Das ‚rambling‘ der Lehre

Ziel einer Wanderung ist nicht ein topographischer Punkt am Ende eines Weges, sondern der Augenblick, wo die Pforten der Wahrnehmung sich weit öffnen und man eins wird mit dem Bild seiner Sehnsucht (Nooteboom).
weg nooteboom
  • Was haben Pilgerfahrten, Streifzüge, Weltenbummeln etc. mit der Kunst der Lehre zu tun?
  • Es die Suche nach Sinnhaftigkeit, der Wunsch nach Persönlichkeitsvollendung, das Interesse an anderen Kulturen Lebensformen und die Sehnsucht nach der Festigung innerer Werte (unabhängig von dem Ausleben einer Religiosität).
  • Begreifen wir das Unterrichten als eine gemeinsame Suche nach Erkenntnissen.
  • Nehmen wir die Kinder und Jugendlichen als gleichwertige Gesprächspartner war (das ist Wertschätzung und das bedeutet Augenhöhe und nicht die pseudodemokratische Auswahlfrage für einen Ausflug: Wollt ihr lieber bowlen oder schwimmen?).
  • Unsere Schüler*innen sind unsere philosophischen Gesprächspartner, denn die Suche nach Sinnhaftigkeiten ist nicht an ein bestimmtes Alter oder ein umfangreiches Vokabular gebunden. Sinnsuche ist als ein Prozess zu verstehen.
  • Weil der Wunsch entsteht, das Nachdenken über das Nachdenken nach und nach differenzierter zu gestalten, wird der Wortschatz beständig erweitert.
  • Beispiel: Warum ‚rambling‘?
  • Weil es das Fortschreiten eines Kommunikationsprozesses beschreibt. Schweifend betrachten wir die Welt und ihre Phänomene (Hegel), wir streifen Bedeutungen, bauen diese aus, vertiefen an den Stellen, an denen das Interesse am intensivsten ist und vor allem und noch einmal: Wir lernen voneinander.
  • Beispiel: In einer 5. Klasse hörten wir eines der 4 letzten Lieder von Richard Strauß. Titel: Beim Schlafengehen.
  • Letzte Lieder
  • Schlafen, Einschlafen, Erwachen sind Phänomene, die uns allen vertraut sind und uns täglich begegnen.
  • Der Text ist von Hermann Hesse: Nun der Tag mich müd gemacht… .
  • Wir berichteten uns gegenseitig unsere Einschlafmodalitäten und Cüneyt erzählte, dass er, wenn er wach liegt, mit der Wange eine kühle Stelle auf dem Kopfkissen sucht.
  • Niemand hat diesen Satz vergessen, auch ich nicht, und in langen Nächten suche ich mit der Wange… nun, Sie wissen schon.
  • So entsteht Verbundenheit, so wird die Errichtung von Hierarchien vermieden.
  • Zum Thema Erwachen: Es gibt eine Morgenszene mit dem Sams (Maar), es gibt Morgengebete (z.B. Eichendorff), es gibt ‚knallvergnügte‘ Morgende (Ringelnatz) und es gibt Brunhild.
  • Sie wurde von ihrem Vater Wotan in einen sehr langen Schlaf versenkt und von einer Feuerlohe umgeben. Sie erwacht, als der furchtlose Recke Siegfried sie wachküsst.
  • Sehen sie die Bildungschancen? Es tun sich Wege auf… bis hin zum Mythos. Und immer mit den Schüler*innen als Wegbegleitung.
  • Bildung ist nicht abzukoppeln als elitäres Gut, Bildung verhilft jedem von uns, sich klarer zu fassen und sich als Individuum facettenreich zum Ausdruck zu bringen.
  • Abschließend Wordsworth: I wandered lonely as a cloud… . Lesen Sie das Gedicht, hören Sie es, schmecken Sie es. Sie werden das Schweifen spüren, die wolkenleichte Faszination der Einsamkeit, das strömende Suchen und ganz am Ende werden sie tanzende Narzissen sehen und riechen.
  • Dieses Szenario sollte  jeden ambitionierten Unterricht bereichern!
Bildquelle: privat

33 Kommentare

  1. Marielena Vogt sagte:

    Ihre Beiträge stecken wirklich an. Sie zeigen mir, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt zu Lehren. Unendlich viele Methoden und Ideen, die die Lust am Lernen entfachen. Ich kann mich aus meiner Grundschulzeit kaum an poetische Unterrichtseinheiten erinnern- hätte es mir aber gewünscht. Durch Ihre Berichte hab ich Lust, mich auch daran zu versuchen. Das vorherige Unterrichtsbeispiel hat mir SEHR gut gefallen. Ich bin überzeugt, dass durch Auseinandersetzung mit weiterer Poesie einige spannende Unterrichtseinheiten entstehen, die die Schülerinnen und Schüler gleichermaßen in den Bann ziehen werden.

