem Thema etliches auch auf Yout… zu finden mit schönen Ansätzen zum übernehmen. Wen das Thema weitreichender interessiert, der findet aktuell in der Arte Mediathek spannende Dokus zu Forschungsergebnissen zu den Auswirkungen von regelmäßiger Meditation auf unsere Gene und die Telomere. Aus meinen paar Monaten Unterrichtserfahrung, kann ich nur sagen, dass es den SUS sehr gut getan hätte durch Achtsamkeitsübungen ruhiger zu werden und runterzukommen. Ob diese am Ende oder Anfang einer Stunde stattfindet, wäre meine Meinung nach egal Hauptsache regelmäßig.

      Somit verabschiede ich mich mit einem alsseitigen Petri Heil!

      22. Januar 2020
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  11. Anastasia Bolsun sagte:

    Wie Jacque Fresco in einem seiner Videos erwähnt hat, liegt die Ursache für Unzufriedenheit darin, dass wir an jeden und alles immer Erwartungen und Hoffnungen haben, auch wenn diese meist unbegründet sind. Wenn ich gestern zwei Stunden lang an der Vorbereitung saß, muss es auch heute funktionieren und die SuS werden es sofort verstehen. Wenn es dann nicht so ist, ist man dann frustriert. Man sollte also natürlich ein Ziel verfolgen, aber nicht ärgerlich oder verurteilend werden, wenn es nicht direkt so gelaufen ist wie man es sich gewünscht hat.
    Mit einem Ritual abzuschließen und auf einer positiven Note, schafft mehr Lust auf die nächste Einheit als: Das und das haben wir wiedermal nicht geschafft, na toll, ihr seid die schlechteste Klasse.

    LG Anastasia

    22. März 2020
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  12. Seyma Ü. sagte:

    Ich glaube, dass es in derzeit wichtig ist, eine Kultur des Feedbacks zu schaffen, in der dieses als zum Herzen gelegter Verbesserungsvorschlag angenommen wird. Um solch ein Klima zu schaffen könnte man vielleicht das Unterrichtende so ritualisieren, in dem jeder jedem Feedback geben darf. Sicherlich gibt es hierbei Faktoren, die zu beachten sind, damit das Feedback auch wirklich von jedem angenommen wird.
    Noch eine Bemerkung zum Umgang mit gescheiterten Plänen oder dem Auftreten von ungeplanten, jeglichen Störungen des Unterrichtsflusses: Ich glaube, dass man nicht an Autorität, Ansehen oder ähnlichem verliert, wenn man seine wahren Gefühle der Klasse ‚offenbart‘. Sie gehören zum Leben und so sollten sie auch von jedem, ob Kind oder Erwachsen, gelernt werden zu akzeptieren und umzugehen. Hierbei spreche ich nicht unbedingt von dem Umgang mit den eigenen Gefühlslagen, sondern denen anderer. Für gesunde Beziehungen jeglicher Art sollte meiner Meinung nach Einfühlsamkeit ganz oben stehen.
    Allerdings gehört es zum professionellen Handeln des Lehrberufs, dass diese augenblicklichen Gefühle sich nicht auf das weitere Verhalten gegenüber der Klasse und insbesondere bestimmten Schülern*innen gegenüber auswirkt, sodass das Klassen- und Lernklima nicht beeinträchtigt werden.

    24. März 2020
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  13. Linda K. sagte:

    „Wie hab ich das gefühlt, was Abschied heißt“ nach Rilke passt sehr gut zu diesem Thema. Wie viel angenehmer wäre es, wenn die Lernenden nicht durchs „Klingeln“, sondern durch einen klaren Impuls der Lehrkraft erkennen, dass die Unterrichtsstunde vorbei ist. Ein kleines Ritual, wie z.B. ein kurzes Feedback oder vielleicht sogar eine Achtsamkeitsübung, kann für die gesamte Gruppe lehrreich sein und zum reflektieren anregen, oder als Motivation dienen.
    Besonders schön finde ich den Abschluss des Beitrags, dass man nicht launisch die Stunde beenden sollte und nichts persönlich nehmen darf, sondern viel mehr darüber nachdenken muss, was der Grund für das „Scheitern“ war und wie es beim nächsten Mal vielleicht besser klappen kann.