    1. November 2019
    Antworten
  2. Katja Walzer sagte:

    Ein sehr inspirierender Gedanke mit den Lernenden durch bspw. etwas ganz alltäglichen wie dem Erwachen oder dem Einschlafen einen Einstieg in bspw. Poesie zu schaffen. Denn oft kommt die Frage auf, ob die Einbindung in den Grundschulunterricht von Poeten wie Eichendorff oder auch von Mythen und Legenden nicht zu komplex für die Kinder ist. Doch sollte man sich als Lehrkraft immer wieder darauf besinnen(wie im Beitrag beschrieben), den Lernenden auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen überhaupt erst einmal die Möglichkeit geben sich selbst zu bilden und mit uns und miteinander zu philosophieren. Denn das kann uns alle dann nur bereichern.

    2. Februar 2020
    Antworten
  3. M. Fahle sagte:

    In Ihrem Beitrag finde ich es sehr passend formuliert, dass wir den Kindern auf gleicher Augenhöhe begegnen sollen. Dadurch bringen wir den Kindern Respekt entgegen, womit sie sich dann geschätzter fühlen. Vielleicht kommen sie somit aus sich heraus und sprechen ihre Gedanken aus oder teilen andere Erlebnisse mit der gesamten Klasse. Dieser Austausch ist wichtig für die Weiterentwicklung von uns allen, da jeder etwas daraus mitnehmen kann. Manche Kinder trauen sich vielleicht nicht, aus sich heraus zu kommen, was auch in Ordnung ist. Ich denke, dass irgendetwas von einem Gespräch einen inspiriert oder zumindest ermutigt, um sich damit nochmals auseinander zu setzten. Diese Grundlage für den Unterricht finde ich sehr inspirierend.

    8. März 2020
    Antworten
  4. Casandra Bonowsky sagte:

    Der Gedanke den Schüler*innen durch eine gemeinsame Interaktion, durch die Anerkennung eines gleichwertigen Gesprächspartners und damit wertschätzend zu begegnen und so gewisse Hierarchien auszuhebeln, finde ich sehr schön und stimme diesem in vollem Umfang zu. Ich denke durch die interaktive Kommunikation mit den Kindern und Jugendlichen wird auch der eigene Horizont wieder erweitert. Denn die Suche nach der Sinnhaftigkeit ist doch ein lebenslanger Prozess. Die Erzählung über die Unterrichtseinheit in der über die Einschlafrituale gesprochen wurde, hat mich schon beim Lesen berührt und ich kann das irgendwie nachfühlen. Man sollte sich von seinen Schüler*innen berühren lassen, ihre Geschichten und persönlichen Gedanken wahr- und ernstnehmen. Das stärkt auch die ganze Klassengemeinschaft und ich finde die Lehrkraft sollte nicht nur eine kontrollierende Funktion innehaben, sondern genauso Teil dieser sein. Wenn die Lehrkraft eigene Erfahrungen und Emotionen mit einbringt, kann sie Texte, Bilder und Musik erfahrbar machen. Diese mit Erfahrungen koppeln, Emotionen wecken und so kann das Gelernte vielleicht nachhaltig beeindrucken.

    8. März 2020
    Antworten
  5. Niclas Schingorra sagte:

    Den Übergang in die facettenreichen Themengebiete durch ein einfach wirkendes Gespräch mit den Kindern empfinde ich als sehr inspirierend. Ich finde es auch wichtig einfach mit den SchülerInnen in die Welt des Philosophierens zu versinken.

    Durch das Philosophieren können wir die Kinder näher kennenlernen und ihre Emotionen viel näher kennenlernen und auch die gemachten Erfahrungen mit Lerninhalten verknüpfen, die durch diese Erlebnisse länger halten, als durch monotonen Frontalunterricht, in dem man erklärt warum es manchmal regnet. Man kann doch einfach mal die Kinder fragen, was sie denken, wie sie Regen empfinden und durch die Vorerfahrungen und Emotionen Antworten gemeinsam suchen. (Das Beispiel ist eventuell nicht das beste, aber ich habe es vor ein paar Wochen selbst erlebt, wie langweilig dieses Phänomen erklärt werden kann.)

    Durch das gemeinsame Gespräch mit den Kindern vermitteln wir mal keine Hierarchie und vielleicht trauen sich dann auch die etwas schüchternen Kinder am Gespräch teilzunehemen, wenn man deutlich macht, dass es beim Philosophieren kein richtig oder falsch gibt.

    12. März 2020
    Antworten
    • Danke Niclas! Es gibt wahrlich kein richtig und falsch… Aber es gibt Unterschiede in der Tiefe und Qualität der Nachdenklichkeit.

      12. März 2020
      Antworten
  6. Sandra M. sagte:

    Was wir alle gemeinsam haben? Wahrhaftig sind wir alle Sinnsuchende. Wie oft kommt die Frage im Unterricht auf, „Warum machen wir das eigentlich?“. Vielleicht wäre dies nicht so, wenn die Schüler/innen als gleichwertige Gesprächspartner im Denkprozess eingebunden werden. Sie spüren dann auch im Gespräch, wie ein Thema sie betrifft und bewegt. Interessant finde ich auch die Aussage, „Weil der Wunsch entsteht, das Nachdenken über das Nachdenken nach und nach differenzierter zu gestalten, wird der Wortschatz beständig erweitert“. Tatsächlich sind wir durch unsere Sprache auf eine Art und Weise begrenzt. Zumindest was die Kommunikation durch Worte betrifft. Wie kann ich etwas sprachlich zum Ausdruck bringen, wenn mir hierfür die Worte fehlen? Tatsächlich kann ich doch etwas fühlen, ohne es zur Sprache bringen zu können. Dennoch entsteht eine neue Art der Verbundenheit, wenn andere erfahren können, dass man vielleicht gleiche Gedanken oder Gefühle hat. Ich kann mich an einigen Momenten erinnern im Gespräch mit Lehrer/innen, aber auch mit Menschen in ganz anderen Kontexten, da entstand Begeisterung als sie genau das, was ich dachte oder fühlte so ausgedrückt haben, wie ich es getan hätte, wenn ich die richtigen Worte dafür gefunden hätte. Und mit dieser Begeisterung konnte ich die Dinge, ja auch die Welt, auf einer anderen Ebene verstehen. So fühlt man sich dann nicht nur mit diesem Menschen, sondern auch mit der Menschheit wieder mehr verbunden. Dadurch ergeben dann bestimmte Erlebnisse und Emotionen mehr Sinn und man tritt heraus aus der Isolation der eigenen Gedanken hinein die Verbundenheit mit den anderen, die genauso wie man selbst versuchen das Leben und das eigene Ich zu verstehen.

    30. März 2020
    Antworten
  7. Linda K. sagte:

    Unter der Ausgangssituation, dass man Kinder und Jugendliche für ihr Wesen schätzt und sich auch deswegen für den Lehrberuf entscheidet, sollte man dennoch immer wieder reflektieren, wie man diese Wertschätzung in der Praxis äußert. Denn in der Praxis verläuft einiges anders, als zuvor gedacht. Ergänzend finde ich es auch wichtig zu erwähnen, dass um Lernende als gleichwertige Gesprächspartner wahrzunehmen, muss man ihnen Raum für ihre Stimme geben, was ein Teil der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung ist. In den zugehörigen Beiträgen wird erwähnt, dass man den SuS Raum für ihre Ideen und Äußerungen geben soll. Wenn dies der Fall ist, so muss man sich als Lehrkraft lediglich drauf einlassen, SuS zuzuhören und sie zu verstehen.
    Wenn das Gefühl von Gemeinsamkeit und Verbundenheit aufgebaut ist, so haben alle Beteiligten viel mehr Freude am Unterrichtsgeschehen. Ich werde auch diesen Beitrag definitiv im Hinterkopf behalten.

    31. März 2020
    Antworten
  8. Fabienne Kostadinov sagte:

    Mit dem Umherschweifen oder dem Weitschweifen verhält es sich ja so: Man begibt sich auf Wanderschaft, und anstatt dass man gradlinig und sicher auf dem direkten Weg bleibt, verlässt man ihn, um…ja, wofür eigentlich? Vielleicht für eine Blume, die weit weg vom Wegesrand das Interesse erweckt hat oder ein seltenes Insekt, dem man neugierig hinterherläuft, einen See, der glitzernd in der Ferne liegt, einen geheimnisvoll daherkommenden Pfad, einen grandiosen Ausblick, der hinter einem Felsen lockt…es sind also die nicht- alltäglichen, die besonderen Dinge, die einen mit ihrer Schönheit und ihrem Geheimnis reizen und einen oft damit belohnen, dass man ihretwegen einen anderen Weg eingeschlagen hat.
    Nur, man muss auch hinsehen! Wer sturen Schrittes durch den Wald oder übers Feld wandert, der wird nicht in Versuchung kommen, so viel ist sicher. Nun ist es an uns Eltern und Lehrkräften, den Kindern sanft die Köpfe anzuheben und die Augen zu öffnen, damit sie nicht starren Blickes, die Augen auf den Weg geheftet, quasi `blind`, nicht rechts-, nicht links- schauend, durchs Leben laufen. Denn vielleicht bietet einem das Abschweifen einen neuen ungeahnten Blick auf die Dinge selbst? Vielleicht ist es sogar notwendig, den ursprünglich eingeschlagenen Weg zu überdenken, gar zu korrigieren, denn vielleicht ist das, was dort gelockt hat, nicht einfach nur ein `Um- weg`, sondern eine Abkürzung? Vielleicht ist es auch bloß eine kleine Spielerei, aber vielleicht auch eine Chance, etwas Neues zu entdecken? Ich denke hierbei an „The Road Not Taken“ von Robert Frost; die Entscheidung, den Weg einzuschlagen, der weniger betreten war, veränderte das Leben…
    Nur birgt es auch Gefahren: Denn, wenn jedem Impuls, jedem Reiz nachgegeben wird und mal hierhin, mal dorthin gelaufen wird, droht die Orientierungslosigkeit, das Verirren im Geflecht der Möglichkeiten. Es gilt, das große Ganze im Kopf zu behalten und den tieferen Sinn nicht aus den Augen zu verlieren, also ungefähr zu wissen, wohin man will. Für uns Lehrkräfte heißt das, zu Leiten und Impulse zu steuern, damit niemand auf dem Weg der Lehre, beim Weitschweifen verloren geht. Dies ist die Kunst, meiner Meinung nach, die hohe Schule des `rambling`. Ich hoffe, wir werden eines Tages ihrer mächtig sein und unsere SchülerInnen, wie auch uns selbst, weitschweifend ans Ziel bringen.