    27. März 2020
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  14. Anita Parlov sagte:

    „Bedenken Sie in diesen schwierigen Momenten, dass das Unterrichten ein Prozess ist und Unplanbares dazugehört.“ Diese Aussage drückt, meiner Ansicht nach auch aus, wie wichtig es ist, nicht nur auf die Schüler einen wohlwollenden Blick zu haben, sondern auch auf sich selbst. Das Erstgenannte geht wahrscheinlich auch nicht ohne das Zweite. Man kann den Unterricht bestens vorbereitet haben und die Stunde läuft dann doch anders als gehofft. Ich hoffe, dass es mir gelingt, am Ende so eines Tages mit einem humorvollen und verzeihenden Blick auf mich und die Welt zu schauen.
    Schön finde ich auch die Idee, sich von den Schülern persönlich ein Feedback zur Stunde einzuholen.

    6. April 2020
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  15. Luisa-Sophie W. sagte:

    Ausgesprochen, hilfreiche Denkanstöße!
    Vor allem ‚eine Atmosphäre der Vorfreude auf die nächste Unterrichtssequenz zu schaffen‘ bildet für mich einen sehr wichtigen Aspekt. Neben dem Studium arbeite ich als Sozialpädagogin bzw. Förderlehrerin und achte dabei sehr auf Selbstreflexion und Flexibilität. Die Meinungen meiner SchülerInnen sind für mich äußerst wichtig. Daher lasse ich immer (wechselseitige) Feedbackrunden in den Unterricht einfließen, um so ein lernfreundliches Klima zu fördern. ,,Nach dem Unterricht, ist vor dem Unterricht!“, dementsprechend bedingt ein warmes und positives Schlusswort sowie Lob, die Vorfreude auf die nächste Stunde umso mehr, auch wenn vielleicht nicht alles so verlief, wie man sich das zuvor vorstellte oder plante. In schwierigen und unangenehmen Situationen, habe ich mir als Lehrkraft vorgenommen, niemals nachtragend zu sein. Ich schließe die Vergangenheit ab und starte jeden Tag von Null, mit neuem Optimismus.

    10. April 2020
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  16. Julia Engler sagte:

    Das Unterrichtsende ist sehr bedeutend. Aus der eigenen Schulzeit weiß ich,wie sehr sich die Wahrnehmung auf die stattgefundene, aber auch auf die kommende Stunde durch einen gut oder schlecht gestalteten Abschluss gestalten kann. Ein positiver und reflektierender Abschluss trägt zu einer positiven Wahrnehmung des Unterrichts bei. Sehr anregend und hilfreich finde ich den Tipp mit den Zwischenzielen, die sicher auch ein reflektiertes Bild schaffen und so dem Krieg mit der Klasse vorbeugen, da man selbst vielleicht positiver mit nicht geplanten Umständen umgehen kann.

    23. April 2020
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  17. Savocha sagte:

    Eins der dinge, die ich als Unheimlich schwer empfinde und die mit guter Unterrichtsplanung sicher sehr gut funktionieren kann. Als Vertretungslehrkraft wurde ich bis jetzt eher spontan in Klassen „geworfen“ und war auch zu Beginn erst einmaldicht sonderlich gut vorbereitet, was dazu führte ( bei einer Schule ohne Klingel), fasslich nie eine Ahnung hatte ob die Stunde jetzt schon vorbei war oder wir über die Zeit hinaus gearbeitet haben. Daher weiß ich, wie wichtig ein Abschluss ist. Ich denke es ist sogar sinnvoll ein Unterrichtende einzustudieren, da es ganz häufig dazu kommt, dass die Kinder sofort mit dem Wort „Unterrichtsende“ aufspringen und der Lautstärkepegel steigt. Wenn klar ist, wie der Abschluss aussehen soll, gehen sie auch ruhiger in die Freiphase.

    23. April 2020
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  18. Chelsea D. sagte:

    Oft macht man sich gar keine Gedanken darüber wie der Unterricht beendet wird. Bei der Unterrichtsplanung denkt man eher daran wie man in den Unterricht einsteigt und ihn fortlaufend interessant gestaltet. Dass aber auch das Unterrichtsende (vor allem für die kommende Stunde) Eindruck schinden kann, ist ein interessanter Hinweis.
    Ich denke eine „Etappenmarkierung“ könnte sogar als Ritual dienen, sodass die Schüler immer wissen was man mit ihnen vor hat und wie weit sie gerade schon sind. Die meisten Menschen sind unruhig, wenn sie nicht wissen wann sie irgendwo ankommen oder irgendein Ziel erreichen. So ist es auch mit Kindern. Wenn ihnen dann aber genau klar ist an welcher Stelle der Unterrichtsreihe sie sich nun befinden und auch, dass die Lehrkraft den Unterricht verlässlich beendet, kann das sicherlich eine unterbewusste Nervosität aus der Gruppe nehmen. Außerdem zeigt so ein „geplantes“ Unterrichtsende den Schülern auch, dass man als Lehrer einen Plan hat und einen Nichts aus dem Konzept gebracht hat, auch wenn es zwischenzeitlich vielleicht doch so war.

    26. April 2020
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  19. Vivian B. sagte:

    Genau so wichtig wie ein guter Start, ist ein gutes Ende. Die SchülerInnen sollten die Gelegenheit bekommen, die Unterrichtsstunde zu reflektieren und ihre Gedanken dazu zu teilen. Denn nur wenn besprochen wird, wie Unterricht für die SchülerInnen und Schüler war, kann die Lehrkraft wissen, was bei zuhalten und was zu verändern ist. Aber nicht nur die SuS sollten dazu Raum haben, auch die Lehrkraft sollte den SuS dies mitteilen.

    5. Mai 2020
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  20. Vanessa Selke Domingos sagte:

    Das Unterrichtsende ist meiner Ansicht nach schöner als der Anfang. Ich habe schon viel ausprobiert und gemerkt, dass unabhängig von welchen Abschlussaufgaben ich durchführe, lieben die Schüler es, weil es einfach entspannt und positiv auf uns wirkt. Empfehlenswert ist es, jeder Schüler bzw. jede Schülerin ein Lob über eine positive erbrachte Leistung im Unterricht zu geben.
    Dafür habe ich die „Loberunde“ am Ende der letzten Unterrichtsstunde des Tages eingeführt. Das gelingt mir sehr gut, vor allem, weil viele Lächeln in den Gesichtern der Kinder danach zu sehen sind. Im Anschluss gehen die Kinder glücklich in die Pause und ich nach Hause. Nach diesem Abschluss habe ich dann das Gefühl, dass wir alles am Tag erfolgreich geschafft haben und dass die Kinder verstärkt sind. Ein besserer Abschied gibt es für mich nicht.
    Eine andere Abschlussalternative für den Unterricht wäre eine Reflexionsrunde über die Geschehnisse. Die Kinder reflektieren über ihre Leistung, was ihr gut gelangen und woran sie noch arbeiten können.
    Ich erzähle den Schüler*nnen auch gerne eine Geschichte mit dem Ziel der Entspannung, währenddessen sie mit verschlossenen Augen viele Atemübungen machen. Nach Abschluss der Geschichte öffnen die Schüler*nnen langsam die Augen und fühlen sich dabei sehr entspannt und ruhig.
    Aber das Unplanbare kann natürlich auch vor dem Unterrichtsende vorkommen und uns verhindern, den mit „Stil“ zu beenden. Für solche Fälle haben mir die Kinder vorgeschlagen, unsere Klassenuhr einzustellen, damit wir es nicht mehr verpassen müssen. Es funktioniert!

    10. Mai 2020
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  21. Ina Zarah S. sagte:

    „Der Lehrer beendet die Stunde!“ Sicher tut er das, aber hoffentlich nie mit diesem Spruch, den sicher jede angehende Lehrkraft mit einer bestimmten Lehrkraft aus eigener Schulzeit verbindet. Das Ende des Unterrichtsende lebt genau so wie der Unterrichtsbeginn vom Gefühl der Gemeinschaft, das durchs gemeinsame Zusammenkommen und Verabschieden geschaffen wird. Durch ritualisierte Abläufe kann ein sanfter Ausstieg aus dem Unterricht geschehen, der einen ebenso gleitenden Übergang in den verdienten Feierabend oder den kommenden Unterricht bietet. Dies ist gleichbedeutend für Schüler*innen und Lehrer*innen. Gleiches gilt auch für Reflexion und Feedback, das beide Seiten zur Verbesserung anleiten und zur neuen Bestformen inspirieren kann.
    Aus meiner eigenen Lehrtätigkeit habe ich mitgenommen, wie bedeutend es, in meinen Beobachtungen vor allem für jüngere Schüler*innen, ist am Ende des Tages von der Lehrkraft wahrgenommen und gehört zu werden. Nicht nur ein Morgenkreis kann sinnvoll sein, auch eine kleine Erzählrunde am Ende des Tages kann viel bewirken.