    Denn im Weitschweifen wohnt die Möglichkeit inne- ein kurzer reizvoller Blick auf das, was sonst noch ist und sein könnte, der Konjunktiv des Lebens.

    7. April 2020
    Antworten
  9. Luisa-Sophie W. sagte:

    Die Suche nach Sinnhaftigkeit und der Wunsch nach Persönlichkeitsvollendung, geht wohl mit der Frage, nach dem Sinn des Lebens einher. Ich glaube, den SchülerInnen wird viel zu früh – d.h. schon in der Grundschule – signalisiert, dass das wichtigste Ziel der gesamten Schulzeit, eine gute Berufsorientierung sei. Dementsprechend bestehe also der Sinn des Lebens darin, ein vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft zu werden, um primär an der gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Teilhabe mitzuwirken. Selbstverständlich ist dies tatsächlich wichtig, aber sollte innerhalb der Schulzeit nicht ‚der Weg, das Ziel sein‘? Denn wie Sie schon sagten, die Suche des Sinns, ist als ein Prozess zu verstehen.
    Auch ich empfinde es so, dass wir jedem Kind und jedem Jugendlichen wertschätzend und auf Augenhöhe begegnen sollten. Nur durch aufrichtige sowie wechselseitig, teilende Erfahrungsberichte können wir ein Gefühl von Verbundenheit, Vertrauen und Respekt wecken. Eine gute Bekannte, deren Vater Grundschullehrer war, sagte einmal: ,,Gott weiß alles, Lehrer alles besser!“. Im ersten Augenblick muss man darüber wahrscheinlich schmunzeln, andererseits wurde die Lehrkraft hierbei als eine sehr engstirnige und auf seine Meinung beharrende Person wahrgenommen. Viel schöner ist es doch, einen gewissen Gemeinsinn zu fördern und eine Lehrperson zu sein/werden, die ihren SchülerInnen Offenheit und Freiheit, zum philosophieren sowie phantasieren gewährt. Dadurch hat man sicherlich die Möglichkeit, nicht nur als gute Lehrperson in den Erinnerungen der Kinder zu bleiben, sondern ebenso als ein Wegbegleiter, der den Anfang ihres Lebensweges positiv prägte.

    13. April 2020
    Antworten
  10. A.Pierog sagte:

    Beim lesen dieses Beitrags ist mir vor allem folgendes Sprichwort in den Sinn gekommen: „Der Weg ist das Ziel“. Es geht nicht unbedingt darum das richtige Ergebnis zu bekommen, sondern viel mehr wie man dorthin kommt. Um dorthin hinzukommen gibt es unendlich viele Möglichkeiten oder Wege. Gemeinsam mit den Kindern sollte man diesen Weg finden und sich dabei auf Augenhöhe begegnen. Ich bin mir sicher, dass die Kinder dabei viel mehr lernen als wenn man sie stur zum Ziel führt.

    14. April 2020
    Antworten
  11. Savocha sagte:

    Die Suche nach dem Sinn des Lebens oder einer Sache. Auch Schüler fragen oft wozu muss ich das Lernen? und ganz ehrlich manchmal kann ich Ihnen keine Antwort darauf geben. Ich denke man kann alles erreichen, auch wenn man das ein oder andere eben nicht lernt oder nicht weiß. Wissen ist unendlich, nsterblich und kann zu jedem Zeitpunkt eines Lebens erworben werden. Manche Dinge brauchen wir vielleicht nie, vielleicht besonders oder auch nur ab und zu. Ich finde es toll auf die Suche nach gemeinsamen Erkenntnissen zu gehen, die Schüler mit einzubeziehen.Ich sollte mich stärker mit literarischen Texten, Gedichten und Phänomenen beschäftigen, denn darin finde ich persönlich oft den tieferen und erfüllenderen Sinn. Ja Perspektivwechsel kann zu soviel mehr Sinnhaftigkeit führen.

    23. April 2020
    Antworten
  12. Anastasia sagte:

    Die Suche nach dem Sinn scheint uns alle zu beschäftigen und da dürfen wir auf keinen Fall Kinder und Jugendliche in dieser Hinsicht unterschätzen nach dem Motto: Das verstehen nur Erwachsene, die haben doch noch keine Probleme. Doch Kinder möchten sogar auch mal über „ernste“ Themen lesen und nicht nur Conny mit ihrem Pony und Sven mit seinem Fußball. Der kleine Prinz sollte nicht noch weiter „angepasst“ werden, weil das Ende ja viel zu tragisch für Kinder wäre. Kinder haben oft schon ihren Hund verloren oder einen älteren Verwandten. Sie brauchen keine Euphemismen und Verschleierungen.
    Ein Kind in teilte auch mal mit, dass sein Tier gestorben ist oder gar einer der Geschwister. Bei Jugendlichen ganz zu schweigen. Von wegen die sind nur rebellisch und wollen nur Party machen. Auch sie stellen sich vermehrt die Frage nach der Zukunft, nach dem Sinn des Lernens oder generell des Seins. So wie oben beschrieben sollte öfter in Projekten gearbeitet werden, also ein Musikstück zum Thema Frühling gehört werden (von Vivaldi) und als nächstes ein Gedicht gehört und besprochen werden. Im besten Fall würden sich alle Lehrkräfte untereinander absprechen und ihren Unterricht an das Thema synchron anpassen. Da muss sich aber auch etwas an der Berufskultur ändern.