    6. Juni 2020
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  22. Sebnem Yener sagte:

    Ja, kleine Abschlussrunden am Ende des Unterrichts finde ich auch sehr sinnvoll für die eigene Reflexion. Somit bekommen die Schülerinnen und Schüler das Gefühl, ernst genommen zu werden und können Ihre Fragen, Wünsche für die nächste Unterrichtsstunde und eventuell auch das gelernte wiedergeben. Schöner Beitrag!

    26. Juli 2020
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  23. Katharina Schlögl sagte:

    Wenn der Unterricht dem Ende zugeht, sollte die Lehrkraft immer das Thema, was sie gerade behandelt , wiederholen. Waren die Kinder im Unterricht frech, so sollte der Lehrer versuchen nicht zickig oder sauer auf die Kinder zu sein. Als Lehrer hat man viele Unterrichtsmaterialien für den Unterricht vorbereitet, jedoch kann man einige dieser Dinge nicht ausführen aufgrund von Gegebenheiten, die jedes mal passieren können, aber nicht vorhersehbar sind. Ich habe in meinem Unterricht ein paar Rituale eingeführt und merke, ohne diese Rituale funktioniert der Unterricht nicht so, wie ich ihn gerne haben will. Am Ende wiederhole ich immer das Thema und kann entspannt beim Klingeln den Unterricht beenden .

    10. November 2020
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  24. Asil Durmaz sagte:

    Ich kann dem Beitrag nur zustimmen. Sehr oft endet die Stunde und man gerade mal die Hälfte geschafft von dem, was man sich vornahm. Doch es ist doch so viel besser als andersrum – vorzeitig fertig sein und die restliche Zeit ineffizient nutzen. Die Gestaltung des Unterrichtsendes sagt vieles über die Lehrkraft aus. Die Schülerinnen und Schüler merken sich bei allen Lehrkräften ihre Art und vor allem hier speziell: „Wie endet die Lehrkraft immer ihren Unterricht?“ Es geht es darum sich etwas einfallen zu lassen. Das Stichwort ist Wiedererkennungswert! Die Lernenden verbinden mich zum Beispiel damit, dass ich gerne am Ende immer einen Witz erzähle und dann eine Schülerin oder ein Schüler ebenfalls einen erzählt, sofern man einen kennt.

    Es gefiel den Lernenden sehr und alle bereiteten sie mehrere Witze vor, da ich natürlich per Zufall jemanden auswählte. Das war mein „Wiedererkennungswert“. Natürlich hat dies nichts mit dem Unterricht zu tun, doch ist dies eine gutes „Tool“, um das Ende einzuläuten. Denn oft freuen sich die Lernenden darüber, dass der Unterricht vorbei ist, doch denken sie nach kurz darauf danach, dass sie noch weitere Stunden haben bzw. zuhause noch lange an Hausaufgaben sitzen werden, warum ihnen nicht wenigstens eine kleine Freude bescheren?