    30. April 2020
    Antworten
  13. Yasmin Brandt sagte:

    Ich denk, dass der Bezug auf gemeinsame Erlebnisse und gemeinsames Wahrnehmen sehr wichtig im Unterricht ist. Der Gedanke einer klassische Hierarchie im Sinne von „Der Lehrende lehrt und der Schüler nimmt auf“ ist längst überholt. Nur wenn wir den Schüler_innen in gewisser Weise auf Augenhöhe entgegen treten, können wir wahrhaftigen gegenseitigen Respekt und Freude am gemeinsamen Lernen schaffen, aber auch das Selbstbewusstsein der Schüler_innen stärken – vor allem im Sinne SICH SELBST BEWUSST sein.

    1. Mai 2020
    Antworten
  14. Lisa-Sophie R. sagte:

    Ich habe das Gedicht wirklich sehr genossen und den Gedanken, dass man inspiriert wird und etwas teilt und dennoch seine eigenen Bilder vor dem inneren Auge hat.
    Ich denke die Kinder als wahrhaftige Wegbegleiter anzusehen und ihnen so die Wertschätzung entgegen zu bringen, die sie verdienen, ist sehr wichtig und erfordert Vertrauen. Ich verstehe das Zitat so, dass das Ziel der Wanderung und die Suche nach den Erkenntnissen gemeinsam beschlossen werden kann und gemeinsam gegangen werden kann, aber der Moment indem die Wahrnehmung alle Sinne einnimmt und jeder für sich etwas mitnimmt aus dem Augenblick, der ist nicht vorherzusehen in einer Unterrichtsstunde und wird bei jeder Klasse, bei jedem Schüler und Schülerin individuell sein und schon deshalb sollte wir offen sein, die SuS als gleichwertige Gesprächspartner anzusehen, um uns auf Augenhöhe über diese Erfahrungen austauschen zu können.

    4. Mai 2020
    Antworten
  15. Luna Grökel sagte:

    Mir gefällt der Gedanke, vertiefende Gespräche oder Verbindungen auf Grundlage von alltäglichen Situationen einzugehen. Oftmals erfährt man mehr über andere Menschen, wenn es um banale Themen geht und der Gesprächspartner „locker“ sprechen kann.
    Es kann sich keiner ausgeschlossen fühlen, wenn das Thema jeden einzelnen betrifft. Somit könnte ich mir auch vorstellen, dass die Beteiligung aller höher ist, wenn sie vom dem Thema betroffen sind.
    Außerdem habe ich in Unterrichtserfahrungen festgestellt, das Lehrkräfte oft distanziert und nicht auf Augenhöhe agieren.
    Wie angenehm das Lernen und Lehren auf Augenhöhe sein kann, habe ich in ihrem Seminar feststellen können.
    Auch Ihr Einstieg, mit einer Geschichte über ihren letzten Urlaub ist mit im Gedächtnis geblieben. Dies hat sozusagen direkt „das Eis gebrochen“ und ich persönlich habe mich ab diesem Augenblick wohlgefühlt.

    11. Mai 2020
    Antworten
  16. Franziska Ernst 5295504 sagte:

    Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Meinungen ernst zu nehmen und zu respektieren sollte eine Grundhaltung sein, wenn man in der Schule als Lehrkraft arbeiten möchte. Diese Aussage scheint im ersten Augenblick sehr klar, fast schon banal und sicher würden die meisten Lehrkräfte von sich behaupten, dass sie dies natürlich auch tun.
    Ich jedoch glaube ich, viele Menschen (ich sage bewusst Menschen und nicht Lehrkräfte, weil man ja meinen möchte, dass Eltern dies wohl mindestens ebenso oft von sich behaupten würden) sind sich der Tragweite dieser Aussage nicht bewusst. Der Umkehrschluss ist nämlich, meine Meinung nicht über die des Kindes zu stellen und dies obwohl man schnell in die Versuchung kommt zu denken „Ich kenne die Antwort auf die Frage“. Zu erkennen, dass es nicht um die Antwort sondern um das eigenständige Denken an sich geht, ohne den Wissenszuwachs im Fokus zu haben macht diese Methode des Unterrichtens aus. Vorgetrampelte Wege gedanklich einfach mal zu verlassen und ein wirkliches Nachdenken stattfinden lassen ist das Ziel. Die größte Herausforderung dabei ist, dass den allermeisten Erwachsenen diese Art zu Denken unheimlich schwer fällt. Sich dessen bewusst zu sein ist sicher ein guter Anfang um die am Anfang getätigte Aussage irgendwann auch überzeugend sagen zu können und nicht als bloße Floskel zu nutzen.

    17. Mai 2020
    Antworten
  17. Ich finde es ebenfalls sehr wichtig, dass man als Lehrkraft die Kinder mit Augenhöhe begegnen. Jedoch gibt es doch ein paar Grenzen. Kinder meinen sie wissen vieles besser, doch aus ihnen spricht nur die Unerfahrenheit. In gewissen Zügen sollen die Kinder ihre Meinung zu äußern, aber nicht die ganze Zeit. Die Lehrkraft hat eine gewisse Verantwortung und hat um einiges mehr an Lebenserfahrungen gesammelt, als die Kinder. Dennoch ist es wichtig, dass die Kinder lernen ihre Meinung klar und deutlich zu formulieren.

    19. Mai 2020
    Antworten
  18. Chelsea D. sagte:

    Dieser Beitrag verdeutlicht meinen Gedanken, dass Bildung nicht das Ziel für gute Noten und einen guten Schulabschluss sein sollte, sondern dass Bildung dazu befähigen sollte, sich so entfalten und ausdrücken zu können, dass man das Gefühl hat irgendwo ankommen zu können und Teil der Gesellschaft zu sein.
    Und andererseits assoziierte ich mit den ersten Sätzen den Spruch „Der Weg ist das Ziel.“
    Ich versuche immer wieder, egal in welchem Bereich, mehr Sensibilität dafür zu schulen, welche Erkenntnisse man im Hier und Jetzt sammeln kann und immer wieder auch mal die Sinne auf die Erfahrungen zu legen, als stur nur immer einem Ziel hinter her zu jagen und dadurch Vieles um sich herum zu verpassen.
    Wirklich ein schöner Beitrag.

    29. Mai 2020
    Antworten
  19. Vivian B. sagte:

    Diese Beiträge geben mir Hoffnung das Schule doch mehr ist als das bloße Vermitteln von Fachwissen. Es soll um mehr gehen als um Leistungsdruck und gute Noten. Soll soll Menschen annehmen und individuell fördern und sie auf ihren Weg begleiten, sie unterstützen. Momentan gibt es in der Gesellschaft vernehmlich mehr den Wunsch nach Persönlichkeitsentwicklung und „Angekommen sein“, dieses können wir schon in der Schule thematisieren. SchülerInnen nicht nur als Kinder sondern vielmehr als vollwertige Menschen anerkennen. Von und mit ihnen zu lernen.

    17. Juni 2020
    Antworten
  20. Ina Zarah S. sagte:

    „Begreifen wir das Unterrichten als eine gemeinsame Suche nach Erkenntnissen.“ Gerade diese gemeinsame Suche möchte ich hier hervorheben. Lehren und Lernen gehen stets Hand in Hand und sollten keinen festen personellen Rollen zugeordnet werden. Viel bereichernder kann Unterricht doch dann sein, wenn Schüler*innen und Lehrer*innen bereit und gewillt sind, zwischen dieses Rollen zu wechseln, mal zu lehren und mal zu lernen. Am Ende eines jeden Schuljahres wird beiden Seiten bewusst, wie viel wertvolle Zeit des gemeinsamen Wanderns und Suchens doch vergangen ist. dies erkennt man nicht nur an körperlicher, sondern vermehrt an geistiger Reife. Und doch kann ein solcher Rückblick nur dann diese Erkenntnisse bringen, wenn auf dem zurückgelegten Weg beide auf Augenhöhe agiert, sich auf den Eindruck mit allen Sinnen, wie auch im hier genannten Gedichts,auf neues, überraschendes, tiefgehendes eingelassen haben.

    21. Juni 2020
    Antworten
  21. Anastasia Lanfer sagte:

    In diesem aus den Literatur, oder genauer aus der Gattung der Lyrik, angereichertem Blog, zieht der Autor einige Aspekte guten Unterrichts heran. Darunter ist das Annehmen und der Umgang der Schüler als gleichwertigen Gegenüber elementar. Dies geht einher mit einer demokratische Unterrichtsführung.
    Daraus resultierend erschließt sich, das auch der Lehrer mal zum Lernenden wird, wie anhand eines Schülerbeispiels dargestellt wird.
    Auch zeigt das Beispiel, den Aspekt der Bindung, als positiven Verstärker der Motivation der Schüler, sich am Unterricht zu beteiligen.
    Abschließend bleibt eine Begeisterung für das Unterrichtsfach Deutsch und die Lyrik im speziellen, der pädagogisch bereichernde Umgang mit Schülern und den Berufe der Lehre in der Luft hängen. Es hallt die Lust auf die Gestaltung eines solchen Lehrrahmens nach.

    22. Juni 2020
    Antworten
  22. Janine Klein sagte:

    Im Studium, Schulpraktikum, Referendariat und in der späteren Lehre wird man immer wieder dazu angehalten, die Ziele der Unterrichtsstunde zu formulieren. Sicherlich ist das sehr sinnvoll! Dennoch finde ich den Gedanken inspirierend, den Weg als Ziel für den Unterricht zu setzen. Sollte das oberste Ziel einer Unterrichtseinheit nicht immer sein, dass die SuS begeistert eins werden mit dem Moment. Wenn die SuS keine Gedanken an Momente nach Schulschluss haben und voller Begeisterung kommunizieren, dann wird sich das Gelernte verfestigen. Erst dann hat der Unterricht wirklich etwas dazu beigetragen, den Kindern ihren Weg für die Zukunft zu festigen.