    4. Mai 2021
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  25. Irina P. sagte:

    Beim Hospitieren begleitete ich oft eine Lerngruppe in verschiedenen Fächern bei unterschiedlichen Lehrenden. Das Verhalten der SuS variierte sehr stark in Abhängigkeit von der unterrichtenden Lehrkraft. Einige Abläufe haben sich teilweise negativ eingeprägt und der Unterricht endete bei einem Lehrer sogar fast immer mit dem Satz: „Ein solches Verhalten möchte ich nicht nochmal erleben!“….Das hat mich sehr traurig gestimmt.
    Eine Lehrerin hat mich hingegen mit ihren Abschlüssen fasziniert. Ihr Unterrichtsende war immer sehr bewusst und sinnvoll. Der Ablauf der Stunde hatte stets eine erkennbare äußere Struktur. Obwohl nicht immer alles Geplante in einer Stunde umgesetzt werden konnte, gab es ab einem bestimmten Punkt eine Wende – die Abschlussphase begann. Erstaunlicherweise konnte ich beobachten, dass die Kinder sich gerade in dieser Phase wieder aufrichteten und sogar konzentrierter waren, weil sie oftmals die Gelegenheit hatten Fragen zu stellen. Die Fragerunde wurde meistens als ein Spiel „verpackt“, die Inhalte wurden wiederholt und auch Fragen zum „Weitergrübeln“ in den Raum gestellt. Sehr inspirierender Unterricht!
    Danke für diesen Eintrag, der die oben beschriebenen Erfahrungen und Beobachtungen wieder in Erinnerung ruft!

    4. Mai 2021
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  26. Leyla Neumann sagte:

    Ich denke es ist sehr sinnvoll am Ende der Stunde noch einmal gemeinsam über den Arbeitsprozess, das Gelernte oder die Stunde ganz allgemein zu reflektieren. Nicht nur regt es die Kinder an und stärkt ihre diesbezüglichen Kompetenzen, sondern es schafft auch einen strukturierten Abschluss und gibt den Kindern einen Raum auch Wünsche oder Kritik äußern zu können. Und auch für die Lehrkraft selbst kann es hilfreich sein am Ende des Tages oder der Stunde noch einmal den Unterricht gedanklich durchzugehen und sich ggf. auch selbst einmal ein Lob auszusprechen, über eventuelles persönliches Fehlverhalten nachzudenken und das Feedback der SuS bewusst nachzuvollziehen. Wichtig ist auch den Kindern ein Feedback zu geben um sie zu bestärken oder ihnen Verbesserungsmöglichkeiten (beispielsweise bei der Mitarbeit) aufzuzeigen. Gibt man allen SuS einzeln ein Feedback, so erreicht man zudem, dass die Kinder sich gesehen fühlen.
Sehr gut gefällt mir auch die im Kommentar von Frau Domingos erwähnte Lobrunde. Ich stelle es mir ungemein wohltuend vor, wenn sowohl SuS also auch man selbst die Klasse zufrieden und positiv gestimmt verlässt.
    
Gibt man Raum für Kritik, und das sollte man tun, so muss man diese als Lehrkraft auch professionell aufnehmen können. Denn beleidigt zu sein, nachdem man die SuS ermuntert hat sich ganz offen zu äußern und diesen Unmut dann an die SuS zu tragen ist nicht nur unprofessionell, sondern sorgt möglicherweise auch dafür, dass die Kinder sich nicht mehr trauen Kritik zu äußern. Diese kann jedoch durchaus eine hilfreiche Stütze beim Planen des weiteren Unterricht sein und sollte wenn möglich auch konstruktiv genutzt werden.

    21. Mai 2021
    Antworten
  27. Leonie K. sagte:

    Zu diesem Beitrag möchte ich gerne meine Erfahrungen aus meinem Praktikum teilen. Ich begleite eine erste und eine vierte Klasse bei ihrem Lernalltag und habe so viele schöne Beispiele für den Unterrichtsbeginn und das Unterrichtsende beobachten dürfen.
    Vor und nach jedem Unterrichtblock versammeln sich die Kinder zusammen mit der Lehrkraft in einem Sitzkreis und besprechen, wie der Ablauf der Stunde sein wird bzw. was in dieser Einheit gelernt wurde, was den SuS dabei leicht oder schwer viel. Somit haben die Kinder täglich die Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle zu bestimmten Unterrichtsthemen bzw. .-methoden mitzuteilen. Sie fühlen sich wahrgenommen und sind motivierter, mitzuarbeiten und selbst für ein angenehmes Lernklima zu sorgen. Auch die Lehrperson gibt abschließend eine Einschätzung zu der Stunde ab und findet dabei immer lobende und anerkennende Worte für die Kinder.
    In der ersten Klasse gibt es außerdem ein Ein- und Auspackritual. Die Klassenlehrerin spielt immer ein bestimmtes klassisches Lied ab, währenddessen die Kinder Zeit zum Aufräumen, Einpacken und Auspacken haben. Um den Klassenzusammenhalt und die Teamfähigkeit zu unterstützen, können sich die Kinder gegenseitig bei den Aufgaben unterstützen.
    Des Weiteren plant die Klassenlehrerin der ersten Klasse immer drei Minuten Puffer am Ende der Stunde ein. Arbeiten die Kinder gut mit, bleibt diese Zeit für ein kleines Spiel übrig. Trödeln die Kinder viel oder kommt es anderweitig zu vielen Unterbrechungen, geht die eingeplante Zeit dafür verloren. Auch somit werden die Kinder motiviert, ihren Beitrag für ein lernförderliches Lernklima beizutragen.

    10. September 2021
    Antworten
  28. Karla Boß sagte:

    Wie bereits im Blog geschrieben, läuft eine Unterrichtsstunde nicht immer planmäßig ab. Ich finde den Hinweis sehr wichtig auf gar keinen Fall übellaunig oder zickig zu werden. Das schadet bloß einem selbst, der Klasse und dem Lernklima. Jeder hat mal einen schlechten Tag, aber gerade in unserem Job ist es wichtig, seine Emotionen unter Kontrolle zu haben.
    Zwischenziele und Zusammenfassungen am Ende führen nochmal vor, was man alles in der Stunde geschafft hat und bieten sich auch als Möglichkeit an, die SchülerInnen für die nächste Stunde in Vorfreude zu versetzen. Reißt man die Kinder pünktlich zum Klingeln aus ihrem Arbeitsprozess raus, stürmen sie nach draußen und werden wahrscheinlich zur nächsten Stunde nicht mehr genau wissen, woran sie gearbeitet haben. Zwischenergebnisse sollten daher immer besprochen werden und die angesprochene Feedbackrunde schafft Transparenz zwischen Lehrkraft und Schülerschaft.
    Ebenso wichtig finde ich ist es, dass die Lehrkraft die Zeit im Blick behält. Wir haben es früher immer gehasst, wenn es zur Pause geklingelt hat und wir nicht runter durften, weil der Lehrer noch nicht fertig war mit seiner Stunde. Unsere Aufmerksamkeit hatte er dann sowieso nicht mehr, egal was er auch erzählte. Deshalb sollte man, wenn man als Lehrkraft merkt man schafft nicht alles, lieber (wie von Ihnen bereits erwähnt) ein Zwischenergebnis sichern und eine Feedbackrunde starten, anstatt zu hetzen und zu überziehen.

    5. November 2021
    Antworten
  29. Anja Damaris Schmidt sagte:

    Ich befürchte, ich werde der Typ Lehrer, der von der Schulglocke überrascht wird und mittendrin dann abbricht… da ich mit Zeitgefühl schon immer meine Probleme hatte und ich, wenn ich ganz in ein Thema vertieft bin, ganz und gar verliere.

    Mir wurde aber durch die Aufzählung bewusst, wie wichtig ein gut abrundetes Ende, also ein Ende mit Stil ist. Gerade auch der Vermerk auf die Vorfreude auf die nächste Unterrichtseinheit, finde ich natürlich motivierend.
    Ich hoffe ganz praktisch auf eine Uhr in Sichtweite, ansonsten würde es einen gute alte Armbanduhr auch bringen :-)

    Auch der Hinweis, bei Nichtgelingen einer Unterrichtsstunde nicht zickig oder beleidigt auf die Kinder zu sein ist wichtig. Danke auch für die hilfreichen Kommentare meiner Kommilitonen in Bezug auf: ein Verlängern der Stunde wegen zu frühem Einpacken ist eine Strafe für alle. Das stimmt natürlich.

    Ein frühes Einpacken der Sachen ist einfach auch ein negatives Feedback für den Unterricht – vielleicht bringt es etwas dies offen auszusprechen und die Kinder zu fragen, ob dies der fall gewesen wäre. Wer weiß? Möglicherweise ist es ihnen gar nicht bewusst, wie diese Einpackunruhe für der Lehrkraft interpretiert wird. Oder es gibt tatsächlich langgezogene Unterrichtsphasen zu bemängeln. Ich denke, ich würde es so probieren.

    8. November 2021
    Antworten

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