    5. November 2020
    Antworten
  23. Lena Junghanns sagte:

    Der Weg ist das Ziel! – dieses Sprichwort leitet den Beitrag und ich finde diese Ansicht sehr interessant und nachahmungswert.
    Denn all die Aspekte die im Beitrag genannt werden klingen plausibel und für mich sofort nach einer super interessanten und spannenden Unterrichtseinheit. Es ist schön zu sehen wie aus etwas Alltäglichem ein tiefgreifender Deutschunterricht entsteht.
    Nur wenn die Kinder mit entscheiden dürfen sind sie auch wirklich bei der Sache – und ich bin mir sicher: bei den SchülerInnen entsteht ein Vielfaches mehr an Wissen.

    6. November 2020
    Antworten
  24. Julia Scholze sagte:

    Es wird deutlich, dass man die verschiedensten Themen in jeder Art und Weise lehren kann, durch unterschiedliche Herangehensweisen. Es ist wie ein Fluss, der von einem zum anderen Themengebiet führt, sei es durch die Lyrik oder durchs Philosophieren. Plötzlich ist man vom Ritual des Schlafengehens bei dem Märchen von Dornröschen angelangt und man zieht weiter bis zum Sandmann. Reger Austausch ist wichtig, damit die Kinder nachhaltig davon profitieren und mit Spaß und Freude dabei sind. Natürlich muss man eine Balance finden, wie offen man das Ganze gestalten möchte. Dies ist auch immer abhängig von der jeweiligen Klasse. Das Gespräch auf Augenhöhe, das Kind auch mal als Lehrenden zu betrachten, hilft ungemein, damit sich die Kinder frei äußern und als selbstsichere Person mit eigener Meinung entwickeln können. Als Inspiration ist dieser Blog wirklich toll!

    6. November 2020
    Antworten
  25. Alina C.J. sagte:

    Ich finde den Beitrag sehr gut geschrieben und stehe hinter dem was dort geschrieben wurde. Miteinander Leben, voneinander Lernen – Die Kinder verbringen den Großteil ihrer Zeit in der Schule und deshalb ist ein positives und gutes Verhältnis zwischen LehrerInnen und SchülerInnen wichtig. Respektvoller Umgang, Wertschätzung, Mitbestimmung sind dafür Voraussetzung. Man soll offen bleiben für neue Wege. Aber was genau bedeutet es mit einem Kind auf Augenhöhe zu reden? Was bedeutet es ihm oder ihr Respekt entgegenzubringen? Bedeutet es, bei einem Ausflug die Klasse völlig frei entscheiden zu lassen wo sie hingehen möchten, statt Bowlen oder Schlittschuhfahren vorzugeben? Gilt diese Wahlfreiheit dann auch für den gesamten restlichen Unterricht? Wie viel Mitspracherecht ist angemessen und wie viel ist zu viel? Eine Kommilitonin hat außerdem geschrieben, dass der Unterricht begeistern soll und auch nach der Schule zum Nachdenken anregen soll. Das klingt toll (und sollte auch das Ziel sein), aber wie schaffe ich es 20-40 Stunden in der Woche zu gestalten und die Kinder mit jeder Stunde zu begeistern? Oder ist das zu große gedacht? Geht es mehr um die kleinen Schritte, die man in einer Stunde bereit ist als Lehrkraft „vom Weg abzugehen“ und sich von den Kindern leiten zu lassen?

    7. November 2020
    Antworten
  26. Deborah Moaullem sagte:

    ‚Bildung ist nicht abzukoppeln als elitäres Gut, Bildung verhilft jedem von uns, sich klarer zu fassen und sich als Individuum facettenreich zum Ausdruck zu bringen.‘

    … und es liegt an uns den SchülerInnen ein Spiegel zu sein, genaus das erkennen zu können. Bildung ist kein Feind, der sie ausschließt oder gar gegen sie wendet. Es ist der Schlüssel zur Selbstverwirklichung, den man nur erst einmal finden muss.

    7. November 2020
    Antworten
  27. Emilie Wawrzak sagte:

    „Wir berichteten uns gegenseitig unsere Einschlafmodalitäten und Cüneyt erzählte, dass er, wenn er wach liegt, mit der Wange eine kühle Stelle auf dem Kopfkissen sucht. Niemand hat diesen Satz vergessen, auch ich nicht, und in langen Nächten suche ich mit der Wange… nun, Sie wissen schon.“ – Diesen Satz finde ich besonders schön. Das ist Erzählen lassen. Das ist Zuhören, das ist Wahrnehmen. Dem Kind wurde zugehört, das Kind wurde wahrgenommen. Der Satz ist hängen geblieben. Man ist sich auf Augenhöhe begegnet, hat sich zusammengesetzt und hat erzählt und zugehört. Kinder haben so viel beizutragen, man muss sie nur lassen. Häufig gibt es nur Richtig/Falsch-Antworten in der Schule und pures Wissen wird abgefragt. In Kindern schlummert aber so viel mehr, man muss ihnen nur die Möglichkeit bieten sich zu entfalten. So manch Erwachsener kann von ihnen lernen, wenn er nur zuhört.

    7. November 2020
    Antworten
  28. Michi sagte:

    Bildung ist stets ein Miteinander. Es darf nie ein Gegeneinander sein und werden. Schon seit der frühsten Antike wird Bildung als ein Prozess der Wanderung aufgefasst. Die Römer zogen nach Griechenland um Rhetorik zu lernen. Martin Luther zog nach Rom auf der Suche nach Gleichgesinnten und fand nur den Schmutz einer zu damaligen Zeiten dekadenten und protzenden Kirche. Sind es nicht vielleicht wir Lehrer/innen, die sich stets auf den Wegen Luthers wiederfinden? Nur ein kurzer Gedanke mit einem historischen Bezug:
    Einst zog Luther aus, um Bildung bei seinen Gleichgesinnten zu suchen. Fand er diese? Er war erschrocken vom Morast, der sich ihm im „heiligen“ Rom der damaligen Zeit bot. Er schwor sich die Kirche zur revolutionieren.
    Was ist mit uns Lehrern? Ziehen wir nicht täglich, wie einst Luther, nach Rom? Sind wir nicht erschrocken vom sich uns dort auftuenden Morast? Sollten wir nicht die Stärke und den Mut besitzen etwas an dem kläglichen Bild zu ändern?
    Ich glaube, dass in diesem Beitrag (über uns) sehr viel Wahrheit steckt. Wenn wir uns auf Augenhöhe begeben und die kindliche Seele als philosophischen Gesprächspartner erleben, können wir ganz wundervolle Erfahrungen machen. Es eröffnen sich neue Gedankendimensionen. Trauen wir unseren Schülerinnen und Schüler eigentlich zu, aus sich selbst heraus zu agieren? Wenn wir es ihnen nicht selber zeigen, wenn wir ihnen nicht die Räume belassen, die sie zur vollen Entfaltung ihrer Selbst brauchen, lassen wir die Schule dann nicht, wie einst die von Luther vorgefundene Kirche, in ihrem Morast aus Lehrplanarbeit und Kompetenzentwicklungen untergehen?
    Bildung ist Leben. Sollte die Schule dann nicht der Part sein, der Leben lässt? Ich sehe die Institution Schule leider häufig durch ihre indoktrinierten Verfahren als der Ort, an dem Entfaltung und das daraus resultierende Prinzip des „Leben lassens“ nicht immer realisiert wird.
    Als Lehrer/innen sollten wir – wie Luther, aber bitte ohne die Folgen eines dramatischen Krieges – den Mut haben etwas ändern zu wollen. Für die Schülerinnen und Schüler. Aber auch für uns als gesunde und glückliche Lehrkräfte, die einen Sinn in ihrer Arbeit finden.

    8. November 2020
    Antworten
  29. Nelli König sagte:

    Zuerst hatte mich die Internetseite verwirrt. Auf den ersten Blick war für mich nicht klar, was ich so recht damit anfangen sollte. Der beschriebene Inhalt war für mich nichts Neues. Egal was für Tiefen dieser Beruf mit sich bringt, er ist wunderbar! Wir haben als Lehrkraft das Privileg, die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen. Ich stimme vollkommen zu, dass wir den Kindern wertschätzend, emphatisch usw. entgegenkommen sollen. In der Praxis habe ich schon öfter gehört „wir können nicht jeden retten“, „es ist bereits in den Brunnen gefallen“ oder „dann soll er eben seine Zeit absitzen“. Ich hoffe, dass wir als angehende Lehrkräfte nie aufhören werden, das Kind auf seinem Weg zu begleiten und es nicht einfach „aufgeben“. Ich habe einige Kinder aus der Klasse, die aus sehr schwierigen Verhältnissen kommen. Ich denke mir: „Wenn ich als Lehrkraft nicht an das Kind glaube, dann tut es keiner und erst recht nicht das Kind selbst.“ Kinder spüren, dass ihnen keiner was zu traut oder sie aufgeben hat und entsprechend ist auch ihre Motivation und Leistung. Ich hoffe, dass wir auch nach vielen Berufsjahren in Erinnerung rufen, warum wir diesen Beruf gewählt haben und ihn mit Herz als auch Verstand ausüben.

    8. November 2020
    Antworten
  30. Sophie Hoffmann sagte:

    Ein sehr interessanter Ansatz und Einstieg in ein Thema, welches schnell als langweilig und uninteressant abgetan wird. Ich glaube, dass man in vielen Bereichen die Kinder sehr viel besser abholen, begeistern und motivieren kann, wenn man sie in die Diskussion und Entscheidung mit einbezieht. Und das nicht nur, wie oben beschrieben, mit einer „pseudodemokratischen Auswahlfrage“, sondern vielmehr mit einer wirklichen Diskussion auf Augenhöhe, um den Kindern ihre verdiente Wertschätzung und den Respekt entgegenzubringen, der ihnen zusteht.
    Ich bin in sehr alltäglichen Situation sehr philosophisch veranlagt, aber auch jetzt im Studium merke ich das immer wieder, wenn mal die Möglichkeit besteht. Ich habe schon einige Aufgaben bearbeitet, in denen ich vielleicht sogar etwas ausgeschweift bin, aber sowas ist sinnvoller, als von der Aufgabe gar nicht inspiriert zu werden. Sowas hätte ich mir schon früher in der Schule mehr gewünscht, denn die Freiheit, diese Aufgaben nach dem eigenen Gefühl anzugehen und zu interpretieren, bringt eine motivierende Motivation, die sonst wahrscheinlich nicht entstehen würde.

    11. November 2020
    Antworten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *